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Erster Sieg für Brady – McCaffrey out. Nachdem er sich in der vergangenen Woche Drew Brees und den New Orleans Saints geschlagen geben musste, konnte Tom Brady mit seinen Tampa Bay Buccaneers den ersten Sieg der Saison feiern. Gegen die Carolina Panthers setzte man sich mit 31:17 durch. Schaut deutlicher aus, als es zwischenzeitlich war. Wobei: Zur Pause lagen Brady und Co deutlich mit 21:0 vorne, ehe Carolina nach und nach aufwachte und zwei Minuten vor Schluss auf sieben Punkte heran kam. Dann aber machte Leonard Fournette (103 Yards, zwölf Carries, zwei Touchdowns) den Sack für die Buccs mit einem 83-Yard-TD zu. Das Backfield Tampas bleibt generell eine spannende Angelegenheit – Ronald Jones bekam sieben Carries (23 Yads, ein TD), LeSean McCoy wurde vermehrt als Receiver eingesetzt (fünf Receptions, 26 Yards).

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Bleiben wir noch bei Brady: Der Superstar wurde nach der Niederlage gegen die Saints von seinem Head Coach Bruce Arians nicht zimperlich kritisiert, konnte aber mit 217 Yards (23/35) und einem Touchdown bei einer Interception halbwegs zurückschlagen. Mit Mike Evans, der in Woche 1 noch bedingungslos von Saints-Cornerback Marshon Lattimore aus der Partie genommen wurde, konnte Brady eine Verbindung aufbauen – 104 Yards und sieben Receptions samt Touchdown für Evans. Allerdings verlor Brady auch einmal das Ei, was aber keine weiteren Auswirkungen auf das Spielgeschehen haben sollte.

Tampas Defensive kam insgesamt auf vier Turnover: Panthers QB Teddy Bridgewater (367 Yards, 33/42) warf zwei Picks und verlor zusätzlich zwei Mal den Ball. Dass das Spiel dennoch so lange offen war, spricht noch nicht für eine geölte Maschine des Teams aus Florida. Bridgewater setzte aber immerhin seine Receiver D.J. Moore (120 Yards, acht Receptions) und Robby Anderson (109 Yards, neun Receptions) in Szene. Die Touchdowns besorgte Christian McCaffrey (59 Yards, 18 Carries, zwei Scores), allerdings musste CMC mit einer Knöchelverletzung vom Feld, genaueres soll im Laufe des Tages feststehen. Was man sicherlich nicht verstehen muss: Panthers-Head Coach Matt Rhules Entscheidung, beim Stand von 14:24 ein Field Goal an der gegnerischen fünf Yard-Line zwei Minuten vor Schluss zu nehmen. Das muss anders gehen.

Spektakel in Seattle

Den sonntäglichen Spieltag schloss ein fantastisches Spiel zwischen den Seattle Seahawks und den New England Patriots ab. Sowohl Russell Wilson (288 Yards, 21/28, fünf Touchdowns, eine INT) als auch Cam Newton (397 Yards, 30/44, ein TD, eine INT, zwei Rushing-TDs) brillierten in ihrem Tun, mit dem besseren Ende für den Hausherren. Wilson hatte richtig Lust, warf tiefe Bomben auf D.K. Metcalf (92 Yards, ein TD), Tyler Lockett (67 Yards, ein TD) oder Freddie Swain (21 Yards, ein TD). Die Interception bzw. der Pick Six im Eröffnungsdrive tat Wilsons-Spiel keinen Abbruch, wie schon in Woche 1 dominierte er das Geschehen und führte seine Offensive sowohl übers Feld, als auch zu Punkten. Einfach nur brillant.

Auf der Gegenseite Cam Newton, dessen Head Coach Bill Belichick eine Offensive um ihn herum bauen lässt, die ebenfalls ordentlich gefährlich werden kann. Newton fand Receciver-Veteran Julian Edelman acht Mal für 179 Yards und verteilte auch sonst die Bälle nach Belieben an Damiere Byrd (72 Yards) und N’Keal Harry (72 Yards). Just der deutsche Fullback Jakob Johnson sorgte für den einzigen Receiving-Touchdown. Allerdings stand Newton auch einer starken Defensive um Jamal Adams (zehn Tackles, einer für Raumverlust, ein Sack) gegenüber. Der Sieg war zum Greifen nah, Seattle hielt Newton Sekunden vor Schluss aber von der zwei Yard-Linie aus der eigenen Endzone fern und damit auch vom dritten Rushing-Touchdown ab. Sonderlich kreativ war das Play nicht, man durfte mit einem Quarterback-Run rechnen.

