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Warschau – In Warschau haben am Sonntag Befürworter und Gegner der Rechte Homosexueller demonstriert. Die Polizei hielt beide Seiten auf Abstand. Eine Sprecherin der Gegner forderte ein Verbot von Gay-Pride-Umzügen. Von der anderen Seite der Straße riefen Menschen mit Regenbogenfahnen "Homophobie ist eine Wahl, sexuelle Orientierung nicht".

Verhaftung von Aktivistin

In den vergangenen Wochen haben in Polen tausende Menschen für die Rechte von Homosexuellen demonstriert, nachdem eine LGBT-Aktivistin, bekannt unter dem Namen Margot, für zwei Monate in Untersuchungshaft kam, weil sie ein Auto wegen homophober Sprüche beschädigt hatte. Vergangene Woche wurden bei einer Protestkundgebung 48 Demonstranten verhaftet, unter anderem, weil sie die Festnahme der Aktivistin verhindern wollten. Margot gehört einer Aktivistengruppe namens Stoppt den Unsinn an, die verdächtigt wird, mehrere Denkmäler in Warschau mit LGBT-Flaggen und anarchistischen Symbolen behängt zu haben, darunter auch eine Jesus-Statue.

Homophobie ist in Polen immer noch weit verbreitet. Auch der rechtskonservative Staatspräsident Andrzej Duda, der im Juli wiedergewählt wurde, machte im Wahlkampf mit Verbalattacken auf Verfechter einer vermeintlichen "LGBT-Ideologie" Stimmung. (APA, red, 17.8.2020)