Der KTM-Hersteller Pierer Mobility AG hat im Halbjahr 2020 einen Verlust von fast zehn Millionen Euro geschrieben.

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Wien/Wels – Der KTM-Hersteller Pierer Mobility AG hat im Halbjahr 2020 einen Verlust geschrieben. Minus 9,6 Millionen Euro standen Ende Juni unterm Strich, nach einem Gewinn von 29,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, teilte das Unternehmen am Montag mit. Zugesetzt hat der Firma ein zweimonatiger Produktionsstopp aufgrund des Corona-Lockdowns.

Wegen Störungen der Lieferkette in Norditalien und Spanien habe man die Produktion in Mattighofen im März stoppen müssen, heißt es im Halbjahresbericht. Rund 3.000 Mitarbeiter wurden in Kurzarbeit geschickt, die Betriebsunterbrechung von August wurde teilweise vorgezogen und Urlaubs- und Zeitausgleichsstände wurden abgebaut.

Kurzarbeit mit Ende Mai beendet

Erst Mitte Mai wurde der Fahrzeugzusammenbau wieder aufgenommen, die Kurzarbeit wurde für alle Mitarbeiter mit Ende Mai beendet. Zum Ende des ersten Halbjahres 2020 beschäftigte das Unternehmen 4.329 Mitarbeiter, davon 3.592 in Österreich. Rund 800 Mitarbeiter in der Gruppe sind in Forschung und Entwicklung tätig.

"Bis auf weiteres sind derzeit keine Engpässe zu erwarten", so das Unternehmen. Man habe jedoch die Lieferantenrisikobewertung neu überarbeitet, um künftig Risiken schneller erkennen und lösen zu können. Zudem sei ein "Programm zur Vorwarnung jeglicher globalen Ereignisse, welche sich direkt oder indirekt auf die Lieferkette auswirken", implementiert worden.

Verhaltesnkodex

Weiters habe man einen Verhaltenskodex für die Mitarbeiter eingeführt, um die Produktionskapazitäten sichern zu können. "Trotz eines herausfordernden Marktumfelds besteht generell das Ziel, die Marktanteile in den für KTM und Husqvarna wichtigen Märkten weiter zu erhöhen", heißt es im Unternehmensausblick. Vor allem in Australien und in den USA hätten sich die Märkte im Halbjahr überraschend stark entwickelt.

Wie bereits im Juli berichtet, brach das operative Ergebnis im ersten Halbjahr von 46,6 Millionen Euro auf 1,7 Millionen Euro ein, blieb aber damit knapp im positiven Bereich. Der Umsatz ging von 754,9 auf 600 Millionen Euro zurück. (APA, 31.8.2020)