Touristen beobachten den Ausbruch des Stromboli.

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Der Vulkan scheint auch das Liebesleben anzuregen.

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Der Stromboli gehört zu den aktivsten Vulkanen der Welt.

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Phallischer Seestapel vor der Insel Filicudi

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Die zahlreichen Grotten der Insel Filicudi sollen von so manchen Touristen als Liebeshöhlen verwendet werden.

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Sie sind wild und extrem heiß – nicht nur wegen der hohen Temperatur und der atemberaubenden Vulkanlandschaft mit ständigen kleinen Eruptionen. Stromboli und Filicudi, zwei wunderschöne Inseln im äolischen Archipel Siziliens, werden von einigen als magische, aphrodisierende Orte angesehen, ideal für jene, die die Ekstase leidenschaftlicher Nächte suchen. Deshalb werden sie oft als "Fruchtbarkeitsatolle" bezeichnet.

Nicht dass irgendjemand eine Ausrede braucht, um in eine wunderschöne Ecke Italiens zu reisen – wenn er in diesen schwierigen Zeiten dorthin reisen kann –, aber für manche ist eine Reise hierher mehr als ein Urlaub – es kann eine lebensverändernde Erfahrung sein.

"Orgasmischer" Cocktail

Einheimische sagen, die Inseln seien zu "Sex-Pilgerorten" geworden. Sie behaupten, obwohl es nicht ganz klar ist, woher sie es wissen, dass die entspannende Umgebung Paare dazu ermutigt, im Schlafzimmer zu experimentieren. Das warme Thermalwasser der Inseln, die spektakuläre Lavalandschaft, die faszinierenden Grotten und geheimnisvollen Blumen gelten als "orgasmischer" Cocktail, der anscheinend die Menschen anmacht. Jungvermählte Paare, die sich nach einem Baby sehnen, sollen aus der ganzen Welt hierher kommen.

Stromboli, mit dem gleichnamigen Vulkan, einem der aktivsten der Welt, gilt als die "aphrodisierendste" der Inseln. Es gibt häufige Ausbrüche, etwa alle 15 Minuten, die den Boden rumpeln lassen. Die Flanken des Vulkans sind ein Patchwork aus gelbem, rotem, orangefarbenem, schwarzem und grünem Sand und Felsen, die mit rosa Blumen bedeckt sind. Erkaltete Lavaströme hinterließen riesige Narben in der Landschaft, die als "Sciare" bekannt sind.

Ständige Schwingungen

Die pechschwarze Landschaft steht im Kontrast zum durchscheinenden Aquamarinwasser und der Reihe weiß getünchter Häuser, die vom Hafen der Insel zum einsamen Strand von Piscità führen. Nachts gibt es Bootstouren, bei denen Besucher das Lavafeuerwerk unter Sternenhimmel bewundern können. Nachts, wenn die Luft abkühlt, fühlen sich Straßen und Bürgersteige heiß an und raue Steinmauern strahlen Wärme ab. "Es ist ein sehr sinnlicher Ort, eine Insel des Feuers und der Leidenschaft", sagt Maria Puglisi, eine lokale Weinhändlerin, zu CNN. "Sie können die ständigen Schwingungen jedes Mal spüren, wenn der Vulkan ausbricht. Es ist, als ob der Vulkan in Ihrem Körper explodiert."

Viele Menschen, die sich auf eine achtstündige Wanderung zum Krater begeben, ziehen sich gerne nackt aus und liegen mit ihren Bäuchen auf dem zitternden Boden, um die Eruptionen und Vibrationen in ihren Körpern besser zu spüren. Dies soll eine orgasmische Erfahrung sein, die leidenschaftlichen Sex entzündet, heißt es.

