Evi Romen bei der Preisverleihung in Zürich.

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Die österreichische Regisseurin Evi Romen hat mit ihrem Debütfilm "Hochwald" beim 16. Zürich Film Festival einen der mit 25.000 Franken (rund 23.200 Euro) dotierten Hauptpreise gewonnen. Der Regie-Erstling der 53-jährigen erhielt am Samstagabend das Goldene Auge als bester Film im deutschsprachigen "Fokus Wettbewerb". Romen "hat uns mit der Wahl und Inszenierung ihres Casts und dem Umgang mit dem erzählerischen Rhythmus und der Visualität überzeugt", urteilte die Jury.

"Wir sind neugierig auf ihr weiteres filmisches Schaffen", heißt es in der Begründung weiter, die in dem in Zürich am 27. September erstmals gezeigten Film eine "Vielfalt an Themen" ortete. Dies sei "ein Wagnis ein, das der Hauptdarsteller Thomas Prenn an jeder Stelle zu meistern weiß. Ihm folgen wir durch die dramatischsten Wendungen, die uns mit seiner Außenseiterrolle und unseren Vorurteilen konfrontieren".

"Von einer Jury hervorragender Filmschaffender ausgezeichnet zu werden, ist eine besondere Ehre. Ich widme diesen Preis meinem wunderbaren Ensemble, allen voran dem Hauptdarsteller Thomas Prenn, und meinem Team für die wertvolle künstlerische Unterstützung", wird Romen am Sonntag in einer Aussendung zitiert. Bereits 2017 hatte sie im Rahmen der Diagonale in Graz den mit 14.500 Euro dotierten Carl-Mayer-Drehbuchpreis für "Hochwald" gewonnen. Der Film soll nun am 1. Jänner 2021 in Österreich anlaufen. Auch der ORF gratulierte als Kofinanzierer der Produktion zum Erfolg beim renommierten Schweizer Filmfestival.

Regiedebüt der Cutterin

In dem Regie-Debüt der Editorin und Autorin ("M – eine Stadt sucht einen Mörder") geht es um den jungen Träumer Mario (Prenn), der in einem Südtiroler Dorf aufwächst und versucht, aus der Enge auszubrechen. Die Liebelei mit seinem Jugendfreund Lenz (Noah Saavedra) in Rom endet tragisch. Und so kehrt Mario nach Hause zurück, wo er auf Nadim (Josef Mohamed) trifft, der ihn für sich und den Islam begeistert.

Auch die anderen beiden Hauptpreise des Zürcher Filmfestivals gingen an Frauen. Die mexikanische Filmemacherin Fernanda Valadez gewann mit ihrem Erstling "Sin Senas Particulares" das Goldene Auge als bester Spielfilm. Sie erzählt in ihrem Drama von der verzweifelten Suche einer Mutter nach ihrem tot geglaubten Sohn, der in der Hoffnung auf ein besseres Leben aus Mexiko in die USA geflüchtet ist.

Mit dem Goldenen Auge als bester Dokumentarfilm wurde "Time" von Garrett Bradley ausgezeichnet. Den Preis für die beste Serie ging an die dänische Produktion "Cry Wolf" von Maja Jul Larsen. Den Science Film Award erhielt der schwedische Dokumentarfilm " I am Greta" von Nathan Grossman über die bekannte Klimaaktivistin. (APA, 5. 10. 2020)