Will, dass sich die BBC auf Unparteilichkeit konzentriert: Tim Davie.


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London – Der neue BBC-Chef Tim Davie forciert strengere Social-Media-Regeln für die Mitarbeiter. Bei einem Treffen in Cardiff forderte er mehr Zurückhaltung und Unparteilichkeit von Moderatoren und Reportern, berichtete der "Guardian". Wenn jemand ein Kolumnist sein oder Kampagnen in sozialen Medien betreiben wolle, sei das eine berechtigte Entscheidung, aber man solle dann nicht bei der BBC arbeiten, wird Davie zitiert. Die neuen Regen würden "rigoros vollstreckt", so der BBC-Chef.

Mit der Konzentration auf die Unparteilichkeit wolle man den Vorwürfen der Parteilichkeit von beiden Seiten des politischen Spektrums begegnen. Davies Ansagen dürften sich speziell gegen mehrere BBC-Stars richten, von denen manche wie Laura Kuenssberg oder Andrew Neil in den vergangenen Monaten tendenziöser Aussagen bezichtigt wurden.

Nebengeschäfte der BBC-Stars Visier

Davie will auch bei Stars durchgreifen, die ihren Status bei der BBC nutzen, um Geld bei Privatunternehmen zu machen. Es werde eine Klarstellung bei der Erklärung "externer Interessen" geben, kündigt er an.

Für Unmut statt Klarheit haben Davies Äußerungen indessen laut "Guardian" bei regelmäßigen freien Mitarbeitern der BBC gesorgt. So arbeiten etliche bekannte mit der BBC assoziierte Persönlichkeiten außerhalb des "news and current affairs"-Betriebs oder in zeitlich beschränkten Arbeitsverhältnissen. Die Frage, wie weit solche Mitarbeiter, darunter etwa "Match of the Day"- Moderator Gary Lineker, von den angekündigten Einschränkungen betroffen sind, wird hitzig diskutiert – derzeit auch noch von den Betroffenen selbst auf Twitter. (red, 7.9.2020)