SAP gibt sich inklusiv.

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Die antirassistischen Proteste der Black-Lives-Matter-Bewegung haben in den vergangenen Monaten auch in der Softwarewelt grundlegende Diskussionen ausgelöst – oder zumindest neu angefacht. So haben mittlerweile mehrere große Konzerne wie Google oder Microsoft angekündigt, als diskriminierend wahrgenommene Begriffe wie "Master", "Slave" oder auch "Blacklist" zu streichen. Und zwar nicht bloß aus der öffentlichen Dokumentation, sondern auch aus dem Code der eigenen Software. Die Entwickler des Linux-Kernels sowie jene des Browsers Firefox haben ebenfalls bereits entsprechende Änderungen angekündigt.

Diskriminierung durch Sprache

Nun schwappt die Diskussion auch auf alteingesessene europäische Konzerne über. Gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" betonte SAP-Vorstand Jürgen Müller, der auch Chief Information Officer (CIO) des Unternehmens ist, dass diskriminierende Begriffe wie "Master" und "Slave" aus dem SAP-Wortschatz gestrichen werden sollen. Stattdessen soll künftig von "Leitsystem" und "Folgesystem" die Rede sein. Statt "Blacklist" und "Whitelist" soll es fortan "Sperrlisten" und "Erlaubnislisten" heißen.

Das Unternehmen will die neuen Regeln recht zügig umsetzen. Innerhalb des kommenden halben Jahres sollen Dokumentation, Trainingsmaterialen und Webseiten, aber auch Benutzeroberflächen der eigenen Software angepasst werde, heißt es.

Symbolik und mehr

SAP möchte dabei nicht zuletzt ein Zeichen setzen – und zwar eines für Vielfalt und Inklusion und gegen Rassismus, wie das das Unternehmen betont. Gleichzeitig will man es aber nicht bei reiner Symbolpolitik belassen, so will die Firma auch die Anzahl von afroamerikanischen Mitarbeiten durch gezielte Förderung verdoppeln. (red, 15.9.2020)