Besser hätte die Saison auch nicht starten können: Das neue Dream-Team der Tampa Bay Bucccaneers gegen die New Orleans Saints. Tom Brady zog zum ersten Mal seit zwanzig Jahren eine neue Team-Uniform an, musste sich den Saints aber mit 23:34 geschlagen geben. Dabei starteten die Bucs gleich mit einem Touchdown im ersten Drive: Brady selbst ließ es sich nicht nehmen, den Ball für einen Yard in die Endzone zu tragen. Brees konterte aber über seine Backfield-Universalwaffe Alvin Kamara, der für den Ausgleich sorgen konnte. Dann, wieder untypische Szenen von Brady, eine Ball in die Hände eines Gegenspielers – der anschließende Ballbesitz wurde abermals von Kamara in weitere Punkte verwandelt. Nach einem geblockten und im Anschluss selber verwerteten Field Goal, gingen die Saints mit einer 17:7 Führung in die Pause.

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Brady (239 Yads, 23/36, zwei TDs) warf allerdings direkt seine zweite Interception, Cornerback Jenoris Jenkins fing das Ei ab und trug es auch direkt in die Endzone. Die komfortable Führung der Saints geriet trotz eines Touchdowns von Bucs-Tight End O.J. Howard nicht mehr in Gefahr. Brees (160 Yards, 18/30, zwei TDs) warf noch einen Touchdown-Pass auf Neuzugang Emmanuel Sanders. New Orleans konnte Brady kontinuierlich unter Druck setzen und auch drei Mal zu Boden reißen.

Es war ein Spektakel und natürlich auch etwas sehr Neues, Tom Brady in einer anderen Montur zu sehen. Die Saints behielten die Oberhand, obwohl die großen Stats von Brees als auch Receiver Michael Thomas (17 Yards, drei Receptions) ausblieben. Man darf sich schon auf das zweite Saisonduell der beiden Teams freuen.

Cam kann‘s noch

Nachdem die New England Patriots den Vertrag von Brady nicht mehr verlängerten, musste ein neuer Spielmacher her: Cam Newton, wertvollster Spieler der Saison 2015, schloss sich dem Imperium von Coaching-Mastermind Bill Belichick für einen Minimum-Einjahrersdeal von einer Million Dollar an und bewies, dass er es zumindest noch über das Laufspiel drauf hat. Zwei Rushing-Touchdowns (75 Yards) sowie 155 Yards (15/19) durch die Luft. Zusammen mit Runningback Sony Michel (37 Yards, ein TD) sorgte Newton für die Punkte seines neuen Teams und damit auch für den 21:11 Sieg über die Miami Dolphins.

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Generell scheinen die Pats Gefallen am Laufspiel gefunden zu haben, gleich 42-mal rief Belichick ein Laufspiel aus. Bei den Fins startete einmal mehr Ryan Fitzpatrick als Quarterback, er kam auf 191 Yards (20/30), keinen Score, dafür aber drei Interceptions. Stephon Gilmore, Defensive Player der abgelaufenen Saison konnte Fitzmagic einmal picken, hielt Miami aber auch mit zwei kritischen Pass Interferences immer wieder im Spiel. Deshalb wurde es im Schlussviertel auch ganz kurz einmal spannend. Aber halt eben nur kurz – im Grunde genommen ein ungefährdeter Sieg der Pats.

Es gibt wieder Feuerwerk

Schon in der vergangenen Saison stellten die Baltimore Ravens die gefährlichste Offensive der Liga – zumindest in der Regular Season. Angeführt von MVP Lamar Jackson (275 Yards, 20/25, drei TDs) dominierte man die Cleveland Browns nach Strich und Faden: 38:6 Sieg. Jackson überzeugte auf ganzer Linie, legte noch 45 Rushing-Yards drauf und fand zwei Mal seinen Tight End Mark Andrews sowie einmal Willie Snead in der Endzone. Für die restlichen Touchdowns sorgte Rookie-Runningback J.K. Dobbins, der für zwei Scores in seinem Debüt sorgte.

