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Die Partie zwischen den Houston Texans und den Tennessee Titans bot alles, was man sich von diesem Duell erwarten durfte: Tiefe Pässe von Deshaun Watson, lange, unwiderstehliche Läufe von Derrick Henry und ein Herzschlag-Finale. Erst in der Verlängerung fand das Spiel einen Gewinner: Die Titans behielten mit 42:36 die Oberhand.

Mann der Partie war einmal mehr Runningback Derrick Henry, der mit 22 Carries, 212 Yards und zwei Touchdows die Texas fast im Alleingang schlug. Natürlich war auch er es, der den einzigen Drive der Overtime prägte und schlussendlich aus der Wildcat-Formation für die Entscheidung sorgte. Ryan Tannehill (30/41, 364 Yards, vier TDs, eine INT) bot sich mit Deshaun Watson (28/37, 335 Yards, vier TDs) ein Wettwerfen, gab die Partie aber mit einem kritischen Pick im Schlussviertel noch fast aus der Hand. Anthony Firkser (acht Receptions, 113 Yards, ein TD), Adam Humphries (sechs Receptions, 64 Yards, ein TD) und A.J. Brown (fünf Receptions, 56 Yards, zwei TDs) fingen das Ei in der Endzone für Punkte der Titans. King Henry besorgte den Rest.

Houstons Interim-Head Coach Romeo Crennel versuchte sehr viel um sein Team zum Erfolg zu führen. Das Spiel auf Messerschneide, ließ er kritische fourth-downs ausspielen und wurde auch durch Touchdowns belohnt. Dennoch ging eine Entscheidung nicht auf: Beim Stand von 36:29 ging er eine 2-Point Conversion, die scheiterte. Dadurch kamen die Titans nach ihrem Touchdown überhaupt erst in die Verlängerung. Ein einfacher Extra-Punkt hätte womöglich gereicht, zumindest aber für ordentlich Druck auf Seiten Tennessees gesorgt. Die Entscheidung kann man noch halbwegs rechtfertigen, nicht aber das sehr konservative Playcalling. Let Desahun cook sollte zum Motto werden, das bedingungslose Festhalten am Laufspiel, vor allem in First Downs, gewinnt für Houston keinen Blumentopf. David Johnson (19 Carries, 57 Yards, ein TD) lief im Schnitt für drei Yards Raumgewinn. Watson hingegen kann Defensiven mit seinem Spiel zerlegen, Will Fuller als tiefer Passfänger (sechs Receptions, 123 Yards, ein TD), Tight End Darren Fells (sechs Receptions, 85 Yards, ein TD), Bradin Cooks (neun Receptions, 68 Yards, ein TD) und Endzone-Target Randall Cobb (drei Receptions, 17 Yards, ein TD) werden von ihm in Szene gesetzt. Für die kommenden Wochen sollte man eindeutig mehr auf Watson vertrauen. Defensiv kam J.J. Watt zu seinem 99. Karriere-Sack. Tennessee bleibt ungeschlagen (4-0), Houston geht auf 1-4.

Pittsburgh holt sich Sieg

Das Duell zwischen den Pittsburgh Steelers und den Cleveland Brows stand immer noch im Zeichen des letzten Aufeinandertreffens der beiden Divisionsrivalen. Myles Garrett fiel damals mit grobster Unsportlichkeit gegen Steelers-QB Mason Rudolph auf, die Gemüter waren auch im Vorfeld dieses Spiels weiterhin erhitzt. Gestern stand Garrett wieder am Feld, bei den Steelers mit Quarterback Ben Roethlisberger wieder die etatmäßige Nummer eins under Center. Die beiden machten ebenfalls mit einander Bekanntschaft: Garrett warf Big Ben einmal zu Boden. Soviel zu Garrett und der Vergangenheit.

