So viel Technik ist nicht nur teuer und bindet enorme Ressourcen, sondern wiegt auch schwer und verbessert so die Gesamtenergiebilanz nicht wirklich. Es wird damit lediglich der CO2-Ausstoß geschönt, weil elektrischer Strom mit null CO2 gerechnet wird.

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Das Beste aus zwei Welten, sagen Autohersteller gerne, wenn sie eine neue Plug-in-Hybrid-Variante erklären, also ein Auto, das zwei Antriebssysteme an Bord hat, nämlich einen Verbrennungsmotor und einen Elektromotor samt üppiger Batterie, die nicht nur zurückgewonnene Bewegungsenergie speichern und den Verbrennungsmotor unterstützen, sondern auch am Stromnetz nachgeladen werden kann.

Klingt gut, ist’s aber nicht unbedingt. Denn so viel Technik ist nicht nur teuer und bindet enorme Ressourcen, sondern wiegt auch schwer und verbessert so die Gesamtenergiebilanz nicht wirklich. Es wird damit lediglich der CO2-Ausstoß geschönt, weil elektrischer Strom mit null CO2 gerechnet wird.

Keine zielführende Lösung

Toyota hat genau aus diesem Grund diese Antriebsform nie favorisiert, zumal auch deren herkömmliche Hybride schon technologische Spitzenreiter waren (und sind). Toyota sieht in der Plug-in-Technik keine wirklich zielführende Lösung. Man macht eigentlich nur mit, weil man in Europa sonst Marktpotenzial verschenken würde.

Der Plug-in-Hybrid ist hauptsächlich ein Instrumentarium, den Autoherstellern, Energieversorgungen und der Mobilitätskundschaft den Übergang in die Elektromobilität zu erleichtern, weil es nicht realistisch ist, die ganze Wirtschaft und Gesellschaft von einem Tag auf den anderen auf Elektroantrieb umzustellen. Immerhin ermöglicht der Plug-in-Hybrid aber rein elektrisches Fahren auf überschaubaren Distanzen mit seinen Vorteilen: weniger Geräusch und null Abgas lokal. (Rudolf Skarics, 21.9.2020)