Die Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie konnten mit Suchanfragen zu Panikattacken und Angstzuständen in Verbindung gebracht werden

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Google-Suchanfragen zu Angstsymptomen und Schlagwörtern wie "Panikattack" oder "Angstzustand" haben in den USA während der Anfangsphase der Corona-Pandemie ein historisches Hoch erlebt. Das geht aus einer Studie der Universität von Kalifornien in San Diego hervor.

Im Zeitraum zwischen Mitte März und Mitte Mai erreichte die Anzahl an Google-Suchanfragen, die im Zusammenhang mit Angstsymptomen stehen, einen Höchststand in der Geschichte der Suchmaschine. Eine Studie vom Qualcomm-Institut für datengestützte Gesundheitforschung untersuchte den Zusammenhang zwischen den Suchanfragen und den tagesaktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus. Die Studie wurde am Montag im Journal der American Medical Association veröffentlicht.

Zusammenhang mit Tagesnachrichten

Ereignisse, die mit der Corona-Pandemie in Verbindung standen und in den Nachrichten präsent waren, scheinen die Suchanfragen zu Angstzuständen geprägt zu haben. Besonders am 16. März, als in den USA auf nationaler Ebene Richtlinien für SocialnDistancing und Lockdown-Maßnahmen eingeführt wurden und als diese am 29. März ausgeweitet wurden, schoss die Anzahl der Google-Suche zu Panikattacken und Vvergleichbarem in die Höhe.

Die Suchanfragen stiegen ebenfalls am 3. April an, als US-Präsident Donald Trump erstmals eine Empfehlung für das Tragen von Gesichtsmasken aussprach. Ein weiterer Anstieg ließ sich am 11. April beobachten, als die Zahl der Coronavirus-Todesfälle in den USA erstmals jene aus Italien übertraf.

Elf Prozent

Die Forscher überwachten, wie oft Menschen nach Begriffen wie "Panikattacke", "Angstattacke", "Habe ich eine Panikattacke?", "Anzeichen einer Angstattacke" und "Angstattackensymptome" suchten. Für die Untersuchung verglichen die Wissenschafter die Gesamtzahl der angstbezogenen Suchanfragen in den frühen Tagen der Pandemie mit Daten, die bis Januar 2004 zurückreichen. Dabei wurde das Bevölkerungswachstum und die zunehmende Internetnutzung der letzten zwei Jahrzehnte berücksichtigt.

So ergab die Untersuchung, dass während der Krise die Suchanfragen zu Panikattacken, in einem Zeitraum von 58 Tagen, um elf Prozent gestiegen sind. Im Vergleich zu den Daten der letzten 16 Jahren sei dies der höchste Wert der Geschichte. Am 28. März erreichten die Suchanfragen einen Höchstwert. An diesem Tag wurde um 52 Prozent öfter nach Schlagwörtern zu Angststörungen gesucht, als es für einen Tag vor der Pandemie üblich war.

Analyse von Daten

"In den ersten 58 Tagen der Covid-19-Pandemie wurden schätzungsweise 3,4 Millionen Suchanfragen im Zusammenhang mit schwerer, akuter Angst durchgeführt", sagte Benjamin Althouse, ein Forscher der Studie, in einem Bericht von CNN. Die Ergebnisse der Untersuchung verdeutlichen laut der Forscher, dass die Analyse von Daten, wie Suchanfragen, das Verständnis für Auslöser von Stress und Angststörungen verbessern könne.

John Ayers, leitender Autor der Studie, erklärte dass die Betrachtung von Suchmaschinenergebnissen auch einen besseren und aktuelleren Einblick in imminente Gesundheitskrisen biete. Durch die Verarbeitung von solcher Daten könne man, anders als bei herkömmlichen Forschungsmethoden, die Probleme der Menschen dort ausfindig machen, wo sie sich gerade befinden.

Mehr akute Hilfe

"Der Öffentlichkeit zuzuhören kann eine direktere Auswirkungen haben", sagte Ayers. Daten zu Suchanfragen erfüllten dabei eine besondere Rolle: "Wir sehen dort Menschen, die ein Bedürfnis ausdrücken und Hilfe suchen." Da die Internetsuche als Weg genutzt wird, um Hilfe zu suchen, müsse man hier auch mehr investieren, um zugängliche Informationen dort bereitzustellen, wo sie gesucht werden. (red, 26.08.2020)