In der Gegenwart wollten die Browns ihre starke Form (vier Siege in Folge) mit einem Sieg bei den Steelers bestätigen. Das gelang nicht, hauptsächlich weil Browns QB Baker Mayfield einen grausamen Tag erlebte. Die ganze Woche von einer Rippenverletzung gebremst, war der ehemalige Overall-Firstround-Pick mit der starken Steelers Defensive (vier Sacks, ein forced Fumble) vollkommen überfordert und warf gleich zwei Picks in der ersten Hälfte. Im ersten Drive der Browns konnte Steelers Defensive Back Minkah Fitzpatrick perfekt die Route des Browns-Angreifers lesen, das Ei abfangen und auch gleich in die Endzone tragen. Cleveland fand lange keinen Rhythmus machte Pittsburgh das Leben einfach und fand erst durch Rashard Higgins (ein Catch, 13 Yards) kurz vor der Pause den Weg in die Endzone. Mayfield (10/18, 119 Yards, ein TD, zwei INTs) wurde im Schlussviertel auf Grund seiner Verletzungen aus dem Spiel genommen, Case Keenum (5/10, 46 Yards) übernahm für ihn. Mehr positives gibt es zu den Browns nicht zu berichten.

Auf der Gegenseite spielten die Steelers ihre Turnover-Vorteile gnadenlos aus. Roethlisberger warf für 162 Yards (14/22) bei einem Touchdown auf James Washington (vier Receptions, 68 Yards). Chase Claypool, Monsterperformer der Vorwoche, fand einmal per Lauf die Endzone und war mit 74 Receiving-Yards auch bester Passfänger Pittsburghs. Den Rest erledigten die Runningbacks James Conner (20 Carries, 101 Yards, ein D) und Benny Snells (sechs Carries, 17 Yards, ein TD) – Pittsburgh gewann deutlich mit 38:7. Einziger Wehrmutstropfen eines sonst nur positiven Abends: Linebacker Devin Bush scheint sich schwerer am Knie verletzt zu haben (Verdacht auf Kreuzbandriss), weitere Untersuchungen stehen noch aus. Pittsburgh damit weiter makellos bei fünf Siegen, die Browns stehen bei vier Siegen und zwei Niederlagen.

Bears mit fünftem Sieg

Nicht optimal startete Teddy Bridgewater in den Abend. Der Spielmacher der Carolina Panthers warf bei der 16:23 Niederlage gegen die Chicago Bears gleich zu Beginn des Spiels eine (getippte) Interception, was die Führung der Bears nach einem Touchdown von Nick Foles auf Cole Kmet zur Folge hatte. Beide Teams neutralisierten sich anschließend, die Kickerspiele begannen, mit Field Goals auf beiden Seiten und einem Halbzeitstand von 13:6 für die Bears. Hälfte zwei sah zunächst eine Interception von Bears-QB Nick Foles (23/39, 198 Yards, ein TD, eine INT), die von den Panthers aber nicht genützt werden konnte, Kicker Joey Slye vergab ein 54-Yard Field Goal. Foles und seine Offense übernahmen wieder und machten es besser – der Spielmacher ging selbst für den Touchdown und baute damit die Führung aus.

Carolina gab sich aber nicht so schnell geschlagen, Mike Davis (18 Carries, 52 Yards, ein TD) verkürzte direkt im Anschluss. Wieder kamen die Kicker zum Zug, beide Seiten erzielten je ein Field Goal. Die Schlussphase verlief turbulent. Die Panthers wollten den Ausgleich auf Biegen und Brechen erreichen, scheiterten aber mit ihren vier Versuchen und gaben das Ballrecht wieder an die Bears ab. Die machten aus dem Ballbesitz wiederum gar nichts und Carolina kam in den letzten zwei Minuten noch einmal zum Zug. Teddy Bridgewater (16/29, 216 Yards) beendete das Spiel aber so wie er es begonnen hatte. Zweite Interception, Sieg für die Bears.

Die Defensive Chicagos trägt das Team, sie war in den brenzligen Momenten (bei drei Ausflügen in die Red Zone kamen die Panthers nur zu einem Touchdown) immer hellwach und hielt die Führung in der eigenen Hand. Chicago bleibt die Wundertüte der Liga und fuhr im sechsten Spiel tatsächlich den fünften Sieg ein, während Carolina jetzt bei einem ausgeglichenen Score von drei Siegen bei drei Niederlagen steht.

