Die afghanische Luftwaffe fliegt Propellermaschinen vom Typ Embraer A-29 Super Tucano.

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US-Streitkräfte übergeben die Flugzeuge an ihre afghanischen Verbündeten, Kabul, 17. September 2020.

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Kabul – Eine Woche nach der Aufnahme von Friedensverhandlungen zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban wurden bei Luftangriffen der afghanische Armee zwölf Zivilisten getötet, zehn wurden verletzt.

Nach Angaben des Verteidigungsministerium starben bei dem Bombardement 30 Taliban-Kämpfer, darunter zwei Kommandanten. Taliban-Kämpfer hätten Stellungen der Armee im Bezirk Khan Abad in der nördlichen Provinz Kunduz angegriffen, die Armee habe den Angriff "aktiv abgewehrt",

Laut Fatima Aziz, einer aus Kundus stammende Parlamentsabgeordneten, warf nach dem ersten Luftangriff ein weiteres Flugzeug eine Bombe ab, wobei Schaulustige getötet wurden. Das Verteidigungsministerium erklärte dazu, es sei über diesen Vorwurf informiert und gehe ihm nach.

Spital bestätigt Todesopfer

Der Direktor des örtlichen Krankenhauses, Naim Mangal, sagte der Nachrichtenagentur AFP, in seine Klinik seien drei tote und drei verletzte Zivilisten eingeliefert worden. Kurz vor den Angriffen hatte der afghanische Präsident Ashraf Ghani die Taliban erneut zu einer humanitären Waffenruhe aufgerufen, "um unser Volk zu schützen, Gewalt und terroristischen Taten vorzubeugen und einen würdigen und dauerhaften Frieden zu erreichen".

Eine humanitäre Waffenruhe ist eine zentrale Forderung der Regierung in Kabul bei den Friedensverhandlungen mit den Taliban, die am Samstag vergangener Woche in der katarischen Hauptstadt Doha begonnen hatten. Bisher verlaufen die Verhandlungen schleppend, beide Seiten konnten sich noch nicht auf eine Verhandlungstagesordnung geeinigt. In dem seit Jahren währenden Konflikt sterben immer noch täglich Dutzende Menschen. (red, APA, AFP, Reuters, 19.9.2020)