Proteste in Teheran.

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Teheran – In der internationalen Ringer-Szene wird der Protest gegen das Todesurteil für den Iraner Navid Afkari lauter. Der 27-Jährige soll laut der iranischen Justiz 2018 bei einer Demonstration in Schiras einen Sicherheitsbeamten getötet haben. Afkari habe die Tat gestanden, hieß es. Der Ringer, seine Familie und Menschenrechtsorganisationen entgegnen, das Geständnis sei durch Folter erzwungen worden.

Das Geständnis sowie Aufnahmen der angeblichen Tat waren im iranischen Staatsfernsehen sowie im Videoportal Aparat zu sehen. Afkari wurde daraufhin zu Tode verurteilt. Seine beiden Brüder, die mit ihm zusammen an den Protesten gegen das islamische Regime teilgenommen hatten, erhielten hohe Gefängnisstrafen. Das Urteil ist vom obersten Gerichtshof des Landes bestätigt worden und somit rechtskräftig. Es soll aber erst in sechs Jahren vollstreckt werden.

Appell für Revision

Zahlreiche Iraner, auch renommierte Ringer, fordern in den sozialen Medien eine Revision des Urteils. "Die Ringer-Familie und die globale Sport-Gemeinschaft stehen hinter ihm. Wir kämpfen zusammen, um für Navid und seine Familie Gerechtigkeit zu bekommen", so der deutsche Topringer Frank Stäbler auf Instagram.

In der Vorwoche hatte auch US-Präsident Donald Trump die iranische Führung in einem Tweet aufgefordert, Afkari nicht hinzurichten. Teheran weist die Kritik zurück. Das Ausland solle einen Mörder aus politischen Erwägungen nicht heiligsprechen, einen Täter nicht zum Opfer machen und die Rechte des wahren Opfers und dessen Familie nicht ignorieren, hieß es von der iranischen Justiz laut Nachrichtenportal Tabnak. (APA, 7.9.2020)