Eine Fläche von rund 870 Quadratkilometer steht in Kalifornien in Flammen.

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Die extreme Hitze erschwert die Löscharbeiten zusätzlich.

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Tote Ziegen nach den Bränden.

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Löscharbeiten per Flugzeug.

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San Francisco – Der US-Bundesstaat Kalifornien kämpft derzeit mit massiven Waldbränden. Mehr als 10.000 Feuerwehrleute sind gegen rund zwei Dutzend Großbrände im Einsatz. Bei einem der Brände sind nach Behördenangaben vier Menschen ums Leben gekommen. Drei Tote gab es nördlich von San Francisco in der Weinanbauregion Napa County und einen weiteren im nahen Sonoma County, wie die kalifornische Feuerschutzbehörde Cal Fire am Donnerstagabend mitteilte.

Die Flammen des Großbrands – des sogenannten LNU Lightning Complex – erreichten laut Cal Fire bisher eine Fläche von 870 Quadratkilometer. Brandursache seien tausende Blitzeinschläge. Fast 500 Gebäude wurden in den drei betroffenen Bezirken Napa County, Lake County und Sonoma County zerstört, 30.000 weitere Häuser waren durch das sich schnell ausbreitende Großfeuer bedroht. Die Behörden riefen die Einwohner auf, ihre Häuser zu verlassen. Gouverneur Gavin Newsom verhängte diese Woche den Notstand und bat das gesamte Land um Hilfe.

Extreme Hitze

Ein weiterer Großbrand, der CZU August Lightning Complex, frisst sich derweil durch die Berglandschaft des Silicon Valley und schlug 22.000 Menschen in die Flucht. Feuerwehrleute sprechen von beispiellosen Voraussetzungen, die selbst altgediente Einsatzkräfte so noch nicht vorgefunden hätten.

Die Flammen haben tausende Menschen aus ihren Häusern getrieben. In vielen Ortschaften sitzen die Bewohner auf gepackten Koffern für den Fall einer schnellen Evakuierung. Extreme Hitze hat die Situation in den vergangenen Tagen verschärft. Eine Entspannung der Lage ist noch nicht in Sicht. Experten befürchten, dass die Brände noch mindestens zwei Wochen lang wüten werden.

Die Infektionszahlen in Kalifornien steigen weiter.

Fehlende Unterkünfte

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie haben es die Behörden und Hilfsorganisationen heuer schwerer, Notunterkünfte für Betroffene zu finden. Das Rote Kreuz will nun Hotelzimmer buchen, um Menschen unterzubringen, die ihre Häuser verlassen mussten und nicht bei Familie und Freunden unterkommen können. "Obdach in einem der klassischen Evakuierungszentren zur Verfügung zu stellen ist dieses Jahr nicht unsere erste Option", sagt Jim Burns, ein Sprecher des Amerikanischen Roten Kreuzes, zu Medienvertretern. Im betroffenen Bundesstaat Kalifornien steigen die Infektionen weiter an. Gefüllte Unterkünfte könnten eine Verbreitung des Virus begünstigen. Freiwillige Helfer müssen vor Ort deshalb auch kontinuierlich Masken tragen.

Der US-Präsident gab den Verantwortlichen in Kalifornien den Ratschlag, den Waldboden von Blättern zu reinigen.

Drohungen des Präsidenten

Kalifornien, das oft unter Trockenheit leidet, wird jedes Jahr von Waldbränden heimgesucht. Gewöhnlich treten die schwersten Brände erst am Ende des Sommers auf. Besonders schlimm traf es im November 2018 den Ort Paradise in Nordkalifornien, wo sich aufgrund heftiger Winde das sogenannte "Camp"-Fire schnell ausbreiten konnte. 85 Menschen starben, Zehntausende wurden obdachlos.

US-Päsident Donald Trump machte bei einer Pressekonferenz am Donnerstag wieder einmal das Waldmanagement der kalifornischen Behörden für die Brände verantwortlich. Er drohte abermals damit, Hilfsgelder für den Bundesstaat zurückzuhalten, da die Zuständigen auf ihn "nicht hören". (APA, red, 21.8.2020)