Ihre bevorzugten Medien sind Fotografie, Text, Stoff, digitale Bilder: US-Künstlerin Carrie Mae Weems (2.v.li.).

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Seit 1998 wird der Eiserne Vorhang der Wiener Staatsoper in jeder Saison mit einem Großbild eines anderen Künstlers oder Künstlerin bespielt. Das bleibt auch unter dem neuen Direktor Bogdan Roscic so. In dieser Saison gestaltet die US-amerikanische Künstlerin Carrie Mae Weems die 176 Quadratmeter große Fläche. Die Präsentation des Sujets findet am 7. September statt.

Eine internationale Jury, die heuer aus Daniel Birnbaum, Hans-Ulrich Obrist und Bice Curiger bestand, hat sich für die 1953 in Portland, Oregon, geborene Künstlerin entschieden, die 2014 als erste afroamerikanische Frau eine Einzelausstellung im Guggenheim Museum in New York realisieren konnte. "Carrie Mae Weems befragt in ihrer Arbeit die Lebensrealitäten der schwarzen Bevölkerung weltweit", hieß es heute in einer Aussendung von Staatsoper und dem kooperierenden museum in progress. "Dabei untersucht sie etwa Beziehungen innerhalb der Familien, kulturelle und gesellschaftliche Identitäten, Repräsentation, Sexismus, politische Systeme und die Konsequenzen von Macht."

Zum 23. Mal

Im Lauf mehrerer Jahrzehnte habe sie ein reichhaltiges und komplexes Werk geschaffen. "Ihre bevorzugten Medien sind Fotografie, Text, Stoff, Ton, digitale Bilder, Installation und Video. Aktuell engagiert sich Weems mit ihrer großangelegten Öffentlichkeits-Kampagne 'Resist Covid – Take 6!' für die Sensibilisierung der überproportional stark betroffenen schwarzen US-Bevölkerung auf einfache Schutzmaßnahmen gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus", so die Aussendung.

Zum 23. Mal wird damit der originale Eiserne Vorhang von Rudolf Eisenmenger (1902-1994) mit einer mit Magneten angebrachten Arbeit überhängt. Eisenmenger ist wegen seiner Leitungstätigkeit im Wiener Künstlerhaus zur Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft umstritten. Sein aus 1955 stammende "Eiserner" zeigt ein "Orpheus und Eurydike"-Motiv.