Defensiv von Beginn an überlegen, konnte man Browns-QB Baker Mayfield (189 Yards, 21/39, ein TD, eine INT) gleich im ersten Spielzug intercepten und so schon die Richtung für das weitere Spielgeschehen vorgeben. Neo-Browns-Head Coach Kevin Stefanski stellte sich sein Debüt sicherlich anders vor, versuchte unter anderem mit einem frühen Fake-Punt-Spielzug zu überraschen, musste sich aber dem besseren Team geschlagen geben. Zwischenzeitlich gab es aber auch lichte Momente: Das Laufspiel-Tandem um Kareem Hunt (72 Yards) und Nick Chubb (60 Yards) kann für Furore sorgen, das aktive Anspielen von Tight End David Njoku (50 Yards, ein TD) sollte forciert werden. Baltimore ist einfach einer der undankbarsten Gegner in Woche 1.

Lichtblicke in Seattle

Es könnte tatsächlich ein Paradigmenwechsel in der eingesessenen Philosophie von Seahawks-Head Coach Pete Carroll stattfinden. Beim 38:25 Sieg seiner Seattle Seahawks über die Atlanta Falcons ließ man Quarterback Russell Wilson schnell und häufig von der Leine. Endlich passen, endlich kein Rückstand, endlich keine Wunder vollbringen müssen. Wilson brachte seine ersten zwölf Pässe an, schloss das Spiel mit satten 322 Yards (31/35) und vier Touchdowns ab. So erfrischend und effektiv – insgesamt liefen die Seahawks nur 20-mal mit dem Ball (Carlos Hyde fand dabei einmal den Weg in die Endzone). Der Rest ging also durch die Lust, DK Metcalf ließ einen einfach fangbaren Ball fallen, kam aber auf 95 Yards und einen TD. Runningback Chris Carson fing zwei Touchdown-Pässe, Veteran Greg Olsen einen. Seattle hat defensive mit Jamal Adams einen echten Leader dazubekommen, der einfach immer und überall anzutreffen ist: Zwölf Tackles, ein Sack, zwei Tackles für Raumverlust – mehr geht fast nicht, vor allem nicht im ersten Spiel für den neuen Arbeitgeber. Bobby Wagner spielte dominant und machte alles zu, Quandre Diggs sorgte für einen Pick. So aufspielend, kann diese Mannschaft durchaus heiß werden.

Atlanta lebt ebenfalls vom Quarterback: Matt Ryan (450 Yards, 37/54, zwei TDs, eine INT) versuchte alles, zeigte sich wie Wilson extrem genau (14 aufeinanderfolgende erfolgreiche Pässe) und bediente seine Receiver nach Belieben: Julio Jones (157 Yards), Calvin Ridley (130 Yards, zwei TDs), Russell Gage (114 Yards) kamen alle auf neun Receptions und großen Raumgewinn. Vieles passierte als das Spiel schon entschieden war, dennoch sollte man nicht vergessen, wie gefährlich Ryan mit seinem Pass-Spiel sein kann. Todd Gurley kam in seinem ersten Spiel als Falke auf 56 Yarrds und einen Touchdown, hatte es gegen die D-Line samt Jamal Adams aber alles andere als leicht.

Lang lebe die Minshew-Mania!

