Einen echten Football-Krimi bot das Aufeinandertreffen zwischen den Buffalo Bills und den Los Angeles Rams. Eigentlich schien die Partie im dritten Viertel schon entschieden, die Bills führten komfortabel mit 28:3 und mussten eigentlich nur noch weiter ihr Spiel durchziehen. Dann aber schien das Momentum in Richtung der Rams zu drehen. Jared Gofff (23/32, 321 Yards, zwei TDs, eine INT), lief selbst zum Anschluss-TD zum 10:28 und gab seinem Team damit wieder kleine Hoffnung auf einen potentiellen Erfolg. Im anschließenden Drive der Bills sollte die erste Schlüsselszene der Partie folgen: Josh Allen (24/33, 311 Yards, vier TDs) warf seine erste Interception der Saison. Das spannende dabei: sein Tight End Taylor Kroft fing das Ei, Rams Cornerback John Johnson aber laut den Referees auch. Eine äußerst kontroverse Szene, die endgültig das Spiel in Richtung der Rams gleiten ließ. In den anschließenden drei Drives scorte man durch Robert Woods, Cooper Kupp und Darrell Henderson immer voll und übernahm damit vier Minuten vor Schluss die Führung.

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Im Jahr 2020 sollte man die Rechnung aber nicht ohne Josh Allen machen. In einem verrückten Schlussdrive führte der Spielmacher sein Team über das gesamte Feld, konnte kritische Third-Downs zu First-Downs umwandeln, dem massiven Pass Rush der Rams entkommen und bekam schließlich das Glück des Tüchtigen: Eine Pass Interference gegen die Rams an der gegnerischen drei Yard Linie 21 Sekunden vor Schluss. Allen fand seinen Tight End Kroft in der Endzone und die Bills gewannen das Spiel mit 35:32.

Fazit: Josh Allen hat den Elchtest definitiv bestanden und zerlegt mit seinem Spiel dieses Jahr nicht nur Nachzügler-Mannschaften, sondern auch echte Contender. Seine Interception war im Grunde genommen eine Completion, sein restliches Spiel bis auf einen Fumble dafür ziemlich makellos. Die Bills stehen bei drei Siegen ohne Niederlage und sind eines der heißesten Teams der NFL. Umgekehrt gilt das auch für die Rams, auch wenn sie sie knapp geschlagen geben mussten. Coach Sean McVay kann immer noch eine effektive Offensive um Jared Goff bauen und mit Aaron Donald (sechs Tackles, zwei Sacks, zwei Tackles für Raumverlust) immer noch den besten Defensivspieler zur Verfügung. Donald zeigt sich in kritischen Momenten und sorgt dann für Big Plays, wie einen Sack mit 20 Yards Raumverlust für Buffalo.

Am Ende gewinnen sie doch

Die Tennessee Titans machen es Woche für Woche spannend, bleiben aber am Ende weiterhin siegreich. Gegen die Minnesota Vikings mühte sich das Team um QB Ryan Tannehill (23/37, 321 Yards, eine INT) zum 31:30 Sieg. Mann des Spiels war eindeutig Titans-Kicker Stephen Gostkowski der gleich sechs Field Goals samt 55-Yards-Gamewinner traf. Das Spiel ging hin und her, wenn’s brenzlig wird verlässt man sich bei den Titans gern auf die Lebensversicherung in Form von Runningback Derrick Henry: 119 Yards, zwei Touchdowns vom ehemaligen Heisman Trophy-Winner. Tannehill blieb gegen eine eigentlich schwache Vikings-Defensive blass, fand aber zumindest in Kalif Raymond (118 Yards), Corey Davis (69 Yards) und Jonnu Smith (61 Yards) seine Ballabnehmer. Defensiv entschieden Nuancen: Johnathan Joseph und Amani Hooker konnten Kirk Cousins (251 Yards, 16/27, drei TDs) zwei Mal picken, Kristian Fulton und Jeffery Simmons kamen auf je einen Sack. Letzterer hat das Spiel mit einem Roughing the Passer-Penalty fast noch kippen lassen. Die Titans hatten mit acht verteidigten Pässen einen starken Abend.

