Derzeit laufen Verhandlungen über den Verkauf eines Teils von Tiktok, US-Präsident Trump will die App verbieten.

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Washington/Peking – Tiktok-Chef Kevin Mayer ist nach dem erheblichen politischen Druck auf die populäre Video-App durch die US-Regierung zurückgetreten. Die jüngste Entwicklung habe dazu geführt, dass der Posten eine andere Bedeutung haben würde, als bei Mayers Verpflichtung geplant gewesen sei, teilte Tiktok am Donnerstag mit.

Kevin Mayer auf einem Archivbild aus dem Jahr 2018.
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Die Video-App gehört zum chinesischen Bytedance-Konzern. US-Präsident Donald Trump hat US-Geschäfte mit Tiktok zuletzt untersagt, das Verbot soll Mitte September greifen. Derzeit verhandelt der Softwareriese Microsoft über einen Kauf des Geschäfts von Tiktok in den USA und in mehreren anderen Ländern.

Der Amerikaner Mayer trat den Chefposten bei Tiktok erst vor wenigen Monaten an. Er kam vom Unterhaltungsriesen Disney. Dort galt er als Verantwortlicher für das Streaminggeschäft lange als Kronprinz – zum neuen Konzernchef wurde aber der zuvor für die Freizeitparks verantwortliche Manager Bob Chapek berufen. Mayer wechselte kurz darauf zu Tiktok, wo er die globale Expansion anführen sollte. Als Erste hatte die "Financial Times" (Paywall) über Mayers Rückzug berichtet. (APA, 27.8.2020)