Die Jacksonville Jaguars haben in der Offseason vor allem mit sehr fragwürdigen Abgängen von sich Rede gemacht – ein Sieg gegen die Indianapolis Colts und ihren neuen Spielmacher Philip Rivers (363 Yards, 36/46, ein TD, zwei INTS) galt als unwahrscheinlich. Und trotzdem sollte er einsetzen: 27:20 Erfolg! Jaguars-QB Gardner Minshew zeigte weder Nerven noch Respekt, brachte 19 von 20 Pässe für 173 Yards und drei Scores bei seinen Mitspielern an. Keelan Cole (47 Yards), Rookie Laviska Shenault (37 Yards) und D.J. Chark konnten das Ei in der Endzone unter Kontrolle bringen. Mit dem undrafted Rookie und Leonard Fournette-Ersatzmann James Robinson, (62 Yards, 16 Versuche, eine 28-Yard-Reception) hatte Minshew zudem Unterstützung über das Laufspiel.

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Beim Washington Football Team stach Chase Young heraus, auch hier konnte mit C.J. Henderson ein weiterer Rookie auf der defensiven Seite für Furore sorgen: eine Interception, drei abgelenkte Pässe, fünf Tackles im ersten Spiel des Cornerbacks.

Bei den Colts fühlte sich vieles vertraut an, obwohl Philip Rivers erst sein Debüt für Indianapolis gab. Er verteilte die Bälle auf Parris Campbell (71 Yards) sowie Rookie-Runningback Jonathan Taylor (67 Yards) als auch T.Y. Hilton (53 Yards), ließ aber zu viele Chancen auf Punkte liegen und warf eine kritische Interception 4:32 Minuten vor Schluss. Rookie-Kicker Rodrigo Blankensship vergab zudem ein Field Goal aus 30 Yards.

Josh Allens Wahnsinn

Die Buffalo Bills haben sich mit 27:17 gegen die New York Jets durchgesetzt und damit einen wichtigen Sieg in der Division einfahren können. Die Statline von Bills-QB Josh Allen (312 Yards, 33/46, zwei TDs) ließt sich gepaart mit seinen 57 Rushing-Yards samt Touchdown ja außerordentlich gut. Das Problem dabei: Ballsicherheit und weiterhin äußerst zweifelhafte Genauigkeit. Zwei Mal verlor er den Ball, das Play als er seinen Receiver John Brown (70 Yards, ein TD) komplett frei in der Endzone meilenweit überwarf, wird man in den kommenden Tagen und Wochen noch sehr häufig sehen. Wasser auf den Mühlen der Kritiker – aber wen kümmert’s solange es zum Sieg reicht. Neo-Bill Stefon Diggs scheint schon schnell eine Verbindung mit Allen aufgebaut zu haben, der ehemalige Receiver der Minnesota Vikings kam auf die meisten Catches seines Teams (acht) und auch den größten Raumgewinn (86 Yards). Rookie-RB Zack Moss fand zudem einmal den Weg in die Endzone.

Die Jets schienen lange Zeit scheintot, irgendwann machte es aber Klick und man wachte auf. Jets-QB Sam Darnold darf angesichts seines horriblen Head Coaches Adam Gase und dem wohl schlechtesten Supporting-Cast aller Teams wohl auch als ärmste Sau der Liga bezeichnet werden, er warf aber immerhin 215 Yards (21/35) und je einen Score bzw. Pick. Jamison Crowder war mit sieben Fängen bei 115 Yards samt Touchdown wichtigste Anspielstation von Darnold. Aber ganz ehrlich – Gase hätte nicht als Head Coach in die neue Saison gehen dürfen. Da geht einfach gar nichts. Le’Veon Bell (14 Yards, sechs Versuche) musste verletzt raus, der ewige Frank Gore kam auf 24 Yards bei ebenfalls sechs Läufen.