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Unterm Strich ein traumhaftes Football-Match zweier starker Teams, die sowohl offensiv, als auch defensiv zu überzeugen wissen. Seattle steht bei zwei Siegen, New England musste die erste Niederlage hinnehmen. Angesichts des Gegners und der eigenen Leistung aber sicherlich kein Beinbruch. Wer gehofft hat, die Patriots würden ohne Tom Brady aus dem Favoritenkreis verschwinden, irrt sich.

Baltimore macht Houston-Fehlstart perfekt

Die Baltimore Ravens setzten sich mit 33:16 gegen die Houston Texans durch und feierten damit den zweiten Sieg im zweiten Spiel. Umgekehrt mussten sich die Texans auch in der zweiten Saison-Partie geschlagen geben. Ravens Quarterback Lamar Jackson warf für 204 Yards (18/24) und einen Touchdown auf Patric Ricard und lief zudem 54 weitere Yards. Allerdings auch bei 16 Versuchen, die Defensive der Texans konnte dem amtierenden MVP also zumindest in der Laufverteidigung etwas entgegensetzen. Runningback Mark Ingram sorgte mit einem explosiven 30-Yard-Touchdown-Run für die Entscheidung, den Rest besorgte Kicker Justin Tucker mit vier Field Goals bzw. L.J. Fort mit einem recoverten Fumble samt Touchdown.

Auf der anderen Seite Deshaun Watson mit 275 Yards (25/36) und je einem Score bzw. einem Pick. Gegen eine dominante Defensive der Ravens hatte Watsons Offensive nur sehr wenig zu lachen, insgesamt fand sich der Spielmacher vier Mal am Boden wieder. Rookie Patrick Queen zeigte auch in Woche zwei mit neun Tackles auf. Houston verließ sich vermehrt auf den Pass, Watson konnte Brandin Cooks (95 Yards) sowie Randall Cobb (59 Yards) als auch Jordan Akins (55 Yards) finden, scheiterte aber immer wieder vor Erreichen der Endzone. Wird nicht einfacher für die Texans, mit 0-2 wird’s schon unangenehmer.

Kyler Murrays Wohlfühlfaktor

Die Arizona Cardinals rund um ihren Quarterback Kyler Murray, feierten ebenfalls ihren zweiten Sieg. Das Washington Football Team musste sich mit 15:30 geschlagen geben. Murray startete früh sehr heiß und führte sein Team zu einer 17:0 Führung, die man nie aus den Händen geben sollte. Egal ob per Wurf (286 Yards, 26/38, ein TD) oder per Lauf (67 Yards, zwei TDs) – Murray wollte alles gelingen. Einziger Makel blieb die Interception im ersten Viertel, von der er sich aber auch schnell erholen sollte. Murray überwirft zwar auch immer wieder eine offene Anspielstation, konnte aber auch immer wieder mit tiefen Bomben seine Offensive über das Feld führen. Mit DeAndre Hopkins baut er weiterhin eine gefährliche Verbindung auf (68 Yards, acht Receptions, ein TD), er scheint sich vollkommen wohlzufühlen. Im Laufspiel setzte man neben Murray auf Kenyan Drake, der auf 86 Yards bei 20 Versuchen kam. Auch defensiv wissen die Cardinals zu überzeugen: Jordan Hicks und De’Vondre Campbell kamen zusammen auf 20 Tackles (drei für Raumverlust), die gesamte Einheit sackte Dwayne Haskins insgesamt vier Mal samt erzwungenem Ballverlust.

