Friedenssignale zwischen Mediaset und Aktionär Vivendi.

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Der italienische Fernsehkonzern Mediaset und sein Großaktionär Vivendi wollen ihren langjährigen Streit vor Gericht beilegen. Zudem lote man Wege aus, um die stockende Expansion von Mediaset in Europa anzuschieben, will Reuters am Dienstag von zwei mit der Sache vertrauten Personen erfahren haben.

Die von der Familie des früheren italienischen Regierungschefs Silvio Berlusconi kontrollierte Mediaset und Vivendi lehnten einen Kommentar dazu ab. Beide Unternehmen liegen im Clinch seit 2016, als die Franzosen ein Abkommen zum Kauf der Pay-TV-Sparte von Mediaset aufkündigten und eine Beteiligung von 29 Prozent aufbauten, die Mediaset skeptisch sieht.

Europäische Fernsehholding

Der Streit läuft vor Gericht und betrifft auch die Pläne von Mediaset für die Dachgesellschaft Media for Europe (MFE), die Ausgangspunkt für eine stärkere Kooperation mit anderen Fernsehkonzernen sein soll. Vivendi sah dies bisher eher kritisch. Die Italiener halten direkt und indirekt rund 24 Prozent an dem deutschen Konzern ProSiebenSat.1 und würden die Bayern gerne im Zuge der Konsolidierung in Europa in ihr Projekt MFE einbinden. Jüngst hatten die Chefs von Mediaset und Vivendi die Lage sondiert. Eine Lösung sei derzeit noch nicht in Sicht, sagten die Insider. Zudem mache die durch die Coronapandemie entstandene Unsicherheit die Dinge kompliziert.

Einer der Insider sagte, Mediaset könnte gegebenenfalls Schadenersatzklagen über mehrere Milliarden Euro fallen lassen, sollte man eine Lösung finden, die die Gruppe nach vorne bringe. Mediaset hatte geplant, sein italienisches und spanisches Geschäft in die niederländische Holding MFE einzubringen. Derweil profitierten die Aktien von ProSiebenSat.1 von einem Bericht in der italienischen Zeitung "Il Messagero", wonach Mediaset seinen ProSieben-Anteil aufstocken könnte. Die Papiere lagen am Nachmittag rund fünf Prozent im Plus. (APA, Reuters, 22.9.2020)