Atlanta kann’s doch

Die Atlanta Falcons entließen nach dem katastrophalen Fehlstart von fünf Niederlagen sowohl General Manager Thomas Dimitroff als auch ihren Head Coach Dan Quinn. Das schien das Team zu beflügeln, schon im ersten Drive konnte Deion Jones Minnesota Vikings-QB Kirk Cousins (24/36, 343 Yards, drei TDs, drei INTs) intercepten. Die Falcons zeigten keine Gnade, Matt Ryan (30/40, 371 Yards, vier TDs) nützte die Schwächen des Gegners und das Momentum seines Teams gnadenlos aus und führte seine Mannschaft zu einer 17:0 Pausenführung. Julio Jones (acht Receptions, 137 Yards, zwei TDs), Calvin Ridley (61 Yards, ein TD) und Tight End Hayden Hurst (57 Yards, ein TD) spielten sich den Frust von der Seele und zeigten sich in ordentlicher Spiellaune. Ein ungefährdeter 40:23 Sieg war die Folge.

Kirk Cousins prolongierte seine schwache Form und warf allein in der ersten Halbzeit seine Saisonpicks acht, neun und zehn. Erst in Hälfte zwei konnte sein Team endlich anschreiben, Rookie-Receiver Justin Jefferson (neun Receptions, 166 Yards) fand zwei Mal den Weg in die Endzone. Schöne Garbage-Time-Scores, die (außer Fantasy-Spielern) nicht viel genützt haben. Bei den Vikings ist offensiv als auch defensiv der Wurm drin, nach sechs Spielen steht man bei einem mageren Sieg und fünf Niederlagen. Atlanta hat jetzt denselben Record, aber auch die Aussicht auf Besserung. Ryan hat die schwache Leistung der Vorwoche mit einem starken Spiel schnell abgeschüttelt und Julio Jones scheint endlich auch in der Saison angekommen zu sein. Gilt auch für die Defensive, die deutlich besser aussah.

Kicker-Festival an Broncos

Auf Grund mehrerer Corona-Fälle musste die eigentlich für Woche fünf angesetzte Partie zwischen den Denver Broncos und den New England Patriots um eine Woche verschoben werden. In einer zunächst sehr langsamen Partie waren es die beiden Kicker, die im Rampenlicht standen: Brandon McManus brachte alle sechs Field Goals zwischen die Pfosten und sorgte damit auch für die gesamten Punkte seines Teams. Quarterback Drew Lock, der nach überstandener Verletzung wieder startete, warf 189 Yards (10/24) bei zwei Interceptions. Sein zweiter Pick dreieinhalb Minuten vor Schluss machte das Spiel noch einmal richtig spannend. New England konnte aber wie schon am gesamten Abend keinen Profit daraus schlagen.

Cam Newton (157 Yards, 17/25, zwei INTs) erlebte nach überstandener Corona-Erkrankung einen äußerst durchwachsenen Tag. Der ehemalige MVP warf zwei Picks und konnte sein Team nur zögerlich zu Raumgewinn führen. Dass er mit 76 Yards (15 Versuche) und einem Touchdown auch gleichzeitig bester Läufer seiner Mannschaft war, überraschte wenig. Die Patriots konnten auf Grund der Corona-Bestimmungen nur eingeschränkt trainieren und mussten einige Spieler der Offensive-Line vorgeben. Dennoch, New Englands gebotener Football im Jahr 2020 ist definitiv anders als in den Vorjahren. Viele Checkdowns, wenig Wumms, alles mutet sehr konservativ und abwartend an. Immerhin konnte Newton als erst zweiter Quarterback nach Michael Vick die 5.000 Karriere-Rushing-Yard-Marke knacken. Beide Teams stehen nun bei zwei Siegen und drei Niederlagen.

