Proteste von Anhänger*innen der Oppositionspartei EFF vor einer der Drogeriefilialen.

Foto: AP / Shiraaz Mohamed

Johannesburg – Eine als rassistische Drogeriewerbung hat in Südafrika zu teilweise chaotischen Protesten von Anhänger*innen der Oppositionspartei EFF vor Geschäften der Handelskette geführt. Sie hatte bei einer Internetwerbung für Shampoo das glatte Haar weißer Frauen als Schönheitsideal dem von schwarzen Frauen gegenübergestellt. In der Anzeige wurde natürliches schwarzes Haar als "trocken und beschädigt", "kraus und stumpf" bezeichnet, während das Haar weißer Menschen als "fein und flach" und "normal" bezeichnet wurde.

Mit einer Entschuldigung war die Werbung später von der Kette zurückgezogen worden. Die EFF hatte das als ungenügend angesehen und angesichts der als rassistisch und verletzend eingestuften Werbung zu Protesten aufgerufen. Auf TV-Bildern waren geschlossene oder blockierte, aber verwüstete Filialen zu sehen.

Haare als heikles Thema

Die Menschenrechtskommission des Landes hat nach Angaben des TV-Senders eNCA um ein Treffen mit dem Management der Handelskette gebeten. Deren Vorstandschef erklärte dem Sender, er selbst sei von der Werbung überrascht worden und untersuche den Fall. Zwei Mitarbeiter*innen seien wegen des Vorfalls freigestellt worden. Nach ersten Erkenntnissen war die Werbung von dem amerikanischen Produktanbieter übernommen worden. Haar gilt in vielen Teilen Afrikas als heikles Thema – in Südafrika war es zur Zeit der staatlich verordneten Rassentrennung (Apartheid) ein Kriterium für die gesellschaftliche Einordnung. (APA, red, 9.8.2020)