Washingtons Quarterback Dwayne Haskins (223, 19/33, ein TD) blieb also wenig Zeit in der Pocket. Wie schon in der vergangenen Woche sah man sich einem großen Rückstand ausgesetzt, ehe man wieder in die Partie und zu Punkten fand. Haskins warf 125 Yards auf Terry McLaurin, er auch für einen Score sorgen konnte. Antonio Gibson war mit 55 Yards samt Touchdown der Mann des Laufspiels. Hohe Moral beim Football-Team, schlussendlich aber gegen einen starken Murray und eine noch bessere Defense, chancenlos.

Implodieren 1.0

Die Detroit Lions bleiben die einzige Konstante im Jahr 2020 und enttäuschen auch in Woche 2 der neuen NFL-Saison. Wie schon vergangenen Sonntag gegen Chicago, lag man bei den Green Bay Packers mit elf Punkten in Führung, nur um schlussendlich sang- und klanglos mit 21:42 unterzugehen. Green Bays Sieg war hochverdient und trotz Rückstand ungefährdet. Aaron Rodgers (240 Yards, 18/30, zwei TDs) hatte keinerlei Mühe mit der ohnehin schon schwachen, aber zusätzlich noch verletzungsgebeutelten Defensive der Lions. Relativ rasch haben die Packers verstanden, dass Detroit weder über eine Lauf- noch eine Passverteidigung verfügt. Runningback Aaron Jones lief dementsprechend für 168 Yards (18 Carries) samt unberührtem 75-Yard Score. Insgesamt fand man Jones drei Mal in der Endzone. Größte Schockmomente des Packers-Spiel waren die Ausfälle von Receiver-Star Davante Adams (36 Yards, drei Receptions), der sich am Oberschenkel verletzte und jener von Center Corey Linsley (Hand). Adams hatte mit Lions-Rookie-Cornerback Jeffrey Okudah seine pure Freude, der Neuling war gegen einen der besten Receiver ständig überfordert.

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Gamechanger war sicherlich Detroits vorletzter Drive der ersten Hälfte. Matthew Stafford (244 Yards, 20/33, zwei TDs, eine INT) nahm einen kritischen Sack an der eigenen 1-Yard Linie, seine Mitspieler glänzten anschließend mit Holding-Strafen und gaben den Ball per starken 57-Yard-Punt von Jack Fox an Green Bay zurück. Letztere mussten gar nicht viel machen um über das Feld zu ziehen, Lions-Safety Will Harris nahm Strafe um Strafe auf sich und die Packers konnten sich noch die Pausenführung sichern. Nach Seitenwechsel sollte Jones‘ ungefährdeter Toucchdown-Lauf folgen, ehe Chandon Sullivan per Picck-Six das Spiel endgültig zu Gunsten Green Bays entschied. Detroit vergab zum vierten Mal in Folge eine Führung von mindestens zehn Punkten und hat die letzten elf Partien allesamt verloren. 328 Tage ohne Sieg. Fire Matt Patricia.

Implodieren 2.0

Noch katastrophaler als die Lions machten es die Atlanta Falcons: 29:10-Pausenführung nach einer enorm dominanten erste Hälfte, schmolz der Vorsprung vor allem im dritten Viertel stetig. Dennoch sah man sich in den zwei Schlussminuten mit einer 39:37 Führung und einem sicheren Sieg. Sofern man den Dallas Cowboys nicht einen Onside-Kick überlassen hätte. Das Momentum lag zu diesem Zeitpunkt schon lange bei den Hausherren.

Und dass, obwohl der Start ordentlich in die Hose ging. Dallas verlor den Ball gleich vier Mal im Eröffnungsviertel, die Falcons um Quarterback Matt Ryan (273 Yards, 24/36, vier Touchdowns) konnten Profit schlagen und schnell davon ziehen. Mit ein wenig mehr Aggressivität (Spielzüge ausspielen statt zwei Field Goals) wäre noch mehr als die zwischenzeitliche 20:0-Führung möglich gewesen. Da man aber auch mit einer 2pt-Conversion scheiterte, kann man das konservative Spiel der Falcons aber noch nachvollziehen. Julio Jones (24 Yards, zwei Receptions) scheint noch im Urlaub zu sein, er ließ einen sicheren Touchdown-Pass von Wide Receiver-Kollegen Russell Gage fallen. Calvin Ridley (109 Yards, zwei TDs) war dafür voll da, was am Ende natürlich nichts bringt.