Minnesota wartet damit weiterhin auf den ersten Sieg. Cousins scheint in Rookie Justin Jefferson (175 Yards, ein TD) seinen neuen Liebelingsreceiver gefunden zu haben. Adam Thielen und Kyle Rudolph konnten ebenfalls einen Score verzeichnen. Mann der Partie auf Seiten der Wikinger war aber Runningback Dalvin Cook, der auf insgesamt 181 Rushing-Yards bei 22 Versuchen inklusive Touchdown kam. Von der Dominanz der vergangenen Jahre – vor allem defensiv – ist derzeit bei Minnesota nur wenig zu sehen.

Browns wieder positiv

Zum ersten Mal seit 2014, dürfen sich die Cleveland Browns über ein positives Sieg-Niederlagen-Verhältnis freuen. Ein 34:20 Sieg über das Washington Football Team macht es möglich. Den Hauptprotagonist des Erfolgs fand man allerdings auf Seiten Washingtons: Quarterback Dwayne Haskins (21/37, 224 Yards, zwei Touchdowns) warf gleich drei Interceptions und verlor zudem einmal nach einem Sack den Ball. Die Browns nützen die Turnover fast gnadenlos makellos aus und scorten 24 Punkte aus dem Ballgewinn. Dabei sah die Offensive lange Zeit alles andere als gut aus: Baker Mayfield (16/23) warf schlussendlich für 156 Yards und zwei Touchdowns, war aber insgesamt nicht unbedingt dominant – in den entscheidenden Momenten aber immerhin abgebrüht genug, um dem Team zu Punkten zu verhelfen. Den Rest erledigten einmal mehr die Runningbacks: Nick Chubb mit 108 Yards und zwei Scores, sowie Kareem Hunt mit 46 Yards samt 18 Receiving-Yards und einem Touchdown.

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Washington hatte die Offensive der Browns lange Zeit gut im Griff. Die starke D-Line um Rookie Chase Young stoppte Chubb und Hunt zunächst rasch, vermisste Young aber nach einer Leistenverletzung schmerzlich. Zwar konnte Montez Sweat Baker Mayfield zwei Mal zu Boden reißen, allerdings reichte das nicht, um Cleveland vom Scoring abzuhalten. Umgekehrt waren alle Picks von Haskins stark vermeidbar. Was gut funktionierte: Die Verbindung mit Dontrelle Inman (drei Receptions, 38 Yards, zwei Touchdows) und Terry McLaurin (83 Yards). Es war aber alles andere als ein gelungener Abend für den Quarterback.

Wie gut ist Cleveland jetzt tatsächlich? In der Offensive ist abgesehen vom Laufspiel noch ordentlich Luft nach oben. Mayfield wird mehr und mehr zum puren Game Manager, verteilt nahezu identisch viele Bälle auf Odell Beckham Jr. (sechs Targets, vier Receptions, 59 Yards) und Jarvis Landry (vier Targets und Receptions, 36 Yards) sowie Austin Hooper (vier Targets, drei Receptions 25 Yards). Der letzte Wumms fehlt aber und außerdem nimmt er immer noch zu einfach einen vermeidbaren Sack. Defensiv besteht die D-Line um Myles Garrett, in der Secondary dürfte man trotz der drei Picks gegen Washington mit anderen Kalibern der Liga aber Probleme bekommen.

(Fehl)Start perfekt

Des einen Freud, des andren Leid: Während die Pittsburgh Steelers nach dem 28:21 Erfolg über die Houston Texans bei einer perfekten 3-0 Bilanz stehen, bleiben die Texans weiterhin sieglos. Ben Roethlisberger (23/36, 237 Yards, zwei Touchdowns) musste früh auf seinen neuen Lieblingsreceiver Diontae Johnson verzichten, fand aber einmal Eric Ebron (52 Yards) und JuJu Smith-Schuster in der Endzone. Runningback James Conner (109 Yards, ein TD plus 40 Receiving-Yards) sowie Anthony McFarland (42 Yards) besorgten über das Laufspiel den offensiven Rest.