Offensivspektakel in Minneapolis

Es gibt ein paar ungeschriebene Football-Faustregeln, eine davon lautet: Stelle nie das Spiel von Aaron Rodgers in Frage oder reize ihn. Nachdem sich die Packers von vielen den Vorwurf gefallen lassen mussten, in der vergangenen Saison überperformt zu haben und außerdem mit Jordan Love im Draft ein potentieller Rodgers-Nachfolger in der ersten Runde gezogen wurde, zeigte der 36-jährige Rodgers, was er noch im Tank hat: Der MVP der Jahre 2011 & 2014 gab beim 43:34 Sieg seiner Green Bay Packers über die Minnesota Vikings eine atemberaubende und makellose Leistung ab, warf für 364 Yards (32/44) und vier Touchdowns. Punktgenau bediente er seinen Lieblingsmitspiele Davante Adams (14 Receptions, 156 Yards, zwei TDs) in der ersten Hälfte zur 15:7 Führung. Der 45-Yard TD auf Valdes-Scantling tat dann sein Übriges. So ein Rodgers under Center ist nur sehr schwer zu stoppen, mit Runningback Aaron Jones (66 Yards, ein TD) steht weiterhin eine gefährliche Waffe zur Verfügung.

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Es ging zunächst hin und her, ehe der Faden bei den Vikings im dritten Viertel riss, nur um im Schlussviertel noch einmal heranzukommen. QB Kirk Cousins kam auf 259 Yards (19/25) sowie zwei Toouchdowns auf Adam Thielen (110 Yards), aber auch eine Interception. Dalvin Cook, am Wochenende noch mit einem neuen Fünfjahresvertrag ausgestattet, lief zudem zwei Mal in die Endzone. Die Offensive war nicht das Problem, die defensive Seite des Balls dafür umso mehr. Mit einer extrem jungen Secondary konnte man Rodgers und Co nicht stoppen, immer wieder wurden die Defensivspieler vernascht. Auch bei den Packers war’s defensiv alles andere als gut, aber immerhin noch besser, sodass man Minnesota auch besiegen konnte. So früh in der Saison müssen beide Coaches noch an einigen Schrauben drehen um nachhaltigen Erfolg garantieren zu können.

Wunder gibt es immer wieder

So auch gesehen beim neu benannten Football Team mit dem kreativen Namen Washington Football Team. Die Mannschaft von Ron Rivera konnte einen überraschenden 27:17 Sieg über die Philadelphia Eagles einfahren. Lange sah alles nach einem ungefährdeten Eagles-Sieg aus, Philly führte zwischenzeitlich mit 17 Punkten. Dann kamen die Mannen aus Washington aber in die Partie, schlossen auf 17:17 auf und belohnten ihren Mut, ein kurzes Field Goal nicht zu nehmen, sondern sechs Minuten vor Schluss aufs Ganze zu gehen. Runningback Peyton Barber sorgte für ein First Down und anschließend für einen Touchdown (27 Yards, zwei TDs insgesamt). Quarterback Dwayne Haskins warf 178 Yards (17/31) und einen Score Longan Thomas.

Der Star des Spiels war aber die Defensiv-Einheit des Washington Football Teams. Angeführt von Rookie Defensive End Chase Young (1.5 Sacks, ein erzwungener Ballverlust), sowie Ryan Kerrigan (zwei Sacks) und Matthew Ioannidis (1.5 Sacks) riss man Eagles-QB Carson Wentz schlussendlich acht mal zu Boden. In den entscheidenden Momenten, als auch Philadelphia einen vierten Versuch ausspielte, war man hellwach und zur Stelle. Fabian Moreau und Jimmy Moreland kamen zudem auf je eine Intercepion. Der Rivera-Effekt ist also sofort spürbar.

Die Eagles hingegen erlebten den zweitgrößten Einbruch des Spieltags, Wentz (270 Yards, 24/42, zwei TDs, zwei INTs) kam wie auch seine Offensive Line nicht mit dem Druck der gegnerischen Defensive zurecht. Mit seinen Tight Ends Dallas Goedert (101 Yards, ein TD) und Zach Ertz (18 Yards, ein TD) hatte er noch die beste Verbindung. Ein ungünstiger Spielverlauf, samt schon jetzt wieder auffällig vielen Verletzungen rundete einen gebrauchten Tag für den Super Bowl Sieger 2018 ab.

