Die Bundesnetzagentur begrüßte die Vereinbarung.

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Marktführer Deutsche Telekom und Telefonica Deutschland bauen ihre Zusammenarbeit im Festnetzbereich aus. Künftig könne die Telefonica-Tochter nicht mehr nur bestehende Kupferanschlüsse sondern erstmals auch das Glasfasernetz nutzen, kündigte der Bonner Dax-Konzern am Mittwoch an. Durch die seit 2013 bestehende Kooperation, die nun frühzeitig um zehn Jahre verlängert und erweitert wurde, kann der auf Mobilfunk fokussierte Anbieter Telefonica Deutschland seinen Kunden auch Festnetz anbieten.

"Wir sichern mit diesem Vertrag die Auslastung unseres Breitbandnetzes. Und wir erhalten finanzielle Mittel, die wir in den Ausbau unserer Netze reinvestieren", sagte der scheidende Telekom-Deutschlandchef Dirk Wössner, der nun auch Vereinbarungen mit anderen Marktteilnehmern anstrebt. Telefonica-Deutschland-Chef Markus Haas sprach von "Planungssicherheit". Die Kooperation, die noch regulatorische Zustimmung benötigt, soll im Frühjahr 2021 in Kraft treten.

Die Bundesnetzagentur begrüßte die Vereinbarung. "Das ist ein gutes Signal für weitere Kooperationen zwischen den Marktakteuren", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Durch freiwillige Vereinbarungen könnten harte Entscheidungen des Regulierers in einem hochumstrittenen Umfeld und anschließende jahrelange juristische Auseinandersetzungen vermieden werden. (Reuters, 7.10.2020)