Der September hat angefangen, und in den kommenden Wochen und Monaten wird sich wohl einiges am Handymarkt tun. Neue iPhones stehen an, und auch viele andere Hersteller werden vor Weihnachten neue Modelle ins Rennen schicken.

Doch auch bis hierher hat sich in diesem Jahr einiges getan. Wer gerade auf der Suche nach einem neuen Smartphone ist, sollte ein Auge auf diese Geräte werfen:

Foto: Pocophone

Einsteigerklasse: Poco X3 NFC

Den Anfang der Liste macht das jüngste Gerät der Auswahl. Erst vor kurzem ist das das X3 NFC der Xiaomi-Ausgliederung Pocophone vorgestellt worden. Am 10. September startet es in den Handel. Und was man ab einem Preis von 230 Euro geboten bekommt, kann sich durchaus sehen lassen. Ein Snapdragon 732G, dem 6 GB RAM zur Seite stehen, deklariert das Smartphone als solide Mittelklasse. Abseits von anspruchsvolleren Spielen sollte es alle Alltagsaufgaben ordentlich bewältigen können.

Beim Display kommt ein IPS-LCD-Panel zum Einsatz (6,7 Zoll, 2.400 x 1.080 Pixel), das HDR10 sowie eine Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz unterstützt. Es gibt 64 oder 128 GB Speicher und der Akku ist mit 5.160 mAh sehr großzügig bemessen und sollte mit einer Aufladung selbst Poweruser weit über einen Tag an Nutzungszeit bescheren. Er unterstützt Quickcharge mit 33 Watt und lässt sich in 30 Minuten auf über 60% befüllen.

Nicht zu vergessen ist auch die Kamera, die mit drei Fotosensoren (64 MP Weitwinkel, 12 MP Ultraweit, 2 MP Makro) sowie einem Modul zur Tiefenerkennung ausgestattet ist. Die Frontkamera bietet einen 20 MP-Sensor. Vorinstalliert ist Android 10 in der Geschmacksrichtung MIUI 12. Viel dürfte man mit diesem Gerät nicht falsch machen können, dennoch raten wir natürlich, die ersten Testberichte abzuwarten.

Foto: DER STANDARD/Pichler

Mittelklasse: OnePlus Nord

In etwas teureren Preisgefilden findet man OnePlus erstes Handy der oberen Mittelklasse seit dem OnePlus X vor fünf Jahren. Das OnePlus Nord vereinigt einen Snapdragon 765G, dazu gibt es 8 bis 12 GB RAM und 128 oder 256 GB Onboardspeicher.

Für den Mehrpreis zum Poco X3 bekommt man neben dem flotteren Prozessor auch einen AMOLED-Bildschirm (6,4 Zoll, 2.400 x 1.080 Pixel), der 90-Hz-Unterstützung und ebenfalls HDR10 bietet. Das große Highlight für diese Preisklasse ist allerdings nicht das Display, sondern der Support für den neuen Mobilfunkstandard 5G. Das Nord ist hier bislang die günstigste Variante unter den 5G-kompatiblen Telefonen bekannter Hersteller.

Bei der Kamera gibts ein Triple-Modul plus Tiefensensor (48 MP Weitwinkel, 8 MP Ultraweit, 2 MP Makro) sowie eine duale Selfie-Cam (32+8 MP). Die Hauptkamera zeigte sich im STANDARD-Test etwas wankelmütig, der Hersteller hat allerdings Abhilfe über Softwareupdates angekündigt, von denen eines vor kurzem freigegeben wurde.

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Foto: Xiaomi

Flaggschiff: Mi 10

Rund 150 Euro weiter oben, ab etwa 550 Euro, wechseln wir in die Flaggschiff-Kategorie. Als attraktives Paket bietet sich hier Xiaomis Mi 10 an. Mit dem Snapdragon 865 ist hier der derzeit schnellste Smartphone-Chip von Qualcomm verbaut. Das 6,7-Zoll-AMOLED-Display (2.340 x 1.080 Pixel) beherrscht 90-Hz-Wiedergabe und HDR10, bei den Speicheroptionen kann man zwischen Konfigurationen mit 8 und 12 GB RAM bzw. 128 und 256 GB Onboardspeicher wählen.

An Performance mangelt es dem Handy ebensowenig, wie an sonstigen Features. Es beherrscht 5G, 30-Watt-Schnellladung – auch drahtlos und mit Reverse Charging für andere Geräte – und die Hauptkamera (Weitwinkel) bietet eine Auflösung von 108 Megapixel, die via Pixel Binning und weiterer "Softwaremagie" für gute Fotos bürgt. Dazu gesellen sich eine 13 MP-Ultraweitwinkelkamera und ein 2-MP-Makromodul sowie ein Tiefensensor. 20 MP gibt es auf der Frontseite für Selfies.

