Der ungarische Journalist Szabolcs Dull wird für sein Eintreten für Medienfreiheit und unabhängigen Journalismus ausgezeichnet.



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Budapest/Potsdam – Der ungarische Journalist Szabolcs Dull erhält den Medienpreis M100. Am 17. September wird Dull, ehemaliger Chefredakteur des größten ungarischen Nachrichtenportals index.hu, in Potsdam für sein Eintreten für Medienfreiheit und unabhängigen Journalismus ausgezeichnet, wie die Veranstalter am Montag mitteilten.

Die Laudatio für den im Juli entlassenen Journalisten hält die Menschenrechtskommissarin des Europarats, Dunja Mijatovic. Mit der Verleihung des internationalen Medienpreises solidarisieren sich die Veranstalter nach eigenen Angaben "ausdrücklich mit dem 36-jährigen Journalisten, seinem Eintreten für das Grundrecht der Pressefreiheit und seinen Kampf gegen außerredaktionelle Einmischung".

"Müssen aufstehen"

"Jedes Mal, wenn die Unabhängigkeit von Journalisten untergraben wird, wird die Demokratie untergraben", erklärte Mijatovic. "Deshalb müssen wir aufstehen, um Journalisten wie Szabolcs Dull vor unzulässigen Eingriffen in ihre Arbeit zu schützen."

Der Preis M100 wird seit 2005 jährlich an Menschen vergeben, die "Fußspuren" in der Welt hinterließen und sich für die europäische Verständigung sowie Meinungs- und Pressefreiheit einsetzen. Im vergangenen Jahr erhielt die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon die Auszeichnung. Weitere Preisträger sind unter anderen der italienische Schriftsteller Roberto Saviano, der dänische Karikaturist Kurt Westergaard und das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo". (APA/AFP, 7.9.2020)