Die Snapdragon 400-Reihe wird auch um 5G-Konnektivität erweitert.

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Die fünfte Mobilfunkgeneration 5G mit hohen Datenübertragungsraten wird nach Einschätzung von Qualcomm-Präsident Cristiano Amon in naher Zukunft von quasi jedem neuen Smartphone unterstützt werden. Das stellte Amon am Donnerstag in der Eröffnungsrede der Technikmesse IFA in Aussicht. Bisher ist 5G nur in teuren Spitzen-Smartphones sowie einigen Mittelklassegeräten verfügbar.

Die Verbreitung von 5G werde durch neue Chips der Snapdragon 400-Serie angetrieben:, die 2021 verfügbar werden. "Sie werden das Versprechen einlösen, 5G für alle Smartphonenutzer verfügbar zu machen." Mit ihnen sei es möglich, den neuen Mobilfunkstandard auch mit günstigeren Geräten von Herstellern wie Motorola, Oppo und Xiaomi ab 125 Dollar (105 Euro) zu unterstützen. 5G bietet nicht nur höhere Datenübertragungsraten, sondern auch geringere Laufzeiten (Latenz), was für Anwendungen wie Telemedizin oder bestimmte Spiele entscheidend ist. Außerdem kann man mit 5G viel besser eine größere Anzahl von Geräten in einer Funkzelle versorgen, etwa in einem voll besetzten Fußballstadion.

Schnelle Ausbreitung von 5G erwartet

Claudia Nemat, Vorstandsmitglied Technologie & Innovation der Deutschen Telekom AG, kündigte in einem eingeblendeten Videoclip an, 5G werde bis zum Jahresende in Deutschland zwei Drittel der Bevölkerung erreichen. 5G ist nach Angaben von Qualcomm derzeit in 80 öffentlichen Netzwerken in mehr als 35 Ländern in Afrika, Asien, Europa, Nordamerika, Ozeanien/Australien und Südamerika verfügbar. In diesen Regionen gebe es 3,5 Milliarden Smartphoneanwender.

Qualcomm ist der weltgrößte Hersteller von Mobilfunkchips. Für die Verbreitung von 5G dürfte aber auch das iPhone von Apple eine wichtige Rolle spielen, das nicht mit einem Snapdragon-Chip von Qualcomm läuft. Nach einer Einigung im Patentstreit zwischen Apple und Qualcomm erwarten Experten, dass das im Herbst erwartete iPhone 12 auch 5G unterstützen wird. Bisher unterstützen die Smartphones von Apple nur 4G (LTE). (APA, 03.09.2020)