Man muss den Cowboys ihren unbedingten Siegeswillen zugestehen: Angeführt von Quarterback Dak Prescott (450 Yards, 34/47, ein TD), der gleich drei Mal mit dem Ei in die Endzone lief, konnte man die Falcons trotz fast schon aussichtsloser Position noch biegen. Prescott hat mit Rookie-Receiver CeeDee Lamb (106 Yards, sechs Receptions) schon einen Draht aufbauen können, Amari Cooper (100 Yards) sowie Dalton Schultz (88 Yards, ein TD) und Michael Gallup (58 Yards) hatten ebenfalls Big Plays zu bieten. Dallas-Head Coach Mike McCarthy wollte zudem besonders kreativ sein und ließ zwei Mal einen Punt-Trickspielzug in der eigenen Hälfte ausspielen. Er scheiterte zwei Mal. Aber immerhin konnte man den entscheidenden Onside-Kick sichern, der das siegbringende Field Goal von Greg Zuerlein zur Folge hatte. Mit dem Kader hätte man auch nicht mit 0-2 starten dürfen. Ein Wort noch: Linebacker Jaylon Smith (13 Tackles, einer für Raumverlust, eine Deflection) ist und bleibt ein Biest.

Ein Fehler zu viel

Mittlerweile ist es bekannt, dass Jacksonvilles Quarterback Gardner Minshew immer für eine Show gut ist. Auch gegen die Tennessee Titans zeigte der Spielmacher viel Herz und unbändigen Willen, musste sich aber mit seinem Team auf Grund einer kritischen Interception in der Schlussminute mit 30:33 geschlagen geben. Auch hier ein hin und her – die Titans lagen zur Pause schon deutlich mit 24:10 vorne, nur um im vierten Viertel plötzlich ein ausgeglichenes Spiel mit 30:30 vor sich zu haben. Ryan Tannehill legte aber einmal mehr ein starkes Spiel hin, warf für 239 Yards (18/24) und vier Touchdowns. Zwei Mal fand er seinen Tight End Jonnu Smith (84 Yards, vier Receptions) in der Endzone, einmal Adam Humphries und Corey Davies (36 Yards, drei Receptions). Runningback Derrick Henry wurde wie gewohnt gefüttert (25 Carries, 84 Yards), den Sieg sicherte aber wie schon in Woche 1 Kicker Stephen Gostkowski, der 1:36 Minuten vor Schluss die Nerven bewahrte und das Ei aus 49-Yards zwischen die Stangen befördern konnte. Allerdings war der Veteran abermals nicht fehlerfrei und vergab einen Extrapunkt. Solange es aber am Ende reicht, fragt keiner so genau nach.

Bleibt noch ein kurzes Wort zu den Jaguars. Obwohl man sich in der Offseason von vielen namhaften Spielern trennte, spielt das Team erfrischend respektlos auf. Minshews zwei Interceptions (Kristian Fulton & Harold Landry) kosteten den Jaguars die Partie, dennoch scheint er sich sehr wohlzufühlen und mit seinen Mitspielern auf einer Wellenlänge zu surfen. Undrafted Rookie James Robinson sollte man sich merken, er lief für 102 Yards (16 Carries) und einen Touchdown. Rookie Cornerback C.J. Henderson wird das Herz der Secondary werden, wenn er es nicht jetzt schon ist.