Ravens ohne mit Problemen

Was zur Pause schon nach einem sicheren Sieg für die Baltimore Ravens aussah, wurde am Schluss noch einmal unerwartet richtig spannend. Die Philadelphia Eagles gaben trotz 0:17 Rückstand nicht auf und kamen sechs Minuten vor Schluss bis auf einem Score an die Ravens ran. Baltimore kam zu diesem Zeitpunkt nur mehr sehr schwer in die Partie, musste noch einmal punten, was tatsächlich noch einen weiteren Touchdown der Eagles zur Folge hatte. Beim Stand von 28:30 aus Sicht der Eagles versuchte man die 2-Point-Conversion, scheiterte aber knapp. So ging die Partie auch verloren.

Baltimore startete heiß, ließ aber auch sehr stark nach. Lamar Jackson (16/27, 186 Yards, ein TD) warf einen Touchdown auf Nick Bolye und war mit 108 Yards samt Rushing.Touchdown auch bester Läufer seines Teams. Wirklich überzeigend war die Offensivleistung aber ob der zweiten Hälfe nicht. Mark Ingram musste mit Verletzung (fünf Carries, zwanzig Yards) vom Feld und konnte nicht ersetzt werden. Es lag in den Händen und Füßen von Jackson und ging einmal mehr gut. Weil, so ehrlich muss man sein: Jackson kann immer mit Magie für einen Sieg sorgen.

Umgekehrt warf Carson Wentz tatsächlich keinen Pick (21/40, 213 Yards, zwei TDs) und gab das Spiel auch in schier aussichtsloser Position nicht verloren. Travis Fulgham, in der Offseason sowohl von Detroit als auch Green Bay entlassen, mutiert zum wichtigsten Receiver der Eagles, er kam auf sechs Receptions für 75 Yards und einen Touchdown. Das half aber nicht viel, Wentz spielte zu Beginn keinen guten Football – die Eagles kamen in den ersten sechs Drives zu keinem First Down und zudem verlor Wentz per Fumble das Ei. Der Quarterback kann sich zudem bei den Defensive Backs der Ravens bedanken, die die ein oder andere mögliche Interception fallen ließen. Miles Sanders lief für 118 Yards und hatte Glück, dass J.J. Arcega-Whiteside einen Fumble in der Endzone zum Touchdown sichern konnte. Fassen wir also zusammen: Die Ravens gewinnen zum fünften Mal und stehen bei 5-1, die Eagles nun bei einem Sieg, vier Niederlagen und einem Unentschieden.

Indianapolis mit großer Aufholjagd

Die Defensive der Indianapolis Colts gilt in dieser frühen Saisonphase als beste der gesamten Liga – umso überraschender, dass sich die Colts von den Cincinnati Bengals gleich zu Beginn 21 Punkte einschenken ließen. Rookie-QB Joe Burrow (25/39, 313 Yards, eine INT) zeigte keinerlei Respekt vor der starken Einheit der Colts und führte seine Mannschaft zusammen mit Joe Mixon (18 Carries, 54 Yards, ein TD) und Giovani Bernard (acht Carries, 15 Yards, ein TD) zu einer 21:0 Führung. Die O-Line der Bengals konnte den Spielmacher diesmal tatsächlich verhältnismäßig gut schützen, nur zwei Mal fand sich Burrow am Boden wieder. A.J. Green wurde integriert (acht Receptions, 96 Yards), mit Rookie-Receiver Tee Higgins (sechs Receptions, 125 Yards) und Tyler Boyd (fünf Receptions, 54 Yards) hat er ohnehin eine gute Verbindung. Allerdings beendete Burrow auch selbst die Hoffnungen auf einen Sieg, als ein Pass von ihm für Tyler Boyd von Julian Blackmon gepickt wurde. Der Rookie-Safety spielt bisher eine hervorragende erste Saison, in fünf Spielen kam er schon auf sechs Deflections bei zwei Interceptions.

