Die US-Delegation mit Marshall Billingslea (Zweiter von links) bei ihrem letzten Besuch in Wien im Juni 2020.

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Wien – Hochrangige Delegationen aus Russland und den USA haben am Montag in Wien ihre Gespräche über atomare Abrüstung fortgesetzt. Sowohl Russlands Vizeaußenminister Sergej Rjabkow als auch der US-Sonderbeauftragte Marshall Billingslea betonten vor dieser dritten Gesprächsrunde ihre Dialogbereitschaft. Die Verhandlungen im Palais Niederösterreich sollen bis Dienstagabend dauern.

Der russische Verhandlungsführer Sergej Rjabkow (links) im Juni 2020 in Wien.
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Vor Beginn der Gespräche, die sich mit dem 2021 auslaufenden New-Start-Abkommen zur Begrenzung strategischer Atomwaffen beschäftigen, waren die Delegationen zunächst vom Generalsekretär des österreichischen Außenministeriums, Peter Launsky-Tieffenthal, begrüßt worden. Wie bereits bei ihrer ersten Gesprächsrunde Ende Juni verhandeln Billingslea und Rjabkow im Palais Niederösterreich in der Wiener Herrengasse. In einer zweiten Runde hatten sich Experten aus beiden Ländern Ende Juli im Hotel Intercontinental getroffen.

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Während Russland sich an einer Verlängerung tendenziell interessiert gezeigt hatte, hatten die USA zunächst darauf beharrt, dass ein etwaiges Nachfolgeabkommen von New Start auch von der Atommacht China unterzeichnet werden soll. Nun scheint diese Forderung einstweilen vom Tisch zu sein: Anders als im Juni fanden sich am Montag auf veröffentlichten Fotografien aus dem Palais Niederösterreich keine chinesischen Flaggen, mit denen die US-Delegation damals aktionistisch Chinas Fehlen moniert hatte.

US-Präsident Donald Trump strebt laut einem Bericht des US-Fernsehsenders NBC vom Sonntag zudem noch vor den US-amerikanischen Präsidentenwahlen im November ein Gipfeltreffen mit seinem russischen Gegenüber Wladimir Putin an, wo er im Idealfall eine Verlängerung des New-Start-Abkommens verkünden will.

Positiv über den Lauf der bisherigen Gespräche hatte sich am Sonntag auch der russische Chefverhandler Rjabkow gezeigt. Gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Nowosti war vom "neuen Qualitätsniveau des Dialogs" die Rede. "Dennoch bleiben Differenzen in wichtigen Fragen, unterschiedliche Meinungen und Inkonsistenzen", erklärte Rjabkow. (APA, 17.8.2020)