Giants verlieren in letzter Sekunde – und Barkley

Für die Chicago Bears lief gegen die New York Giants lange alles nach Plan: 17:0-Führung zur Pause, keine Spur von Gefahr der Giants. Dann kippte das Spiel, Bears-QB Mitchell Trubisky (190 Yards, 18/28, zwei TDs, zwei Interceptions) warf einen Pick und New York konnte zumindest mit einem Field Goal anschreiben. Anschließend hielt die Defensive, Giants-Spielmacher Daniel Jones (241 Yards, 25/40, eine INT) übernahm mit seiner Offensive und Runningback Dion Lewis konnte das Ei in die Endzone tragen. So weit, so gut – allerdings waren trotz des Anschluss-Scores der Giants die Sorgenfalten bei ihren Fans schon deutlich zu sehen: Saquon Barkley, unumstrittenes Herz des Giants, verletzte sich zu Beginn des zweiten Viertels. Zunächst am Ellbogen, ein Play später am Knie. Erste Verdacht: Kreuzbandriss, was tragischerweise auch das Saisonaus bedeuten würde. Barkley ist aber nicht der einzige Spieler, den die Giants im Laufe der Partie vorgeben mussten: Receiver Sterling Shepard fiel auf Grund einer Zehverletzung ebenfalls aus.

Dennoch kam man auf 13:17 heran und stand acht Sekunden vor Schluss an den Toren der gegnerischen Endzone. Ein äußerst skurriles Playcalling von Giants-Head Coach Joe Judge (warum wirft man den Ball für fünf Yards an die Seitenlinie anstatt den Weg in die Endzone zu suchen), verhinderte aber einen möglichen Sieg. Was man sonst noch sagen kann: Daniel Jones muss immer noch dringend an seiner Ballsicherheit arbeiten, abermals zwei Turnover (INT & Fumble) am gestrigen Abend.

Die Bears entgingen also dem Schicksal der Detroit Lions und konnten eine zwischenzeitlich komfortable Führung noch drüber retten. Trubisky sah im einen Moment wie der gesuchte Franchise-QB aus, nur um schlussendlich doch wieder mit grausamen Entscheidungen zu glänzen. Natürlich musste ein kritisches Fourth-Down bei seinem eigenen O-Liner Bobby Massie landen, der den Ball sichern konnte. Der Erfolg kam über das Laufspiel: David Montgomery (82 Yards plus 45 Receiving-Yards samt TD) und Cordarrelle Patterson (25 Yards, sieben Carries) konnten den steten Raumgewinn besorgen. Receiver Darnell Mooney (36 Yards, ein TD) kam auf einen Score.

49ers mit bitterem Sieg

Die San Francisco 49ers ließen beim 31:13 Sieg über die New York Jets nichts anbrennen, mussten aber bittere Ausfälle hinnehmen: Quarterback Jimmy Garoppolo (Knöchel) musste nach der Pause wie auch Runninback Raheem Mostert passen, schon zuvor fielen mit Solomon Thomas und Nick Bosa zwei wichtige Elemente der Defensive-Line aus. Alle drei Letztgenannten dürften sich schwerer am Knie verletzt haben. Die 49ers haben ohnehin schon eine lange Verletztenliste, diese neuen Ausfälle schmerzen sehr. Dennoch reichte es für die Jets: Mostert eröffnete die Partie mit einem 80-Yard Touchdown bei dem er eine Geschwindigkeit von 38 km/h erreichte, Jimmy G (131 Yards, 14/16) warf vor seiner Verletzung noch zwei Scores auf den für den verletzten George Kittle einspringenden Tight End-Veteran Jordan Reed (sieben Receptions, 50 Yards). Für Garoppolo kam Nick Mullens ins Spiel (8/11, 71 Yards, eine INT).

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Der Pick der Jets war auch das einzige Highlight eines durch und durch schwachen Teams. Wie schon in Woche 1 funktioniert bei der Gang Green hauptsächlich gar nichts. Kein Laufspiel – Frank Gore lief 63 Yards bei 21 Versuchen – kein Passspiel – Sam Darnold warf 179 Yards (21/32) für einen Touchdown auf Braxton Berrios (59 Yards). Mit Breshad Perriman (Knöchel) musste ein vermeintlich wichtiger Receiver von Darnold früh raus, auf defensiver Seite musste man mit Quincy Wilson und Arthur Maulet zwei Cornerbacks vorgeben. Was aber am Ende auch keinen Unterschied ausmachte. Jets-Head Coach Adam Gase sollte schon lange Geschichte sein. Fans sollten nicht allzu große Hoffnungen auf eine versöhnliche Saison haben.

