Beim Parteitag der Republikaner verzichtete First Lady Melania Trump auf Angriffe gegen Joe Biden, das übernahm jemand anderes.

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Nämlich der Sohn des Präsidenten, Eric Trump. Er stellte den Wahlkampf gegen Biden in eine Reihe mit dem Sieg über Faschismus und Kommunismus.

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Im Gegensatz zu den Demokraten wollten die Republikaner nicht auf die physische Anwesenheit mancher Anhänger verzichten, trotz Corona.

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Nach der Rede gab es zum Dank ein Bussi. Vor vier Jahren passierte bei Melania Trumps Rede ein Lapsus. Sie war zum Großteil von einer Rede der damaligen First Lady Michelle Obama abgekupfert. Dieses Mal ging alles gut.

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Washington – Die First Lady hat den Rosengarten des Weißen Hauses gerade erst umgestalten lassen. Alte Holzapfelbäume mussten weichen, um den Rasen zu erweitern und neue Wege anzulegen. Kritiker monieren, der historische Garten habe an Charakter verloren, auch wenn er nun für geladene Gäste mehr Platz biete. Jedenfalls war Melania Trump am zweiten Tag des Wahlkonvents der Republikaner die erste Rednerin, die dort an ein Pult trat. Was an sich schon ein Bruch mit der Tradition ist: Bislang galt eine eiserne Regel, nach der das Gelände des Weißen Hauses – die Grünflächen eingeschlossen – ausschließlich regierungsoffiziellen Anlässen vorbehalten ist und Parteiveranstaltungen dort nichts zu suchen haben. Am Dienstagabend hat US-Präsident Donald Trump, der in der ersten Reihe saß, um seiner Frau zuzuhören, wie die meisten anderen ohne Maske, auch diese Regel über Bord geworfen.

Die Rede der First Lady Melania Trump.
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Es war eine Rede, die sich in ihren Nuancen doch deutlich von der Rhetorik des Präsidenten unterschied. Statt vom "China-Virus" zu sprechen, wie es Trump ständig tut, sprach seine Gattin neutral von Covid-19. Statt den Fokus allein auf Amerika zu richten und den Rest der Welt nicht einmal zu streifen, brach sie mit dem Ton, der diesen Parteitag bestimmte, und sprach von Auslandsreisen: von Ghana, wo sie einen Kerker besuchte, in den afrikanische Sklaven gesperrt wurden, bevor sie auf Schiffen, viele in Ketten, über den Atlantik in die Neue Welt gebracht wurden. Von Italien, wo ein kleiner Junge dringend ein Spenderherz benötigte und sie, so erzählte sie es, stundenlang mit ihrem Stab über nichts anders reden konnte.

Wohltuend differenziert

Allein der Blick über den nationalen Tellerrand hob sich markant ab von der Nabelschau, die man bislang auf dem Parteitag betrieben hatte. Mag sein, dass die Latte nach stundenlangen düsteren Warnungen vor dem Sozialismus in Gestalt eines von der Linken vor sich hergetriebenen Kandidaten Joe Biden niedrig lag, jedenfalls klang die First Lady stellenweise wohltuend differenziert. Die Proteste nach dem Tod George Floyds in Minneapolis, die Rassismusdebatte, den Sturz von Denkmälern von Südstaatengenerälen kommentierte sie so: "Die harte Realität ist, dass wir nicht stolz sind auf Teile unserer Geschichte." Sie wolle die Leute ermuntern, schob sie hinterher, sich auf die Zukunft zu konzentrieren, während man zugleich aus der Vergangenheit lerne.

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Vor neun Jahren, zu der Zeit residierte Barack Obama im Weißen Haus, hatte sie noch eingestimmt in den Chor der "Birther"-Bewegung, die darauf bestand, die Geburtsurkunde des Präsidenten zu sehen. Wie ihr Ehemann hatte sie angezweifelt, dass Obama in Hawaii und damit auf amerikanischem Boden geboren wurde. Damit suggerierte sie, dass der erste US-Präsident mit dunkler Haut womöglich zu Unrecht hinter dem Schreibtisch im Oval Office sitze. Es mangelte auch nach ihrem Auftritt nicht an Kommentatoren, die ihr Scheinheiligkeit vorwarfen. Wohlwollendere sprachen von willkommenen Lerneffekten.

Wie auch immer, zu Melania Trumps Aufgaben gehörte es offensichtlich auch, das Bild ihres Gatten weichzuzeichnen. "Donald wird nicht ruhen, bis er getan hat, was er nur kann, um sich um jeden zu kümmern, der von dieser Pandemie betroffen ist", sagte sie – in bizarrem Kontrast zur Wahrnehmung vieler Amerikaner über das Krisenmanagement des Präsidenten.