Defensiv spielten sich die Steelers mit den Texans: T.J. Watt kam auf vier Tackles (zwei für Raumverlust und einen Sack, Vince Williams, Stephon Trutt sowie Bud Dupree rissen Watson ebenfalls zu Boden. Houston konnte den Quarterback nur selten beschützen und fand kein Mittel gegen den Defensivverband Pittsburghs. Das Laufspiel um David Johnson (23 Yards bei 13 Versuchen, ein TD) war abermals nicht existent. Watson gab sein Bestes und zauberte einen wunderbaren 75-Yard-TD-Drive über Randall Cobb (95 Yards) heraus, war aber wieder einmal mehr mit dem Lauf um sein Leben, als mit dem erzielen von Punkten beschäftigt. Extrem bitter für den hypertalentierten Quarterback.

Wenn implodieren zur Regel wird

Vergangene Woche gaben die Atlanta Falcons gegen die Dallas Cowboys eine deutliche Führung aus der Hand, gestern sollte man gegen die Chicago Bears einmal mehr in sich zusammenbrechen. Trotz 26:10 Führung im dritten Viertel musste man sich schlussendlich mit 26:30 geschlagen geben. Viele Faktoren spielten für diesen Meltdown zusammen: Kicker Younghoe Koo vergab ein Field Goal, anschließend konnte man offensiv nur extrem kurze und uneffektive Drives produzieren. Matt Ryan (19/38, 238 Yards) warf einen Touchdown (Hayden Hurst) aber auch einen Pick und konnte im Schlussviertel seine Receiver nicht mehr finden. Gleich sieben incompletions hintereinander vom ehemaligen MVP. Zu viel um die zum Zeitpunkt noch vorhandene Führung noch einmal auszubauen. Im Laufspiel konnten Todd Gurley (80 Yards) und Brian Hill (58 Yards) je einen Score verzeichnen. Bis auf Calvin Ridley (fünf Receptions, 110 Yards) gab es wenig Lichtblicke.

Defensiv schon gar nicht, was ob des Umstands, dass die Bears im dritten Viertel ihren Quarterback Mitch Trubisky (13/22, 128 Yards, ein TD, eine INT) wegen schlechter Leistung austauschten, noch bitterer ist. Nick Foles übernahm und führte sein Team mit 188 Yards (16/29) und drei Scores bei einem Pick zum Sieg. Die Chemie mit Allen Robinson (123 Yards, ein TD) sowie Anthony Miller (41 Yards, ein TD) und Jimmy Graham (60 Yards, zwei TDs) schien zwar noch nicht perfekt, aber er fand jeden einzelnen der Genannten einmal in der Endzone. Der Kampf um den Quarterback-Platz der Bears sollte damit eröffnet sein. Ob Foles die Lösung ist? Vermutlich eher nicht. Die Defensive der Bears dominierte ab der zweiten Hälfte, Ackiem Hicks kam auf 1.5 Sacks, Khalil Mack sah man ständig über das gesamte Feld fliegen. Die Bears sind damit nach drei Spielen noch ungeschlagen, die Falcons sollten sich spätestens heute von Coach Dan Quinn trennen und warten weiterhin auf den ersten Saisonerfolg.

Patriots schlagen zurück

Eine Woche nach der Niederlage gegen die Seattle Seahawks, konnten sich die New England Patriots mit einem 36:20 Sieg über die Las Vegas Raiders rehabilitieren. Der Sieg sollte über das Laufspiel zu Stande kommen: Sony Michel (117 Yards), Rex Burkhead (49 Yards, zwei TDs + 49 Receiving Yards inkl. TD) und J.J. Taylor (43 Yards) durchbrachen regelmäßig die Defensive der Raiders und sorgten damit für den Unterschied. Nach starker Leistung gegen Seattle, sah Quarterback Cam Newton etwas steif aus: 162 Yards (17/28) bei einem Touchdown und einem Score. Die Defensive New Englands schlug dafür zu: Shilique Calhoun und Chase Winovich erzwangen gleich drei Mal einen gegnerischen Ballverlust; insgesamt kam man auf zwei Sacks und sieben verteidigte Pässe. Langsamer Start (0:3 am Beginn des zweiten Viertels) aber schlussendlich doch dominante Vorstellung.