Betörender Duft

Die Insel beherbergt auch eine ungewöhnliche Pflanze, die nachts einen hypnotischen Duft freisetzen soll, der die Libido steigern und Paaren bei der Empfängnis helfen soll. Sie heißt Cestrum nocturnum, Nachtjasmin, deren grünlich-weiße Blüten nur bei Sonnenuntergang blühen. Ihr Duft soll so stark sein, so überwältigend, dass er einen angenehmen Schwindel verursachen kann, der bis in die ersten Morgenstunden anhält.

Das Aroma des Nachtjasmin, schon in der Antike als Aphrodisiakum bekannt, entspannt offenbar die Menschen, bekämpft Stress und lindert die täglichen Spannungen. Die Pflanze scheint die Romantik und das Liebesspiel zu fördern. Tagsüber erscheint der Nachtjasmin als ziemlich stumpfe Pflanze, die einem Strauch ähnelt. Sie ist nicht auffallend schön, aber wenn die Nacht hereinbricht, entfaltet sie ihre Wirkung. Eine Legende besagt, dass Christoph Kolumbus Nachtjasmin aus der Neuen Welt zurückgebracht hat, wo sie an extrem heißen Orten wie Stromboli einen idealen Lebensraum gefunden hat. Aber die meisten Einheimischen sagen, es sei schon immer hier gewesen, ein "Kind des Vulkans", und sie sind stolz auf die Kräfte ihrer Pflanze, zu denen auch Viagra-ähnliche Eigenschaften gehören sollen. Sie scherzen gern darüber, dass ihre Insel "immer in Hitze" ist.

Fruchtbarkeitshöhlen

Auf der nahe gelegenen Insel Filicudi gehören zu den "sexy" natürlichen Elementen phallische Seestapel und abgelegene Grotten, die angeblich von Paaren frequentiert werden, die unter dem Vorwand, sie als Schutz vor der Sonne zu verwenden, häufig Babys empfangen. Es ist bekannt, dass lokale Fischer, die auf funkelnden grünen Wellen segeln, Paare in sogenannten "Fruchtbarkeitshöhlen" absetzen. Sie bieten auch einen Service an, der junge alleinstehende Damen auf eine Bootstour mitnimmt, bei der ungewöhnlich phallisch geformte Felsen berührt werden, die Glück bei der Suche nach Liebe bieten sollen.

Einer dieser Gebilde ist La Canna, ein 85 Meter hoher Seestapel, der vor Filicudis Küste aus dem smaragdgrünen Meer ragt. Einige sagen, es ähnelt dem Kopf einer Kobra oder eines Gewehrs, aber die meisten sehen darin die Darstellung eines riesigen Phallus, der in den Himmel ragt. Sein Name bedeutet "Rute" oder "Zuckerrohr", und man braucht kein italienisches Slang-Wörterbuch, um zu verstehen, warum. Filicudi habe eine urzeitliche Atmosphäre, die Sinne und Vergnügen weckt, betonen die Einheimischen. Es gibt nur ein Fischerdorf, Pecorini a Mare, mit pastellfarbenen Häusern, zwei kleinen Häfen und einer einzigen Straße, die die Insel umrundet.

Der Lust erliegen

Steile, staubige Steinpfade und alte Eselpfade verbinden helle Wohnhäuser mit strohgedeckten Terrassen, die mit Bougainvilleas bedeckt sind. Filicudis Klippen sind schwarz, grün und rot und durchzogen von einem Labyrinthen aus Grotten. Am Ufer befinden sich Ruinen eines prähistorischen Weilers und zerstörte Bauernhütten. Wellen und Sandschichten haben farbenfrohe Designs auf die Klippen gezeichnet.

Die zahlreichen Meeresgrotten sind beliebte Orte für Paare, die Privatsphäre suchen. Darunter "Lovers' Cave", von der behauptet wird, dass wenn ein Mann und eine Frau als zwei Personen die Höhle betreten, sie unweigerlich der Lust erliegen und als drei herauskommen, mit einem gerade gezeugten Baby. (red, 12.10.2020)