Auch Kimberly Guilfoyle, die Freundin Donald Trump Juniors, hielt eine Rede.
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Der Rest des Abends dürfte schon bald in Vergessenheit geraten. Mike Pompeo, der Außenminister, ließ sich vom Dach des King-David-Hotels in Jerusalem zuschalten, im Hintergrund die Silhouette der malerischen Altstadt. Sein Auftritt war schon deshalb mit Spannung erwartet worden, weil er zu jenen zählt, die schon jetzt als Präsidentschaftskandidaten des Jahres 2024 gehandelt werden. Die Rede wurde zum Flop. Pompeo reihte Phrasen aneinander, er wirkte müde, zu sagen hatte er nichts. Allerdings sieht die Opposition auch in diesem Fall einen Tabubruch, dem sie mittels parlamentarischer Untersuchung auf den Grund gehen will. Der Minister, betont der demokratische Kongressabgeordnete Joaquín Castro, sei schließlich in amtlicher Mission, auf Kosten des Steuerzahlers, unterwegs im Nahen Osten. Auf einem Parteitag hätte er von Jerusalem aus gar nicht reden dürfen.

C-SPAN

Am Montag hatten die Delegierten Trump einstimmig als ihren Kandidaten für die Wahl am 3. November nominiert. Er will die Nominierung mit einer Rede vom Weißen Haus aus am Donnerstag annehmen. In der vergangenen Woche hatten die Demokraten Ex-Vizepräsident Biden als Kandidaten gekürt.

Demokraten: Republikaner haben "alternative Realität"

Das Lager des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden hat den Republikanern vorgeworfen, in North Carolina eine "alternative Realität" zu inszenieren. Das dort gemalte Bild Amerikas kenne nicht den Tod von tausenden mit dem Coronavirus infizierten Menschen in der vergangenen Woche, erklärte die stellvertretende Wahlkampfleiterin Kate Bedingfield am Dienstagabend. Joe Biden und Kamala Harris äußerten sich nicht dazu – anders als Donald Trump in der Woche davor, als er den demokratischen Parteitag mit einem Twitter-Kritikfeuerwerk begleitete.

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Im Amerika der Republikaner sei die Wirtschaft nicht zum Stillstand gelangt, und Schulkinder seien nicht gezwungen, zu Hause zu bleiben, so Bedingfield nach dem zweiten Tag des republikanischen Nominierungsparteitags. "Die fortgesetzte Weigerung von Donald Trump, dieses Virus ernst zu nehmen, hat den Vereinigten Staaten den schlimmsten Ausbruch in der Welt gebracht", hieß es in einer Mitteilung von Bidens Wahlkampfteam nach dem zweiten von vier Tagen der republikanischen Versammlung.

Die Weigerung auf dem Parteitag, "sich mit der Realität abzufinden", belege das "völlige Führungsversagen" des Präsidenten. So habe Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow vom Coronavirus nur in der Vergangenheitsform gesprochen. "Das amerikanische Volk kann es sich nicht leisten, dass Donald Trump seinen Kopf weiter in den Sand steckt", kritisierte Bedingfield. Das Weiße Haus müsse endlich handeln und dürfe sich nicht weiter der Realität verweigern.

Weitere Proteste in Kenosha

Währenddessen protestierten in der Nacht auf Mittwoch zum dritten Mal in Folge Menschen gegen einen neuerlichen Fall von Polizeigewalt gegen einen Schwarzen. Am Sonntag war in Kenosha in Wisconsin ein Mann nach einer Auseinandersetzung beim Einsteigen in sein Auto von Polizisten mit sieben Schüssen niedergestreckt worden. Im Auto saßen seine drei kleinen Söhne. Der Mann liegt auf der Intensivstation. Vermutlich bleibt er querschnittsgelähmt.

Bei den Protesten kam es auch wieder zu Ausschreitungen. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein. Wisconsins Gouverneur Tony Evers rief den Notstand aus. Die Familie des Opfers Jacob Blake rief dazu auf, nur gewaltfrei zu protestieren. Die Mutter wurde in Medien damit zitiert, dass ihr Sohn um sein Leben kämpfe, aber trotzdem vom Krankenbett aus zur Einheit aufrufe. Sie bete auch für den bei den Zusammenstößen verletzten Polizisten. (Frank Herrmann aus Washington, red, 26.8.2020)

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