Die Skyline von San Francisco verschwand im dichten Rauch der umliegenden Waldbrände.

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In Kalifornien ging bei Waldbränden eine Fläche, die zwölfmal so groß wie das Wiener Stadtgebiet ist.

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San Francisco – Die weltberühmte Skyline von San Francisco im US-Bundesstaat Kalifornien war am Donnerstag in dichten Rauch gehüllt. Mehr als 15.000 Feuerwehrleute aus mehreren Bundesstaaten kämpfen seit fast zwei Wochen verzweifelt gegen die Waldbrände, denen in der Region rund um die San Francisco Bay schon jetzt ein Gebiet, das zwölfmal so groß wie Wien ist, zum Opfer gefallen ist – und die bisher sieben Menschen das Leben gekostet haben. Nun stellen sich wegen des günstigeren Wetters erste Erfolge ein. "Wir machen große Fortschritte", sagte Feuerwehr-Sprecher Daniel Berlant am Donnerstag.

Feuchtere Luft und schwächere Winde haben die Arbeit der Retter zuletzt begünstigt, knapp ein Drittel der Brände, die seit zwei Wochen durch außergewöhnlich viele Blitzeinschläge entfacht werden, ist nach Angaben der Behörden mittlerweile unter Kontrolle. Doch die Gefahr sei noch nicht gebannt, neue Feuer noch immer möglich. In den letzten 24 Stunden seien mehr als zwei Dutzend Blitze eingeschlagen. "Und die Brandsaison dauert noch drei Monate an", wie die Zeitung San Francisco Chronicle anmerkt.

Die erste Bilanz der Katastrophe: sieben Todesfälle, 1.890 zerstörte Gebäude, mehr als 5.400 Quadratkilometer verkohltes Land – eine Fläche, die zwölfmal so groß wie das Wiener Stadtgebiet ist. Ein Anstieg dieser Zahlen wird befürchtet, wenn das gesamte Ausmaß der Schäden bekannt wird. Zwei der verheerenden Brände in der Umgebung von San Francisco zählen flächenmäßig zu den größten in der Geschichte Kaliforniens.

"Ein weiterer Beweis"

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom, ein Demokrat, der als vehementer Kritiker von US-Präsident Donald Trump gilt, macht den Klimawandel für die sich rasant ausbreitenden Brände verantwortlich, die bisher in diesem Jahr 25-mal mehr Fläche verbrannt haben als zu diesem Zeitpunkt 2019. "Dies ist ein weiterer Beweis dafür, dass der Klimawandel in unserem Staat bereits Realität ist", sagte Newsom. Trump hatte die Region am Sonntag zum Krisengebiet erklärt und die Zusammenarbeit mit Newsom ausdrücklich gelobt.

Neben dem bevölkerungsreichen Kalifornien melden derzeit 13 weitere US-Bundesstaaten Waldbrände, darunter Arizona, Oregon und Alaska, wie die Behörde National Interagency Fire Center auf ihrer Homepage bekanntgab. Laut den Behörden in Kalifornien, die allein 24 Waldbrände verzeichnen, haben die Schwere und die Häufigkeit der Feuer in den vergangenen Jahren zugenommen.

Israel schickt Feuerwehr-Spezialkräfte

Israel schickt Spezialkräfte der Feuerwehr sowie Rettungsexperten nach Kalifornien, um dort bei der Bekämpfung der zahlreichen Brände zu helfen. Die Delegation solle am Sonntag aufbrechen, teilte das Außenministerium in Jerusalem am Freitag mit.

Es sei ein rund zweiwöchiger Einsatz in dem Bundesstaat an der Westküste der USA geplant. Teil des Teams seien auch Experten für Waldbrände und Buschfeuer. (red, APA, 28.8.2020)