Lions bleiben Lions

Im bisher verrückten Jahr 2020 sucht man oft vergebens nach etwas Konstanz. Dann kommen die Detroit Lions aufs Spielfeld und alles fühlt sich wieder vertraut an. Eine Führung am Beginn des Schlussviertels ist nichts wert, man wird schon noch einen Weg finden, den Vorsprung zu vergeigen. Und die Löwen enttäuschten nicht, trotz 23:6-Führung 15 Minuten vor Schluss, ging man am Ende mit 23:27 als Verlierer gegen die Chicago Bears vom Platz.

Klar, die Verletzungen der beiden Starting-Cornerbacks Justin Coleman und Desmond Trufant im Laufe des Spiels haben der ohnehin schon schwachen Defensive der Lions nicht gut getan. Natürlich gab vermeidbare Strafen. Und natürlich ließ man die Bears und Mitchell Trubisky (242 Yards, 20/36, drei TDs) wieder zurück. Trubisky spielte wie immer – maximal durchwachsen, hauptsächlich unterdurchschnittlich. Aber gegen Detroit reichts. Anthony Miller (76 Yards, ein TD), Jimmy Graham (25 Yards, ein TD) sowie Javon Wims (ein Yard) sorgten für die Scores, Allen Robinson für 74 weitere Yards. Gerade letzterem wäre enorm viel mehr zuzutrauen, hätte er einen anständigen QB, der nicht ständig offene Receiver weit überwirft.

Bei den Lions war alles angerichtet für den Sieg. Das Laufspiel wurde wie immer forciert, mit Altmeister-Neuzugang Adrian Peterson (93 Yards) funktionierte das sogar. Ein konservatives und ausrechenbares Playcalling stand aber wieder einmal im Weg. Matthew Stafford (297 Yards, 27/42, ein TD) warf eine grausame Interception in Double Coverage, hatte aber noch den vermeintlichen Gamewinne in petto: Obwohl völlig freistehend, konnte Rookie-Runningback D’Andre Swift den Ball in der Endzone aber nicht festhalten. Die Bears gewinnen dank der freundlichen Unterstützung der Lions.

Erster Sieg für Las Vegas

Die Las Vegas Raiders feierten gegen die Carolina Panthers einen 34:30 Erfolg und damit auch den ersten Sieg im ersten Spiel nach dem Umzug in die Stadt der Sünde. Den Hauptdarsteller gab einmal mehr Runningback Josh Jacobs, der gleich drei Mal in die Endzone lief (93 Yards). Wie wichtig Jacobs für die Raiders ist, zeigt sich auch im Pass-Spiel: 46 Yards bei vier Recptions in immer wieder brenzligen Situationen. Derek Carr (239 Yards, 22/30, ein TD) fand früh und auch häufig seinen neuen Spielkameraden Henry Ruggs (55 Yards, drei Receptions), der Rookie musste aber früh mit einer Verletzung vom Feld.

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Es war ein sehr enges Duell, Carolina um Quarterback Teddy Bridgewater (270 Yards, 22/34, ein TD) blieb hartnäckig dran und kam nur knapp zu kurz. Die obligatorischen Touchdowns von Runningback Christian McCaffrey (96 Yards, zwei TDs) waren mit dabei, Neuzugang Robby Anderson schrieb gleich eine dreistellige Yard-Zahl an (116 Yards, ein TD). Allerdings muss man Matt Rhule in seinem ersten Spiel als Panthers Head Coach auf einen Vorwurf machen: Man zahlt einem Spieler wie McCaffrey nicht 64 Millionen Dollar, um im entscheidenden Moment lieber dem Fullback zu vertrauen. 1:23 vor Schluss mit vier Punkten Rückstand schon gar nicht. Das hat schlussendlich auch das Spiel zu Gunsten der Raiders entschieden.