Die Raiders begannen mit starkem und großem Raumgewinn, fanden aber einfach keinen Weg in die Endzone. Fumbles von Derek Carr (24/32, 261 Yards, zwei TDs) und Josh Jacobs (71 Yards) machten das Leben schwer. Tight End Darren Waller wurde von Pats fast komplett aus der Partie genommen (neun Yards), blieb nur noch Hunter Renfrow mit 84 Yards und einem Garbage-Time-Touchdown übrig. Das Konzept von Gruden in der Offensive sieht vielversprechend aus, gegen Teams wie New England darf man sich aber keinen einzigen Fehler erlauben. Sonst kommt es zu solchen Niederlagen. Beide Mannschaften stehen nun bei zwei Siegen und einer Niederlage.

Das Lazarett reicht leicht für Giants

Die San Francisco 49ers pfeifen auf dem letzten Loch. Nachdem nahezu alle Starter auf den Schlüsselpositionen ausfielen, rechnete man nicht unbedingt mit einem (hohem) Sieg gegen die New York Giants. Genau dieser sollte aber eingefahren werden: 36:9 Erfolg für den Super Bowl-Teilnehmer.

49ers Quarterback Nick Mullens startete für den verletzten Jimmy Garoppolo und warf 343 Yards (25/36) samt Touchdown auf Jeff Wilson. In einer Offensive von Kyle Shanahan scheint sich wirklich jeder Ballwerfer wohlzufühlen. Das Mastermind entwarf wieder einmal hoch effektive Spielzüge, setzte seine noch vorhandenen Spieler ideal ein und fegte so über die Giants hinweg. Rookie Brandon Aiyuk zeigte mit 70 Receiving-Yards und einem Rushing-Touchdown auf, Jerrick McKinnon (38 Yards) und Jeff Wilson (15 Yards) fanden ebenfalls einmal den Weg in die Endzone. Es war ein ungefährdeter Sieg, San Francisco puntete im gesamten Spiel kein einziges Mal. Defensiv spielten bis auf Fred Warner fast ausschließlich Backups und man ließ überhaupt nichts zu. Warner konnte dafür mit sieben Tackles und einem Pick aufzeigen.

Für Fans der Giants wird es eine lange Saison. Daniel Jones (17/32, 179 Yards) warf einen Pick und verlor ein weiteres Mal das Ei, Wide Receiver Darius Slayton ebenso. Ohne Saquon Barkley geht gar nichts, Jones war mit 49 Rushing-Yards auch bester Läufer seines Teams.

Verzichtbares Unentschieden

Die Philadelphia Eagles und die Cincinnati Bengals trennten sich mit 23:23 nach Overtime. Die Partie war mitunter nicht anzusehen, beide Mannschaften zeigten horriblen Football. Konsequenterweise verdiente das Spiel auch keinen Sieger. Die Eagles und vor allem Carson Wentz sehen alles andere als gut aus. Der Quarteback warf 225 Yads (29/47) für einen Touchdown und zwei grausame Picks. Es gibt eigentlich nicht mehr viel zu sagen, da ist einfach sehr viel Sand im Getriebe. Wentz hätte sein Team in der Verlängerung sogar noch auf Siegkurs gebracht, ein Penalty ließ schlussendlich aber nur noch ein 64-Yard-Field-Goal zu, auf das man verzichten sollte.

Bei den Bengals muss Joe Burrow weiterhin auf seinen ersten Sieg warten. Der First-Overall-Pick des vergangenen Drafts warf 312 Yards (31/44) und zwei Touchdowns und hat ein weiteres Spiel hinter einer fast nicht existenten O-Line überlebt. Tyler Boys bleibt seine präferierte Anspielstation, er wurde gleich 13 Mal angeworfen und fing das Ei zehn Mal für 125 Yards. Insgesamt ist das Unentschieden für die Eagles eine mittlere Katastrophe, sind die Bengals – von Burrow und ein paar Ausnahmen offensiv – doch ein äußerst schwaches Team. Man kann froh sein, dass das Spiel ein Ende gefunden hat.

