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Selbstfahrende Elektroautos, Hirnimplantate, wiederverwendbare Raketen, globales Satelliteninternet. Wenn man Elon Musk, Tech-Ikone und Enfant Terrible der Branche, eines nicht vorwerfen kann, dann mangelnde Ambitionen. Seine Hartnäckigkeit hat sich für ihn aber ausgezahlt. Teslas Marktwert steigt seit rasant und Space X ist bei der US-Raumfahrtagentur Nasa als Partner gern gesehen.

Doch der große Erfolg war, zumindest für Musk selber, nicht in Stein gemeißelt. Er fürchtete, dass beide Unternehmen zu einem Totalflop werden könnten, berichtet CNBC.

Mit Scheitern gerechnet

"Um ehrlich zu sein, damals dachte ich, dass es eine Chance größer 90 Prozent gibt, dass sowohl Space X als auch Tesla bald nichts mehr wert sein werden", schreibt er auf Twitter. "Dabei stimmten mir auch die Presse und die Auto- bzw. Raumfahrtindustrie zu." Dennoch entschloss er sich, viel Geld dafür in die Hand zu nehmen. Der Verkauf von Paypal an Ebay im Jahr 2002 soll Musk etwa 200 Millionen Dollar eingebracht haben. Die Hälfte davon verwendete er alsbald zur Gründung von Space X. 6,3 Millionen Dollar pumpte er zwei Jahre später in Tesla.

Schon damals hätten ihm viele gesagt, dass er alles Geld, das er in Space X steckte, verlieren werde. Und obwohl er das für sehr wahrscheinlich hielt, wollte er es auf den Versuch ankommen lassen. Als Neueinsteiger hatte man Jahre an Entwicklung vor sich und mit Firmen wie Boeing auch schon etablierte Konkurrenz.

Schicksalsstart für Falcon-1

2017 erklärte Musk, dass der vierte Startversuch für die erste wiederverwendbare Rakete, Falcon-1, ein entscheidender Moment für das Schicksal des Unternehmens war. Finanziert wurde der Launch im Jahr 2008 mit dem "letzten Geld" des Unternehmens. Ein weiterer Fehlschlag hätte wohl das Aus bedeutet.

Ähnlich sah es im Autobereich aus. Die Branche im Allgemeinen setzte hartnäckig auf Verbrennungsmotoren und wollte Bedenken ob des Klimawandels vor allem mit sparsameren Motoren, Filtertechnologien und Hybridantrieben begegnen. Rein elektrisch betriebene Fahrzeuge gab es kaum zu kaufen und die wenigen existenten Modelle waren teuer und von geringer Reichweite. Ladeinfrastruktur war abseits der Eigenheime der wenigen E-Auto-Besitzer de facto nicht vorhanden.

Der vierte Startanlauf für Falcon-1.
SpaceX

E-Auto-Pionier zieht an Toyota vorbei

Tesla hatte nicht nur mit der Skepsis der Konsumenten, sondern auch mit allerlei technischen Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen, speziell in der Produktion. Aber man hatte zumindest den Vorteil, dass die restliche Industrie sich kaum in den Bereich vorwagte. 2008 seien Tesla und Space X jeweils knapp vor dem Konkurs gestanden. Davon ist heute nichts mehr zu merken. Doch hinter dieser Entwicklung steckt eine "komplett wahnsinnige Menge an Arbeit", so Musk.

Aktuell wird Tesla mit einem Marktwert von rund 385 Milliarden Dollar ausgewiesen und hat damit auch schon alteingesessene Autohersteller wie Toyota überholt. Das noch nicht börsennotierte Space X wurde zuletzt auf 40 Milliarden geschätzt. Für dessen Satelliteninternet-Sparte Starlink strebt Musk einen Börsengang an, sobald sie stabile Einnahmen vorweisen kann. (gpi, 4.10.2020)