Wegen der Coronavirus-Pandemie findet die 75. Generaldebatte der Uno-Vollversammlung größtenteils virtuell statt.

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Donald Trump: "Die Vereinten Nationen müssen China für dessen Handlungen zur Rechenschaft ziehen."

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New York – In den USA hat die Zahl der Corona-Todesfälle die symbolische Schwelle von 200.000 überstiegen. Die Marke wurde nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität am Dienstag überschritten.

Die USA stehen damit für rund jeden fünften Todesfall weltweit, seit Beginn der Pandemie wurden in dem Land rund 6,86 Millionen Infektionsfälle bestätigt – auch das ist ein internationaler Höchstwert.

Trump schimpft über China

Bei der Generaldebatte der Vereinten Nationen hat US-Präsident Donald Trump schwere Vorwürfe gegen China wegen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus erhoben. "Wir müssen die Nation zur Rechenschaft ziehen, die diese Seuche auf die Welt losgelassen hat – China", sagte Trump in seiner Videobotschaft für die Uno-Vollversammlung am Dienstag. Die Regierung in Peking habe die weltweite Ausbreitung des "China-Virus" nicht gestoppt.

United Nations

"Die chinesische Regierung und die Weltgesundheitsorganisation – die praktisch von China kontrolliert wird – haben fälschlicherweise erklärt, dass es keine Beweise für eine Übertragung von Mensch zu Mensch gebe", sagte der US-Präsident. Er forderte: "Die Vereinten Nationen müssen China für dessen Handlungen zur Rechenschaft ziehen." Der chinesische UN-Botschafter Zhang Jun wies die Vorwürfe zurück.

Trump hatte Mitte April behauptet, in seinem Land werde es maximal 65.000 Covid-19-Tote geben, Anfang Mai hatte er dann von maximal 100.000 gesprochen. Die Universität Washington hatte Anfang September eine Prognose vorgestellt, wonach die Zahl der Virus-Toten in den USA bis zum Jahresende auf 410.000 ansteigen könnte.

"Friedensstifter Amerika"

Außerdem unterstrich Trump die Bemühungen seiner Regierung für den Frieden. "Amerika erfüllt sein Schicksal als Friedensstifter, aber es ist Frieden durch Stärke." Dabei hob er den Durchbruch bei den Abkommen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Bahrain hervor. Israel und die beiden arabischen Staaten haben unter Vermittlung Trumps die Normalisierung ihrer Beziehungen vereinbart.

Auch habe man ein "Friedensabkommen zwischen Serbien und dem Kosovo" erreicht. Tatsächlich haben Serbien und der Kosovo unter Vermittlung des Weißen Hauses eine Normalisierung ihrer wirtschaftlichen Beziehungen vereinbart, nicht aber ein Friedensabkommen. Trump zufolge sind die USA militärisch "stärker als je zuvor, unsere Waffen sind auf einem fortgeschrittenen Niveau, wie wir es nie zuvor hatten." Trump fügte hinzu: "Ich bete nur zu Gott, dass wir sie niemals einsetzen müssen."

Virtuelle Debatte

Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie findet die 75. Generaldebatte der Uno-Vollversammlung in diesem Jahr größtenteils virtuell statt. Die Vertreter aller 193 Mitgliedsstaaten – darunter weit mehr als 150 Staats- und Regierungschefs – sprechen nicht wie normalerweise im Uno-Hauptquartier in New York, sondern per im Voraus aufgezeichneten Video-Reden. In der Halle der Vollversammlung ist jedes Land nur mit einem örtlichen Diplomaten vertreten. (APA, 22.9.2020)