Jets desaströs

Wie bei den Giants, sieht es auch bei den New York Jets alles andere als gut aus. Gegen die Indianapolis Colts setzte es eine deutliche 7:36 Niederlage. Jets-QB Sam Darnold erlebte einen grauenhaften Tag, ward für 168 Yards (17/29) bei einem Touchdown und drei Interceptions inklusive zwei Pick-Six‘. Seine Entscheidungen waren alles andere als gut, dass er aber weiterhin allein auf weiter Flur werken muss, macht die Sache nicht einfacher. In wenigen Momenten sieht man sein Potential, unterm Strich ist es aber einfach zu wenig, um einen Erfolg einfahren zu können. Interceptions in der Red Zone, Safeties, Pick-Six – all das muss vermieden werden. Die Jets sind aber allgemein nicht konkurrenzfähig, wie jede Woche der Reminder: Fire Adam Gase!

Die Colts hingegen wieder einmal ultradominant auf defensiver Seite des Balls. Xavier Rhodes kam auf zwei Picks, Darius Leonard sorgte für elf Tackles (einer für Raumverlust), Kenny Moore und Justin Houston kamen auf je einen Sack. Derzeit stellt Indianapolis die beste Defense der Liga. Das macht auch das Leben für Philip Rivers einfacher: Der Veteran warf 217 Yards (17/21) und einen Touchdown auf Moe Allie-Cox – den 400. seiner Karriere. Der Sieg war nie gefährdet, man gab dem Veteran im vierten Viertel eine Pause. Jacoby Brissett kam auf 17 Yards (2/4), Runningback Jonathan Taylor lief für 59 Yards bei einem Score.

Erster Sieg für Rhule

Die Carolina Panthers und ihr neuer Head Coach Matt Rhule konnten durch einen 21:16 Erfolg über die Los Angeles Chargers ihren ersten Saison-Sieg feiern. Dabei stand der Erfolg noch auf Messerschneide, nachdem ein letztes Lateral-Angriff der Chargers nur haarscharf scheiterte. Panthers QB Teddy Bridgewater warf 235 Yards (22/28) und einen Touchdownpass auf Mike Davis (45 Yards + 46 Rushing-Yards). In einem Spiel ohne Lebensversicherung Christian McCaffrey hatte vor allem in der Redzone seine Probleme. gleich fünf Mal schickte man Kicker Joey Syle aufs Feld, der auch alle Kicks unterbringen konnte. Defensiv kam Donte Jackson auf einen wichtigen Pick und allgemein machten die Panthers mit sieben verteidigten Pässen, drei Fumbles und zwei Sacks einen sehr guten Job.

Die Chargers mussten nach der Verletzung von QB Tyrod Taylor durch den Team-Arzt, wieder auf Rookie-Spielmacher Justin Herbert zurückgreifen. Mit 330 Yards (35/49), einem Touchdown bei einem Pick und einem Fumble zeigte er auch im zweiten Spiel eine annehmbare, wohl aber noch lange nicht fehlerfreie Leistung. Mit Keenan Allen (132 Yards, ein TD) hat er einen verlässlichen Ballabnehmer, Austin Ekeler ist sowieso die Universalwaffe im Angriff der Chargers (59 Rushing-Yards, ein TDD + 84 Receiving-Yards). Mit weniger als zwei Minuten auf der Uhr und einem Rückstand von fünf Punkten, stand Herbert mit seiner Offensive an der eigenen 1-Yard-Linie, nur um sein Team noch an die gegnerische 28-Yarrdd Line zu führen. Der letzte Lateralpass von Keenan Allen auf Austin Ekeler kam nur ganz knapp nicht an. Herbert muss noch auf den ersten Profi-Sieg warten, Matt Rhule hingegen durfte feiern.