Philip Rivers (29/44, 371 Yards, drei TDs, eine INT) musste schon im ersten Drive einen Fumble von Jack Doyle verkraften und ließ sich auch vom 0:21 Rückstand nicht beeindrucken. Trey Burton (vier Receptions, 58 Yards, ein TD bzw. ein Rushing TD) sorgte für die Anschluss-Scores, ehe Zach Pascal (vier Receptions, 54 Yards, ein TD) die Colts auf 21:24 ran brachte. Doyle machte seinen Fumble vom Eröffnungsdrive mit einem 14-Yard-Touchdown wieder wett und Indianapolis lag damit auch zum ersten Mal in Führung. Rivers spielte nicht fehlerfrei, eine grausame Interceptions scheint in jedem Spiel zum Inventar zu gehören. Julian Blackmon sicherte seinem Team den vierten Saisonsieg (4-2), die Bengals mussten wieder einmal als Verlierer vom Feld gehen (1-4-1).

Lions vergeigen nicht

Ja, es geschehen noch Wunder. Die Detroit Lions sind für ihre frühen Führungen bekannt, die am Ende des Spiels aber gerne pulverisiert werden. Gegen die Jacksonville Jaguars machten es Matthew Stafford (19/31, 223 Yards, ein TD, eine INT) und Co aber besser und fuhren durch einen 34:16 Erfolg den zweiten Saisonsieg ein. Wirklich gefährlich wurden die Jaguars nie, Gardner Minshew (25/44, 243 Yards, ein TD, eine INT) lief zwar einmal selbst zum Touchdown und legte noch mit einem Garbage-Time Score nach, konnte gegen eine ausgeruhte und zum ersten Mal auch halbwegs passabel aussehende Defensive der Lions aber wenig ausrichten. Das sagt aber mehr über den Zustand Jacksonvilles aus – die Defense der Lions ist wirklich kein Gradmesser.

Offensiv spielten die Lions weiterhin ihre Lieblingsversion von Football: Laufen, laufen, irgendwann tief passen. Rookie D’Andre Swift zeigte mit 116 Yards bei 14 Carries und zwei Touchdowns seine bisher beste Karriere-Leistung. Langsam aber sicher dürfte er auch Starting-Runnigback der Lions werden. Im Passspiel fand Stafford hauptsächlich Receiver Kenny Golladay (vier Receptions, 105 Yards). Detroits Defensive hielt Jaguars Runningback James Robinson bei 29 Yards (zwölf Carries) und kam auf eine Interception durch Duran Harmon, sowie einen Strip-Sack durch Trey Flowers. Der zweite Saison-Sieg der Lions sollte nicht überbewertet werden, die Jaguars offenbaren vor allem auf defensiver Seite deutliche Schwächen. 2-3 für die Lions, 1-5 für die Jaguars.

Big Apple kann doch noch gewinnen

Die Teams aus New York (oder New Jersey) zeigen sich in der Saison 2020 durchaus katastrophal. Die New York Giants konnten aber mit dem 20:19 Erfolg gegen das Washington Football Team zumindest den ersten Saisonsieg einfahren. Das lag vor allem an der Defensive der G-Men, die spät im Schlussviertel nach einem Strip-Sack von Kyler Fackrrell durch Tae Crowder per Touchdown zum Führungsausbau kamen. Washington QB Kyle Allen (31/42, 280 Yards, zwei TDs, eine INT) konnte seine Mannschaft zwar noch einmal per TD-Pass auf Cam Sims heranbringen, scheiterte aber an der Defensive bei der anschließenden 2-Point Conversion. Die Entscheidung auf zwei Punkte zu gehen bleibt kontrovers, kann aber ob des generellen Siegeswillens Ron Riveras nachvollzogen werden.

Offensiv gibt’s zu den Giants nicht viel zu sagen. Daniel Jones (12/19, 112 Yards, ein TD, eine INT) spielte wie immer – bieder – und war mit 74 Yards auch bester Läufer seiner Mannschaft. Alles in allem kein Football-Feuerwerk, aber für die Fanbase der Giants gibt’s zumindest einen erfreulichen Montag-Morgen. Beide Teams stehen bei 1-5.

