Melzer wird nun offenbar im Doppel antreten.

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New York – Jürgen Melzer ist hauchdünn einem Spielverbot bei den US Open entgangen. Der 39-jährige Doppel-Spezialist spielt mit dem Franzosen Edouard Roger-Vasselin, dieser war im Umfeld seines positiv auf Covid-19 getesteten Landsmanns Benoit Paire gewesen. "Ich bin extrem froh, dass wir spielen dürfen", meinte Melzer am Dienstag aus New York.

"Vor drei Tagen wurde Paire positiv getestet. Edouard rief mich dann in der Nacht an, dass er in Isolation muss und sie noch nicht wissen, ob wir spielen dürfen oder nicht", berichtete Melzer. Das Duo hatte schon mit der Auslosung Pech gehabt, trifft es doch gleich zum Auftakt auf die topgesetzten Kolumbianer Juan Sebastian Cabal/Robert Farah.

Kein Training

"Am nächsten Tag zu Mittag sind dann neue Richtlinien rausgekommen, was sie machen müssen, damit sie spielen dürfen. Das heißt, jeden Tag einen Test, sie müssen in ihrem Zimmer bleiben und sie haben auf der Anlage im Louis Armstrong Stadion ein Zimmer gekriegt, in dem sie essen dürfen."

Melzer ist froh, auch wenn er es nicht als optimal empfindet. "Ich kann keine Zeit mit ihm verbringen." Nun steht freilich auch hinter dem weiteren Turnierplan ein großes Fragezeichen, denn eigentlich wollten Melzer/Roger-Vasselin bei früherem Ausscheiden kommende Woche in Kitzbühel spielen. "Ich hoffe natürlich, dass wir weit kommen. Aber wenn wir früh verlieren, muss Edouard in Quarantäne bleiben, anscheinend für 14 Tage. Das würde bedeuten, dass wir kein Kitzbühel spielen könnten und Rom gefährdet wäre."

Ärger über Djokovic

Melzer hatte zuletzt auch als ATP-Spielerratsmitglied einiges um die Ohren. Novak Djokovic als Präsident sowie auch Vasek Pospisil und John Isner waren allesamt zurückgetreten und kündigten an, einen eigenen Spielerverband (PTPA) zu gründen. "Ich habe bis jetzt noch nicht wirklich verstanden, was das Endziel ist. Bessere Spielervertretung schön und gut, wenn du das schon von innerhalb der ATP nicht schaffst, wie willst du es dann von außerhalb schaffen?", fragte Melzer.

Zudem dürfe ein Verband nicht streiken. "Ich wüsste nicht, welches Druckmittel die haben. Die Fragen, die wir gestellt haben, sind nicht beantwortet worden. Was mich ärgert, ist, dass die das alles vom Council aus geplant haben. Das ist hinterrücks, und das taugt mir nicht." (APA, 1.9.2020)