Kenzo Takada hatte von Paris aus unter seinem Vornamen Kenzo weltweit Karriere gemacht.

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Paris/Tokio – Der international erfolgreiche Modedesigner Kenzo Takada ist an Covid-19 gestorben. Der 81-jährige Gründer des Unternehmens Kenzo sei am Sonntag in einem Krankenhaus in Neuilly-sur-Seine bei Paris gestorben, teilte ein Sprecher mit.

Takada kam als 26-Jähriger Mitte der Sechzigerjahre per Frachtschiff nach Frankreich, 1970 gründete er das Mode- und Kosmetikunternehmen Kenzo und zeigte als erster japanischer Modedesigner in Paris eine Modenschau: Seine von Kimonos inspirierte farbenfrohe Mode sorgte für Aufsehen, ebenso wie seine erste Show-Location, Takadas legendäre, mit Dschungelmotiven ausgemalte Boutique Jungle Jap.

Kenzo Takada im Dezember 1977 mit der italienischen Schauspielerin Gina Lollobrigida in Rom. Sie hatte ihn als einen der zehn elegantesten Männer der Welt ausgezeichnet.
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Ausbau eines Modeimperiums

Der Designer, der stets als zurückhaltend galt, hatte keine Angst vor dem Spektakel: Ende der Siebzigerjahre zeigte er seine Modeschauen in Zirkuszelten sowie im New Yorker Nachtclub Studio 54. Ihm gelang es, die Marke Kenzo zu einem internationalen Modeimperium auszubauen – seit 1983 entwarf er auch Männermode, wenige Jahre später brachte er Parfums auf den Markt.

Kenzo Takada im Frühjahr 1998 nach seiner Modenschau in Paris. Ein Jahr später verließ er das Unternehmen.
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1993 verkaufte Takada sein Unternehmen für 70 Millionen Euro an den französischen Luxuskonzern LVMH. Bis 1999 war er für Kenzo als Kreativchef tätig, im Alter von 60 Jahren verabschiedete er sich aus der Modewelt, um zu reisen und sich der Malerei zu widmen. Mit seinem in den Nullerjahren gegründeten Label für Wohnaccessoires konnte Takada nicht an seine vergangenen Erfolge anknüpfen. Erst im Jänner 2020 hatte der 80-Jährige einen Neustart mit der Inneneinrichtungsmarke K3 angekündigt.

Felipe Oliveira Baptista hatte am 30. September in Paris die Kenzo-Frühjahrskollektion 2021 präsentiert.
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Das Modehaus Kenzo hingegen erlebte vor allem unter den von 2011 bis 2019 tätigen US-Designern Carol Lim und Umberto Leon ein Revival, seit vergangenem Jahr ist der Portugiese Felipe Oliveira Baptista Kreativchef bei dem Modeunternehmen. (APA, red, 4.10.2020)