Kein Glück für Burrow

Overall-Firstround-Pick und damit neuer Spielmacher der Cincinnati Bengals Joe Burrow war knapp dran, den ersten Sieg seiner Karriere einzufahren. Ein chaotisches Spiel gegen die Los Angeles Chargers fand ein chaotisches Ende. Zunächst sollte Burrow einen sehr vermeidbaren Rookie-Fehler einbauen, ein Shovel-Pass wurde von Melvin Ingram intercepted. Die Chargers hatten also zwei Minuten vor Schluss einen drei Punkte Vorsprung und den Ball, wurden aber von der Defensive der Bengals gestoppt. Burrow kam noch einmal aufs Feld, übernahm an der eigenen 18-Yard-Linie und führte sein Team 84 Yards bis vor die Tore der gegnerischen Endzone. Ein vermeintlicher Touchdown-Pass auf A.J. Green wurde auf Grund einer Pass Interference nicht gegeben. Drei Sekunden waren noch auf der Uhr, alles roch nach Verlängerung. Allerdings verletzte sich Bengals-Kicker Randy Bullock beim kurzen Field Goal und schoss das Ei am Tor vorbei. Die Chargers gewannen also mit 16:13 gegen die Bengals. Für Burrow war es dennoch ein ordentliches Debüt: 193 Yards (23/36) und ein Rushing-TD (46 Yards). Er zeigte auf jeden Fall seine Fähigkeiten in engen Momenten, wie schon am College bleibt er dabei vollkommen ruhig. Das kann was werden.

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Bei den Chargers steht Tyrod Taylor under Center. Der ehemalige QB der Buffalo Bills und Cleveland Browns warf 208 Yards (16/30) – das war’s auch schon wieder. Joshua Kelley sorgte für den einzigen Score der Chargers. Defensiv stach einmal mehr Joey Bosa mit fünf Tackles (zwei für Raumverlust) sowie einem Sack hervor; Casey Hayward kam auf zwölf Tackles.

Cardinals nützen Chance

Die Arizona Cardinals gelten als Geheimtipp für einen tiefen Playoff-Run in diesem Jahr – mit einem 24:20 Sieg gegen zugegeben ersatzgeschwächte San Francisco 49ers konnte man ein erstes Ausrufezeichen setzen. Arizona führte in der Offseason den wohl spektakulärsten Bankraub der NFL-Geschichte durch, als man sich die Dienste von Wide Receiver DeAndre Hopkins gegen eine verhältnismäßig kleine Gebühr sichern konnte. Hopkins stellte seinen Wert mit satten 14 Receptions für 151 Yards auch gleich unter Beweis. Sein Quarterback Kyler Murray (230 Yards, 26/40, ein TD, eine INT) konnte per Laufspiel 91 Yards und einen Touchhdown beisteuern und seine Offensive schlussendlich zum Sieg führen, obwohl man zwischenzeitlich schon mit 0:10 zurücklag. Mit Kenyan Drake kam ein echter Läufer ebenfalls in die Endzone. In der Defensive ließ Patrick Peterson wenig zu und verteidigte in den entscheidenden Momenten hervorragend. Safety Budda Baker kam auf beeindruckende 15 Tackles.

San Francisco musste auf einige Stützen verletzungsbedingt verzichten, was sich am Feld auch bemerkbar machte. Die Offensive – wie auch jene der Cardinals – war noch etwas steif, der vom letzten Jahr beeindruckende Flow wollte nicht aufkommen. Jimmy Garoppolo (259 Yards, 19/33) warf zwei Touchdowns (Raheem Mostert und Jerick McKinnon), vermisste aber schmerzlich Receiver. Mostert (95 Yarrds), eigentlich Runningback, und Tight End George Kittle (44 Yards) waren seine besten Abnehmer. Die Niederlage ist in der umkämpften und starken Division natürlich bitter, sollte aber nicht länger in den Köpfen der Super Bowl-Teilnehmer verankert sein. (Martin Senfter, 14.9.2020)