Foto: DER STANDARD/Proschofsky

Premium-Flaggschiff: Samsung Note 20 Ultra

Das obere Ende der Preisskala bevölkert Samsungs neuestes Spitzengerät, das Note 20 Ultra, für das man wenigstens 1.300 Euro auf den Tisch legen muss. Dafür bekommt man aber auch ein Gerät, das sprichwörtlich "alle Stückl’n" spielt. Auf dem Exynos 990-Unterbau mit 12 GB RAM sowie 128 bis 512 GB Speicher sitzt ein üppiges 6,9-Zoll-AMOLED-Display mit 3.088 x 1.440 Pixel, das 120 Hz und HDR10-Support bietet. Und, wie es sich für diese Serie ziemt, ist auch ein Stift dabei, mit dem man sich nach Herzenslust mit Skizzen, Notizen, Zeichnungen und allerlei anderen Features austoben darf.

Auch bei der Kamera klotzt Samsung. Das Triple-Modul liefert eine 108-MP-Weitwinkel-Kamera, einen 12-MP-Telefotosensor mit Periskop-Linsenkonstruktion, die fünffachen optischen Zoom bietet sowie eine Ultraweit-Kamera, die ebenfalls mit 12 MP auflöst. Und im STANDARD-Test zeigt sich, dass das Note 20 Ultra damit auch sehr schöne Fotos schießt.

Dazu gesellen sich allerlei weitere Extras. Den Akku etwa kann man nicht nur drahtlos laden, sondern, wie beim Mi 10, mit dem Handy selbst auch andere Geräte ohne Kabel mit Strom auftanken. Das Telefon ist auch offiziell als wasser- und staubdicht nach IP68-Standard zertifiziert, hält also bis zu 30 Minuten in einer Meter Tiefe im Süßwasser durch. Und wer das Handy als Computerersatz verwenden mag, darf sich über "Dex" freuen.

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Foto: DER STANDARD/Proschofsky

Für Android-Puristen: Google Pixel 4a

Für einen Straßenpreis ab rund 350 Euro bei Händlern, die Googles neuestes Handy importiert haben, kann sich das Pixel 4a absolut sehen lassen. Ausreichend Power für so ziemlich alle gängigen Aufgaben verschafft Snapdragons 730G-Chip. Die Speicherausstattung darf sich mit 6 GB RAM und 128 GB Onboardspeicher auch sehen lassen. Und auch sonst ist abseits von 5G auch ein passables Set an Features an Board.

Drahtloses Laden oder eine Multimodul-Kamera sucht man vergebens, doch dass Google mit seinen Algorithmen auch aus einer einzelnen 12-MP-Telefotokamera viel rausholen kann, weiß man bereits von früheren Pixel-Handys.

Geschätzt wird die Reihe aber vor allem für die "Google Experience". Statt umfassend angepasster Oberfläche und allerlei Bloatware gibt es hier ein "pures" Android-Erlebnis mit so manchen Pixel-Sonderfeatures und zügige Softwareupdates.

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Foto: AP

Apple: iPhone SE 2

Nach vier Jahren hat Apple beschlossen, seinen günstigeren Straßenfeger, das iPhone SE, neu aufzulegen. Und das kompakte Paket – das 4,7-Zoll-Display (IPS, 1.334 x 750 Pixel) macht es zu einem der kompaktesten Smartphones, die zuletzt erschienen sind – hat es in sich. Den unter der Haube werkt Apples A13 Bionic (3 GB RAM), der auch in den aktuellen Spitzengeräten des Herstellers zu finden ist und die Chips der meisten Android-Handys leistungstechnisch hinter sich lässt. Für ein Handy, das ab 450 Euro zu haben ist, eine ziemliche Kampfansage.

Bei der Speicherausstattung kann man zwischen 64 und 256 GB wählen. An anderer Stelle wurde allerdings etwas gespart. In Sachen Kamera muss man sich mit einem einzelnen Sensor auf jeder Seite des Handys zufrieden geben. Auch wenn man damit auf einen hybriden oder optischen Zoom und manche anderen Spielereien verzichten muss, liefert das neue SE mit seiner 12-MP-Weitwinkelkamera passable Fotos.

Dafür ist das Smartphone ebenfalls als wasser- und staubdicht zertifiziert (IP67). Der Akku ist mit 1.800 mAh nicht übermäßig groß bemessen, kann aber schnellgeladen und auch drahtlos mit Strom versorgt werden. Vorinstalliert ist, wenig überraschend, iOS 13. Freilich: Wer "the latest and greatest" haben möchte, muss zu den wesentlich teureren "Standard-iPhones" greifen. Deren nächste Generation wird wohl in den kommenden Wochen vorgestellt.

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(gpi, 8.9.2020)