Im Februar war im Hotel einer der ersten Corona-Fälle in Österreich entdeckt worden.

Foto: REUTERS/Daniel Liebl

Innsbruck / St. Pölten – Über die Betreibergesellschaft des bekannten Innsbrucker Grand Hotels Europa, die Delta Hotelentwicklung GmbH mit Sitz in Niederösterreich, ist ein Konkursverfahren am Landesgericht St. Pölten eröffnet worden. Das teilten der Kreditschutzverband KSV 1870 und der Gläubigerschutzverband Creditreform mit. Passiva von rund 3,3 Millionen Euro stehen demnach Aktiva von 2,9 Millionen gegenüber, 130 Gläubiger sollen betroffen sein.

Hauptursächlich für den Konkursantrag ist offenbar die Corona-Krise. "Das Geschäftsfeld der Schuldnerin ist insbesondere aufgrund der Corona-Pandemie vollständig zum Erliegen gekommen, und es sind Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung eingetreten", hieß es in einer KSV-Aussendung. Da auch eine negative Fortbestehensprognose vorgelegen sei, mussten die Konsequenzen in Form des vorliegenden Konkursantrags gezogen werden. Die Geschäftstätigkeit sei bereits eingestellt worden. "Das Unternehmen verweist darauf, dass die Buchungslage weiterhin prekär ist und es daher nicht kostendeckend arbeiten kann", informierte der Gläubigerschutzverband.

Unklare Zukunft auch für Mitarbeiter

Wie es mit dem Hotel und den Mitarbeitern weitergeht, war vorerst unklar. Vom KSV hieß es zur APA, dass das Pachtverhältnis bereits Anfang September aufgelöst worden sei. Derzeit seien offenbar keine Dienstnehmer beschäftigt, das Hotel vorerst geschlossen. Die Verpächterin, die PIMM Hotel Europa Tyrol Besitzgesellschaft m.b.H., die auch Gesellschafterin der Delta ist, sei nicht insolvent, wurde betont.

Das Grand Hotel Europa gegenüber dem Innsbrucker Hauptbahnhof wurde im Jahr 1869 errichtet. Zum Hotel zählen neben 117 Gästezimmern auch diverse Veranstaltungssäle und Konferenzräume, das Restaurant Europa-Stüberl und die Bar Europa. Im Februar war das Hotel in die Schlagzeilen geraten, als es wegen des Auftretens eines Corona-Falls vorübergehend gesperrt wurde. (APA, 17.9.2020)