Lions mit erstem Sieg

Und es ist fix – im Jahr 2020 ist auf gar nichts mehr Verlass, denn die Detroit Lions konnten tatsächlich ein Spiel für sich entscheiden. Durch ein Field Goal von Matt Prater setzten sich die Löwen mit 26:23 gegen die Arizona Cardinals durch. Quarterback Matthew Stafford (270 Yards, 22/31, zwei Touchdowns) hatte zwar nicht seinen besten Tag – er überwarf regelmäßig seine Receiver in der Endzone – konnte aber zumindest den Ball sicher halten und mit Rückkehrer Kenny Golladay (57 Yards, ein TD) gleich wieder eine Verbindung aufbauen. Für den zweiten Score des Abends sorgte der schon in vergessen geratene Tight End Jesse James. T.J. Hockenson wird auch immer wichtiger, der Tight End fing vier Bälle für 53 Yards. Das von Head Coach Matt Patricia so heiß geliebte Laufspiel ging über Adrian Peterson, der gleich 22 Mal das Ei in die Hand nehmen und für 75 Yards laufen durfte. Die größte Neuerung im Spiel der Lions war aber sicherlich das Erreichen und Erzwingen von Turnover: Gleich drei Mal konnte man Cardinals QB Kyler Murray intercepten. Duron Harmon, Jamie Collins und Rookie-Cornerback Jeff Okudah waren für die Picks zuständig. Wichtigster Mann blieb aber Kicker Matt Prater, der all seine vier Field Goals zu Punkten verwandeln konnte. Mit drei Turnover sollte eigentlich mehr herausschauen, aber wollen wir jetzt nicht kleinlich sein.

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Auf der anderen Seite die Cardinals und Murray: 270 Yards (23/35), zwei Touchdowns auf Andy Isabella (47 Yards) und zusätzlich noch ein Traum Rushing-TD für den jungen Spielmacher. Die Picks waren allerdings allesamt grausam und vermeidbar. Anfängerfehler würde man fast sagen. Dennoch blieb die Partie bis zur Schlusssekunde offen, auch weil DeAndre Hopkins mit 137 Yards bei zehn Rececptions wieder einmal einen starken Tag vorweisen konnte. Man sieht aber – viel Fehler darf sich Murray nicht leisten, das Team allgemein ist noch nicht so weit, wohl aber auf der richtigen Spur. Vier Sacks, zwei verteidigte Pässe gab es defensiv.

Kein Stress für Brady

Einen ungefährdeten 28:10-Sieg gab es für die Tampa Bay Buccaneers gegen die Denver Broncos. Tom Brady warf für 297 Yards (25/38) und drei Touchdowns auf Chris Godwin (64 Yards) und Mike Evans (zwei Yards, zwei TDs). Scott Miller konnte mit 83 Yards bei drei Receptions den größten Raumgewinn beisteuern. Und weil’s ein wenig nostalgisch sein darf, warf er seinen alten Buddy Rob Gronkowski gleich sieben Mal an, wovon auch sechs Mal eine Reception herausschaute (48 Yards). Das Laufspiel war gegen die Broncos mäßig erfolgreich, Ronald Jones kam auf 53 Yards bei 13 Versuchen, Leonard Fournette auf 15 Yards bei sieben Carries. Bleibt noch die Defensive, die abermals zu überzeugen wusste. Lavonte David und Mike Edwards pickten die beiden Broncos-QBs Jeff Driskel (17/30, 176 Yards, ein TD) und Brett Rypien (8/9, 53 Yards) je einmal und konnten im Kollektiv zudem fünf Pässe verteidigen. Shaq Barrett bleibt mit sechs Tackles (drei für Raumverlust) und zwei Sacks (einer für einen Safety) dominant und hatte ein Revenge-Game gegen sein altes Team, insgesamt rissen Buccs-Spieler die QBs der Broncos gleich sechs Mal zu Boden.

Die Broncos haben nach dem Ausfall von Drew Lock ein massives Quarterback-Problem. Jeff Driskel wurde im Schlussviertel für Brett Rypien gebenched. Letzterer konnte seine ersten acht Pässe anbringen, nur um dann eine Interception in der End Zone zu werfen. Auch mit Lock wird das schwierig. Schon jetzt eine gebeutelte Saison.

