Eine Krankenschwester bereitet eine Dosis des "Sputnik V"-Impfstoffs vor.

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Während Russland eifrig seinen neuen Impfstoff gegen Covid-19 an rund 40.000 Freiwilligen testet, entbrennt ein Streit über die Kosten einer Impfung. Der Duma-Abgeordnete Nikolai Goworin fordert, den Impfstoff kostenlos an die Bevölkerung abzugeben, doch von offizieller Stelle hören sich die Kommentare bisher anders an. So hat der Chef des russischen Kartellamts Igor Artemjew erklärt, eine Dosis des Serums werde maximal 1.000 Rubel (knapp elf Euro) kosten.

Später werde der Preis weiter sinken, wenn die Massenproduktion angelaufen sei und ausländische Präparate als Konkurrenz zur Verfügung stehen, prognostizierte er.

Forderung nach freiwilliger Impfung

Für die meisten Russen ist der Preis des Impfstoffs allerdings Nebensache. Einer Umfrage der Regierungspartei Einiges Russland zufolge fordern 93 Prozent, dass die Impfung freiwillig sein müsse, und 73 Prozent der Bürger sind nicht bereit, sich überhaupt impfen zu lassen – egal, ob mit russischem oder ausländischem Serum.

Den neuen Impfstoff ausprobieren wollen 23 Prozent der Befragten, während vier Prozent erklärten, für sie sei das Thema nach einer überstandenen Covid-Erkrankung nicht aktuell. (André Ballin aus Moskau, 7.10.2020)