Den Binärcode im Auge: Muss ein Hacker sein.

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Fast jedes dritte Unternehmen in Deutschland ist zuletzt Opfer von Wirtschaftskriminalität geworden. Im Zuge der Digitalisierung sehen die meisten Firmen Missbrauch oder Diebstahl von Daten als größtes Risiko, wie aus einer am Montag veröffentlichten Studie der Wirtschaftsprüfer KPMG hervorgeht. In den vergangenen zwei Jahren habe es im Schnitt 30 Prozent der Unternehmen getroffen – größere fast doppelt so häufig wie kleinere Betriebe. Mittlere und kleinere Unternehmen sollten jedoch nicht dem Trugschluss unterliegen, sie seien weniger gefährdet, erklärte KPMG-Expertin Barbara Scheben. "Hier gibt es möglicherweise ein größeres Dunkelfeld, das nicht unterschätzt werden darf." 2018 klagten 32 Prozent über kriminelle Vorfälle.

Beteiligung

Die Beteiligung externer Täter lag laut aktueller Studie bei 47 Prozent. In einem von zehn Fällen 10 steckten externe und interne Täter unter einer Decke. KPMG zufolge sehen die Unternehmen Unachtsamkeit oder Nachlässigkeit mit 51 Prozent als den größten Faktor hinsichtlich wirtschaftskrimineller Vorfälle an. Ähnlich relevant seien fehlende oder mangelhafte Kontrollen (50 Prozent) sowie ein mangelndes Unrechtbewusstsein (49 Prozent). "Die Gefahr droht auch von innen", betonte Scheben. Darum sei es wichtig, durch gezielte, vorbeugende Maßnahmen wie Schulungen zur Sensibilisierung oder die klare Definition von Verhaltensgrundsätzen die Risiken zu minimieren.

Rund 55 Prozent der Vorfälle werden durch offene Hinweise Unternehmensangehöriger entdeckt. Etwa 51 Prozent der Befragten gaben an, "dass eine Tat nur durch 'Kommissar Zufall' ans Licht gekommen sei". Fliegt ein Vorfall auf, greift etwa jedes zweite Unternehmen zur Aufklärung oder Verfolgung von Tätern auf externe Experten zurück. Als positiv wertete KPMG, dass 96 Prozent der befragten Firmen in ihrem Umgang mit Wirtschaftskriminalität Verbesserungspotenzial sehen. Nur wer Schwächen erkenne und angehe, könne sich langfristig effektiv wappnen, erklärte Scheben. "Unternehmen erkennen dabei zunehmend einen Mehrwert in digitalen Compliance-Maßnahmen." (Reuters, 17.08.2020)