You can’t like that

Captain Kirk Cousins wird sein gezeigtes Spiel gegen die Indianapolis Colts sehr schnell vergessen wollen. 113 Yards (11/26) und drei Interceptions sorgten schlussendlich auch für die 11:28 Niederlage seiner Minnesota Vikings bei den Colts. Allesamt kurze Pässe, kein Rhythmus, einfach ein Tag zum Vergessen. Das gilt für das gesamte Spiel der Vikings, die zudem noch Linebacker Anthony Barr wegen einer Schulterverletzung verloren. Defensiv sieht’s ziemlich übel aus.

Auf der anderen Seite die Colts um Philip Rivers. Der Veteran war mit einer Interception auch nicht fehlerfrei, konnte sein Team aber mit 214 Yards (19/25) und einem Touchdown-Pass auf Zach Pascal zum Sieg dirigieren. Zum Erfolg geführt hat die Colts Rookie-Runningback Jonathan Taylor, der nach der Verletzung von Marlon Mack zum Starter befördert wurde: 101 Yards bei 16 Versuchen samt Touchdown am Ende der Partie.

Auch bei den Colts fielen im Laufe der Partie Spieler aus. Receiver Parris Campbell wurde mit Fußverletzung vom Feld geführt, Safety Malik Hooker verletzte sich an der Achilles-Sehne. Dennoch hielt die Defense auch ohne den starken Safety, DeForest Buckner kam auf 1.5 Sacks (einer in Vikings-Endzone) und übte ständigen Druck auf Cousins aus.

Eine weitere Josh Allen-Show

Vergangene Woche schon außerordentlich stark, zeigte Buffalo Bills-Quarterback Josh Allen mit 417 Yards (24/35) und vier Touchdowns abermals eine bärenstarke Leistung beim 31:28 Sieg über die Miami Dolphins. Die Partie musste auf Grund starker Unwetter für längere Zeit unterbrochen werden. Allen war in den entscheidenden Momenten da und konnte Stefon Diggs (153 Yards, acht Reception, ein TD) perfekt in Szene setzen – auch mit wunderbar platzierten Pääsen an die Seitenlinie. Generell scheint das Werk zu laufen, mit John Brown (82 Yards, ein TD) und Cole Beasley (70 Yards) konnte Allen weitere Passfänger immer wieder finden. In der Endzone fand er zudem je einmal Gabriel Davis und Reggie Gilliam. Natürlich sah man auch wieder den "alten" Allen, wenn er eigentlich offene Receiver überwirft. Aber bisher ist seine Saisonleistung schlicht dominant.

Miami will sich weiterhin nicht einfach so geschlagen geben und konnte sich auch in dieser Partie noch einmal zurückbeißen. Ryan Fitzpatrick (328 Yards, 31/47) warf zwei Touchdown auf Mike Gesicki (130 Yards) und DeVante Parker (56 Yards), kam aber knapp zu kurz. Im Gegensatz zu den Cowboys, funktionierte der Onside-Kick bei den Dolphins nicht. Sie bleiben eine Wundertüte.

Rams auf 2-0

Die Los Angeles Rams konnten sich mit 37:19 gegen die Philadelphia Eagles durchsetzen und bleiben damit auch weiterhin ungeschlagen. Vieles sah wieder nach den Rams von 2018 aus. Von Beginn an nützte man die Schwächen der Eagles aus (Runningback Miles Sanders fumbelte den Ball im ersten Drive), Jared Goff (267 Yards, 20/27) warf drei Touchdown-Pässe, allesamt auf Tight End Tyler Higbee (54 Yards) und startete mit 13 Completions. Lieblingsanspielstation blieb aber Cooper Kupp mit sechs Targets (fünf Receptions) für 81 Yards. Im Backfield musste Rookie Cam Akers verletzt vom Platz, was eine faire Aufteilung der Carries zwischen Darrell Henderson (zwölf Versuche, 81 Yards, ein TD plus 40 Receiving-Yards) und Malcolm Brown (elf Versuche, 47 Yards) möglich machte.

Carson Wentz warf für 242 Yards (26/43) und lief wie Miles Sanders (95 Yards) einmal in die Endzone. Nach einem Fumble von Cooper Kupp im zweiten Viertel schien das Momentum in Richtung der Eagles wechseln zu können, direkt nach der Pause sorgte aber eine Interception von Darious Williams für den weiteren Vorteil der Rams. Die Line hielt besser, aber irgendwie will das noch nicht so ganz sein.