Russell Wilson unaufhaltbar

Die Seattle Seahawks empfingen die Dallas Cowboys zum Showdown – und abermals sollte Russell Wilson groß aufspielen. Der Quarterback, der noch nie eine einzige Stimme im MVP-Voting erhalten hat, tut alles daran, dass sich dies in Zukunft ändert: 315 Yards (27/40) und fünf Touchdowns steuerte Wilson beim 38:31 Sieg über die Cowboys bei. In den ersten drei Spielen warf Wilson damit schon 14 Scores! Sowohl DK Metcalf (110 Yards, ein TD) als auch Tyler Lockett (100 Yards, drei TDs) als auch Jacob Hollister (ein Yard) konnten das Ei in der Endzone unter Kontrolle bringen. Metcalf sorgte zudem für das negativ-play des Abends, als er eine tiefe Bombe von Wilson fangen, sich den Ball aber vor der Endzone im gedankenlosen Jubeltaumel aber noch aus den Händen reißen ließ. Egal ob Führung oder Rückstand – Wilson zieht sein Spiel unabdingbar durch. Defensiv läuft es noch nicht sonderlich gut, auch wenn Shaquill Griffin und Ryan Neal auf je eine Interception bzw. zwei Sacks von Alton Robinson und Jarran Reed kamen.

Die Cowboys schienen schon abgeschlagen zurückzuliegen, nur um doch immer wieder verkürzen zu können. Dak Prescott (37/57, 472 Yards, drei TDs) warf 138 Yards auf Micaehl Gallup (ein TD), 107 auf Ced Wilson (zwei TDs) und in Amari Cooper (zwölf Targets, neun Receptions, 86 Yards) seinen Lieblingsmitspieler. Der Mix aus bitteren Interceptions, einem Safety zu Beginn, ein einem etwas eigenwilligen Playcallings samt Zeitmanagement war zu viel, um den Sieg gegen Wilsons Seahawks einfahren zu können. Zeke Elliott kam bei 14 Versuchen im Durchschnitt auf magere 2.4 Yards an Raumgewinn, aber auch einen Score. Die Cowboys zogen gegen die ungeschlagenen Seahawks knapp den Kürzeren, bewiesen aber, dass sie es mit den besten Teams der Liga aufnehmen könnten. Wenn es alles passt. Aja – Aldon Smith bleibt ein erster Kandidat für den Comeback Player des Jahres: Nach fünf Jahren Pause dominiert der Pass Rusher Woche für Woche, gegen Seattle kam er auf vier Tackles (zwei für Raumverlust) und drei Sacks. Willkommen zurück!

Packers ziehen Saints den Zahn

Auch die Green Bay Packers bleiben nach drei Spieltagen ungeschlagen und sorgten mit einem 37:30 Erfolg über die New Orleans Saints für den dritten Saisonsieg. Aaron Rodgers spielte sich mit der Defense der Saints, warf für 283 Yards (21/32) und drei Touchdowns. Ohne Receiver Davante Adams stieg Allen Lazard zum Gamechanger auf: Mit sechs Receptions für 146 Yards bei einem Touchdowns war er der wichtigste Ballabnehmer im Sunday Night Game. Vor allem bei tiefen Bällen zeigte er seine Stärke. Defensiv kam Kingsley Keke auf zwei Sacks. Die Packers waren an diesem Abend einfach das bessere Football-Team und scheinen derzeit auf alles eine Antwort zu haben. Rodgers spielt groß auf, als hätte es die vergangene Saison nicht gegeben (was dem ein oder anderen Packers-Fan ob des Records 2019 jetzt vermutlich zynisch anmuten mag). Aaron Jones lief 69 Yards für einen Touchdown, der Mix stimmt einfach.

New Orleans ohne Michael Thomas bleibt schwierig. Alvin Kamara machte was er nur konnte, kam auf 139 Receiving-Yards (zwei Scores) bei 58 Ruhing-Yards – ebensoviele konnte Latavius Murray beisteuern. Emmanuel Sanders mit 56 Yards (ein TD) und Tre’Quan Smith (42 Yards) versuchten ihr Bestes, konnten aber nicht für weitere Punkte sorgen. Drew Bress (288 Yards, 29/36, drei TDs) fand vor allem in der Red Zone keine Ballabnehmer, wodurch Kicker Will Lutz drei Field Goals verwandeln musste. Ein Fumble im Schlussviertel durch Taysom Hill spielte den Packers zudem ordentlich in die Karten. Die Saints sahen besser aus, als bei der Niederlage gegen die Las Vegas Raiders. Aber derzeit scheint einfach noch der Wurm drinnen zu sein. Green Bay damit auf 3-0, die Saints stehen bei 1-2.