Was kommt?

Foto: AP/Meissner

Für Manchester United ist die Europacup-Saison nach einer bitteren 1:2-Niederlage im Europa-League-Halbfinale gegen den FC Sevilla am Sonntag in Köln vorüber. Alte Schwächen sind in der entscheidenden Phase zurückgekehrt. Darum will Manchester-Coach Ole Gunnar Solskjaer seinen Kader für die nächste Saison verstärken.

"Ich kann nicht sagen, wann oder ob es Transfers geben wird, aber wir sehen uns um. Die Spieler haben so hart gearbeitet, haben die richtige Mentalität gezeigt, aber wir müssen die Tiefe unseres Kaders stärken", meinte Solskjaer.

Es fehlt

Trotz einer erfolgreichen Saison fehlte ManUnited doch das i-Tüpfelchen: Rang drei in der Premier League und nun nach dem Aus im englischen FA-Cup und im Ligapokal das dritte Halfinal-Aus in dieser Spielzeit, das genügt den Ansprüchen des englischen Rekordmeisters (20 Titel) nicht.

Auszumerzen gilt es alte Schwächen: Schwacher Abschluss und schlampiges Verteidigen. Dies hatte United in der Anfangsphase der Premier League schon Punkte gekostet. Gegen Sevilla war es am Sonntag ähnlich. Rio Ferdinand, sechsfacher Premier-League-Sieger mit ManU und 2008 in der goldenen Ära unter Alex Ferguson auch Champions-League-Sieger, fasste es auf Twitter treffend zusammen: "Wenn du deine Chancen nicht nutzt, wirst du bestraft. Wenn du nicht gut verteidigst, wirst du bestraft. Da braucht es heute Abend keine Analysen", so Ferdinand.

Harry Maguire, der im Vorjahr für 80 Mio. Pfund (88,72 Mio. Euro) von Leicester City geholt worden war, um die durchlässige Verteidigung zu stärken, übte Selbstkritik: "Verlieren ist nicht zu akzeptieren. Ins Semifinale zu kommen, ist nicht akzeptabel. Wir müssen es eine Stufe höher schaffen", sagte der 27-jährige Innenverteidiger.

Glücklich

Die Stimmung beim vom Spielverlauf bzw. den Chancen her glücklichen Sieger war dementsprechend völlig anders. Zum sechsten Mal steht der FC Sevilla in einem Europacup-Finale, zum vierten Mal in der Europa League, davor zweimal im UEFA Cup. Alle bisherigen fünf Endspiele haben die Andalusier gewonnen.

Sevilla-Trainer Julen Lopetegui lobte aber auch den Gegner. "Das ist das Manchester United, das wir in den vergangenen Jahren gesehen haben, und das Team in der besten Form in England. Also ist es normal, dass wir leiden mussten", sagte der Coach. Dieser hob vor allem die Teamleistung seiner Truppe hervor. "Wenn du ein Team wie United in einem Semifinale schlägst, dann musst du das als eine Einheit tun. Das haben wir heute Abend getan. Ich bin wirklich stolz auf mein Team."

Den Gegner für das Finale in Köln am Freitag (21.00 Uhr) kennen die Spanier am späten Montagabend. Da trafen Inter Mailand und Schachtar Donezk in Düsseldorf aufeinander. "Wir freuen uns sehr auf das Finale, aber das wird das bisher härteste Spiel und müssen uns gut darauf vorbereiten", erklärte Lopetegui. (APA, 17.8.2020)