Taifun Haishen wie er auf die japanische Halbinsel Kyushu zu wälzt.

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Seoul – Der mächtige Taifun Haishen hat nach seinem Durchzug durch Japan am Montag Südkorea erreicht. Dort mussten hunderte Flüge gestrichen werden. In der südkoreanischen Hafenstadt Busan stürzten Ampeln und Bäume um, Straßen standen unter Wasser und tausende Häuser waren ohne Strom. Auf Kyushu, einer der japanischen Hauptinseln, wurden nach einem Erdrutsch vier Menschen vermisst.

Hohe Wellen vor der südkoreanischen Stadt Busan.
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Eine halbe Million Menschen waren in Japan ohne Strom, nachdem Haishen mit starken Winden und Regenfällen gewütet hatte. Rettungshelfer arbeiteten sich in Miyazaki durch Schlamm und Trümmer, nachdem in der ländlichen Region ein Hang unter den Wassermassen nachgegeben hatte. Dutzende Polizisten seien auf dem Weg, um dort zu helfen, sagte der japanische Kabinettschef Yoshihide Suga vor Journalisten in der Hauptstadt Tokio. Bei zwei weiteren Opfern sei die Todesursache noch unklar.

Haishen bewegte sich an der Ostküste der koreanischen Halbinsel weiter Richtung Norden. Er wird voraussichtlich gegen Mitternacht Ortszeit im nordkoreanischen Chongjin erneut auf Land treffen, wie die südkoreanische Wetterbehörde mitteilte. Der Taifun verlor inzwischen etwas von seiner zerstörerischen Kraft, Windböen hatten aber weiter eine Stärke von bis zu 126 Stundenkilometern.

Die starken Regenfälle führten zu Überschwemmungen in der südkoreanischen Stadt Ulsan.
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Dutzende Verletzte in Japan

In Japan wurden nach Angaben der Behörden mehrere Dutzend Menschen durch den Sturm verletzt, die meisten von ihnen aber nur leicht. Bei den Verletzten handelte es sich überwiegend um ältere Menschen, die während des Sturms stürzten.

Die Behörden hatten mehr als sieben Millionen Menschen vor allem auf Kyushu dazu aufgerufen, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. In einigen Städten mieteten sich die Menschen in Hotels ein, da sie wegen der Corona-Pandemie nicht in Massenunterkünften Unterschlupf suchen wollten. Auch lokale Behörden rieten von überfüllten Notunterkünften ab.

Montag früh waren nach Angaben des Unternehmens Kyushu Electric Power rund 476.000 Haushalte ohne Strom. Auch wurden hunderte Flüge gestrichen und zahlreiche Bahnverbindungen unterbrochen. Nach ersten Einschätzungen der japanischen Behörden waren die Schäden durch Haishen jedoch weniger schlimm als befürchtet.

Zehnter Wirbelsturm der Saison

Haishen ist der zehnte Wirbelsturm der Saison und der zweite innerhalb einer Woche, der den Süden Japans heimsuchte. Auch Nordkorea war erst kürzlich von einem Taifun getroffen worden, der schwere Schäden hinterlassen hatte. Die staatlichen Medien verbreiteten am Wochenende Bilder von Machthaber Kim Jong-un beim Besichtigen der Schäden. Dem Bericht zufolge befahl er 12.000 Parteimitgliedern, die Aufräumarbeiten zu unterstützen.

Im südkoreanischen Hafen von Busan suchen Schiffe Schutz vor dem anrasenden Sturm.
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Frachter am Mittwoch gesunken

Bereits am Mittwoch war der Frachter Gulf Livestock 1 mit 43 Seeleuten und 6.000 Kühen an Bord während des Durchzugs von Taifun Maysak etwa 185 Kilometer westlich der Insel Amami-Oshima gesunken. Zwei Überlebende – beide philippinische Seeleute – konnten geborgen werden, dutzende weitere Besatzungsmitglieder werden noch vermisst. Am Samstag stellte die japanische Küstenwache die Suche nach Überlebenden ein. (APA, 6.9.2020)