Big Ben bleibt Big Ben

Ja, er kann es immer noch. Tiefe Bomben auf Receiver zu werfen, ist für Ben Roethlisberger nichts neues. Für Chase Claypool allerdings schon. Der Rookie sorgte mit einem 84-Yard-Touchdown für das spektakulärste Play beim 26:21 Sieg der Pittsburgh Steelers über die Denver Broncos. Ebenso war Big Bens Touchdown-Pass auf Diontae Johnson (92 Yards, ein TD) eine absolute Augenweide. Roethlisberger schloss die Partie mit 311 Yards (29/41) sowie zwei Scores bei einer Interception ab. Das Laufspiel über James Conner (106 Yards, ein TD) funktionierte halbwegs gut, schlussendlich konnte der Runningback mit einem 59-Yard-Lauf das Spiel zu Gunsten der Steelers absichern.

Auf Seiten der Broncos steht ein gebrauchter Tag. Quarterback Drew Lock musste nach einem Strip-Sack von Bud Dupree mit einer Schulterverletzung vom Feld und konnte nicht mehr weitermachen. Jeff Driskel (256 Yards, 18/34, zwei TDs, eine INT) übernahm. Mit Courtland Sutton (Knie) und Der’Mont Jones (Knie) fielen zudem zwei weitere wichtige Spieler aus. Die Broncos um Driskel wehrten sich, vor allem über Tight End Noah Fant (57 Yards, ein TD). Zu viele Fehler samt Safety bzw. Ineffizienz in der Red Zone, verhinderten einen möglichen Sieg.

Herbert startet überraschend, scheitert knapp

Nicht einmal er selbst hätte mit einem Start gerechnet: Rookie-QB Justin Herbert wurde von den Los Angeles Chargers ins kalte Wasser geworfen, nachdem sich der eigentliche Spielmacher Tyrod Taylor beim Aufwärmen an der Brust verletzte. Herbert durfte also sein NFL-Debüt just gegen den amtierenden Champion, die Kansas City Chiefs, feiern. Ein Feuerwerk, das erst in der Verlängerung zu Gunsten der Chiefs per 58-Yard Field Goal von Harrison Butker zum 23:20 entschieden wurde. Just jenes Field Goal durfte Butker gleich drei Mal absolvieren: Nach einem Fehlstart, wurde Butkers zweiter Versuch per Timeout gestoppt. Der dritte Versuch saß aber wie die beiden Vorhergegangenen. Ein Mann ohne Nerven!

Die Chiefs entkamen dadurch gerade so ihrer ersten Saisonniederlage. Patrick Mahomes spielte eine seiner schlechtesten Halbzeiten seiner Karriere, nur um am Ende dann doch noch seinen Rhythmus zu finden und triumphieren zu können. 302 Yards (27/47) mit Würfen die vermutlich nur Mahomes machen kann (siehe Touchdown-Pass auf Tyreek Hill) und zweii Scores am Ende für den Super Bowl-MVP. Ganz nebenbei mutierte Mahomes auch zum Leading-Rusher seiner Mannschaft (54 Yards), trotz des hohen Drucks von Joey Bosa (vier Tackles, ein Sack) und Melvin Ingram.

Auf der anderen Seite stand der junge Herbert, der ohne großes Nachdenken frei aufspielte und sofort Wege und Mittel fand, sein Team über das Feld und auch zu Punkten zu führen. 311 Yards (22/33) mit einem Touchdown-Pass auf Jalen Guyton sowie 18 Rushing-Yards inklusive Score für den Neuling. Man kann diese Leistung gar nicht hoch genug loben – ohne Preseason, bei verkürzter Saisonvorbereitung, gegen den Champion so aufzuspielen – Chapeau! Allerdings reichte es knapp nicht für den ersten Sieg der Chargers in ihrem neuen Stadion. Egal was mit Tyrod Taylor passiert, Herbert dürfte bald endgültig vom Veteran übernehmen. (Martin Senfter, 21.9.2020)