Wiewohl die EU im Gasstreit mit Zypern "nur" die Sanktionsdrohung aufrecht hält, teilt der türkische Präsident Tayyip Erdoğan seit Tagen aus.

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Ankara/Athen/Nikosia – Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat die Beschlüsse des EU-Gipfels von vergangener Woche scharf kritisiert. In einer Videoschaltung mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel sagte Erdoğan nach Angaben seines Büros am Dienstag, die EU-Staaten hätten sich "der Erpressung ergeben", die von Griechenland und Zypern ausgegangen sei.

Die Beschlüsse der Staats- und Regierungschefs seien nicht ausreichend, um die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und der Türkei zu verbessern. Im Abschlussdokument des Gipfels vom Freitag hält die EU die Sanktionsdrohung gegen die Türkei aufrecht. Hintergrund ist ein Streit zwischen dem Land und den EU-Mitgliedern Griechenland und Zypern um Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer.

Merkel sucht Dialog

Merkel hatte am Freitag gesagt, die EU-Staaten unterstützten "die berechtigten Anliegen von Griechenland und Zypern". Es sei aber auch klar, dass die EU einen "konstruktiven Dialog" mit der Regierung in Ankara suche und ein gutes Verhältnis zur Türkei wolle, so Merkel mit Verweis auf den EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei. (Reuters, 6.10.2020)