Die Justiz von Ecuador hat die Haftstrafe gegen den früheren Präsidenten Rafael Correa wegen Korruption in letzter Instanz aufrechterhalten.

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Quito/Brüssel – Die Justiz von Ecuador hat die Haftstrafe gegen den früheren Präsidenten Rafael Correa wegen Korruption in letzter Instanz aufrechterhalten. Das oberste Gericht des südamerikanischen Landes wies am Montag die Berufungsanträge gegen das im April ergangene Urteil zurück, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Correa war wegen eines Korruptionsskandals zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil erging allerdings in Abwesenheit. Der 57-jährige lebt seit 2017 in Belgien.

Kein Comeback

Das Urteil bedeutet allerdings das Ende von Correas Plänen, im nächsten Jahr in seiner Heimat auf die politische Bühne zurückzukehren. Er hatte Mitte August angekündigt, bei Wahlen im Februar im Rahmen einer Linkskoalition für das Amt des Vizepräsidenten kandidieren zu wollen.

Durch die "in Rekordzeit" gefällte Entscheidung des obersten Gerichts sei seine Kandidatur verhindert worden, schrieb Correa am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Damit werde aber nur sein "Rückhalt im Volk" gesteigert, betonte er.

Korruptionsfall

Correa war schuldig befunden worden, seinen Wahlkampf im Jahr 2013 mit Bestechungsgeldern finanziert zu haben. Laut Staatsanwaltschaft soll er im Gegenzug für öffentliche Aufträge acht Millionen Dollar (6,8 Millionen Euro) von Unternehmen erhalten haben, unter anderem vom brasilianischen Baukonzern Odebrecht.

Der frühere Staatschef bezeichnet die Vorwürfe als politisch motiviert. Correa war von 2007 bis 2017 Präsident. Belgien, wo er seither lebt, ist das Geburtsland seiner Frau. (APA, AFP, 8.9.2020)