Ihr Ziel Taiwan erreichten die Aktivisten (nicht im Bild) nicht.

Foto: Reuters / Ann Wang

Hongkong/Peking – Chinas Küstenwache hat zwölf Hongkonger Aktivisten bei der Flucht nach Taiwan auf einem Schnellboot aufgegriffen und festgenommen. Unter den Flüchtlingen war auch Andy Li, dem Verstöße gegen das umstrittene neue Gesetz zum Schutz der nationalen Sicherheit angelastet werden, wie befreundete Aktivisten und Hongkonger Zeitungen am Freitag berichteten.

Die Festgenommenen seien nach China gebracht worden. Die chinesische Küstenwache bestätigte, dass mehr als zehn Personen unter dem Verdacht der "illegalen Grenzüberquerung" festgenommen worden seien. Unter ihnen sei eine Person mit dem Nachnamen Li. Nach Angaben des bekannten Hongkonger Aktivisten Joshua Wong waren auch die anderen an Bord in die prodemokratischen Demonstrationen in Hongkong verwickelt gewesen und wollten nach Taiwan flüchten.

Vor geheimes Gericht

Ihre Mitstreiter in Hongkong sorgen sich um ihr Schicksal. "Es ist besorgniserregend, dass sie vor Chinas geheime Gerichte kommen und in schwarze Gefängnisse gesteckt werden könnten – mit begrenztem Zugang zu Anwälten und dem hohen Risiko, unter Folter zu Geständnissen gezwungen zu werden", schrieb Wong auf Twitter. Er verwies auf die noch strengeren Staatssicherheitsgesetze in China und andere drakonische Gesetze. "Wir hoffen, dass die Welt die Entwicklung im Auge hält und dass sie sicher zurückkommen können."

Der Erlass des Staatssicherheitsgesetzes Ende Juni als Reaktion auf die seit einem Jahr anhaltenden Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungsregion war international auf scharfe Kritik gestoßen. Es ist ein tiefer Eingriff in die Autonomie der früheren britischen Kronkolonie, die seit der Rückgabe 1997 an China nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" verwaltet worden war. Es richtet sich gegen Aktivitäten, die Peking als umstürzlerisch, separatistisch, terroristisch oder verschwörerisch ansieht. (APA, 28.8.2020)