Wandelbots.

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Das Dresdner Startup Wandelbots will das Microsoft der Robotik werden. "Jeder Bandarbeiter in jedem Unternehmen kann mit unserer Technologie einen Roboter anlernen", sagte Firmengründer und -chef Christian Piechnick im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Damit Menschen ohne Programmierkenntnisse Roboter trainieren können, hat das Unternehmen eine Plattform entwickelt, die unabhängig von Roboter, Greifarm und Kamera funktioniert. Zudem gibt es den sogenannten Tracepen, eine Art Maus. Mit diesem sensorenbestückten Stift wird die Tätigkeit, die der Roboter lernen soll, beispielhaft ausgeführt und dann in Automatisierungsskripte für den Roboter umgeschrieben. Das sei 15- bis 70-mal schneller als beim normalen Programmieren, sagte Piechnick.

Anfang Oktober

Die erste Charge des im finnischen Oulu produzierten Tracepen wird Anfang Oktober ausgeliefert. Zu den Kunden gehört unter anderem Volkswagen. "Insgesamt werden wir dieses Jahr 1000 Geräte ausliefern, die auch alle schon verkauft sind", sagte Piechnick. In der Corona-Krise sei die Nachfrage nach Automatisierungstechnik gestiegen, weil Kunden Robotern einen größeren Teil der Fertigung übertragen wollten, um Mitarbeiter zu schützen.

Wandelbots Kombination aus Hard- und Software hat das Interesse von Microsoft und Siemens geweckt, die seit Sommer an dem 2017 gegründeten Spin-Off der Technischen Universität Dresden beteiligt sind. Insgesamt hat das Startup bereits rund 38 Millionen Euro eingesammelt. Mehr ist nicht geplant. Nun geht es laut Piechnick darum, so "schnell wie möglich Umsatz zu generieren". An großen Zielen mangelt es Wandelbots nicht: "Wir wollen einen Weltmarktführer für Robotik in Deutschland bauen und irgendwann an die Börse gehen."