Miami ungefährdet

Ja, die Miami Dolphins gewannen erwartungsgemäß mit 24:0 gegen die New York Jets. Ja, die Miami Dolphins haben nach sechs Wochen einen besseren Record (3-3) als die New England Patriots (2-3). Ok, die Pats haben ein Spiel weniger, aber solche Momente muss man benennen wie sie sind – eigenartig. Von Beginn an machten die Dolphins keinen Hehl daraus, dass sie derzeit voller Spielfreude sind. Ryan Fitzpatrick (18/27, 191 Yards, drei TDs, zwei INTs) führte seine Mannschaft nach Touchdown-Pässen auf Adam Shaheen (drei Receptions, 51 Yards), Preston Williams (zwei Receptions, 18 Yards) und Durham Smythe (eine Reception, vier Yards) zur 21:0 Führung, nur um danach noch zwei Picks zu werfen (eine davon äußerst kurios auf von Marcus Maye). In der zweiten Hälfte passierte bis auf ein Field Goal von Jason Sanders nichts mehr. Einziges Highlight stellte die Einwechslung von Rookie-QB Tua Tagovailoa (2/2, neun Yards) dar.

Die Jets bleiben schlicht und einfach katastrophal. Ohne Le’Veon Bell (entlassen) übernahm Veteran Frank Gore (11 Carrries, 46 Yards) endgültig das Backfield, konnte aber auch nichts an der desaströsen Leistung seiner Mannschaft ändern. Quarterback Joe Flacco (21/44, 186 Yards, eine INT) strahlte keinerlei Gefahr aus. Die Saison ist zum Vergessen, Adam Gase zu entlassen. Ansonsten wird man mit Trevor Lawrence das nächste Quarterback-Talent unter den Bus werfen. 0-6 für die Jets, 3-3 für die Fins.

Bucs verdreschen Packers

Das zum Giganten-Duell stilisierte Aufeinandertreffen zwischen Tom Bradys Tampa Bay Buccaneers und Aaron Rodgers‘ Green Bay Packers ging deutlich mit 38:10 an das Team aus Florida. Zwar startete Rodgers richtig heiß und brachte seine Mannschaft auch mit 10:0 in Führung, kam dann aber auf Grund eines Pick-Six und einer Interception im folgenden Drive ordentlich unter die Räder. Die Bucs nützten das Momentum gnadenlos aus und erzielten gleich 28 unbeantwortete Punkte zur komfortablen 28:10 Pausenführung. Nach der Halbzeit dann dasselbe Bild. Bradys Buccaneers scorten, Rodgers (16/35, 160 Yards, zwei INTs) und seine Offensive war mit der starken Defensive Tampas heillos überfordert. Fünf Minuten vor Schluss, beim Stand von 38:10, war der Arbeitstag von Tom Brady (17/27, 166 Yards, zwei TDs) beendet, Blaine Gabbert (0/1) übernahm. Es ging um nichts mehr, sämtliche Backup-Spieler Tampa Bays durften aufs Feld.

Hey, Rob Gronkowski ist tatsächlich wieder da. Nachdem er in den bisherigen Partien maximal blass blieb, erlebte der künftige Hall of Famer gegen die Packers sein großes Comeback. Fünf Receptions, 78 Yards, ein Touchdown und die Wiederauferstehung der footballerischen Bromance zwischen ihm und Tom Brady. Das Laufspiel ging über Ronald Jones (23 Carries, 113 Yards, zwei TDs), Tyler Johnson (eine Receptions, sieben Yards) fing ebenfalls einen Touchdown.

Noch zu den Zahlen der angesprochenen Bucs-Defensive: fünf Sacks, sechs Tackles for Loss, sechs abgelenkte Pässe. Green Bay hatte kein Mittel dagegen, weder Aaron Jones (zehn Carries, 15 Yards, ein TD) noch Davante Adams (sechs Receptions, 61 Yards) konnten das Ruder herumreißen. Damit stehen die Bucs bei vier Siegen und zwei Niederlagen, die Packers mussten sich zum ersten Mal in dieser Saison geschlagen geben (4-1).

49ers leben noch

Nach der Schmach gegen die Miami Dolphins vergangenen Sonntag, konnten sich die San Francisco 49ers mit einem 24:16 Erfolg gegen die Los Angeles Rams rehabilitieren. Es war das große Comeback-Spiel von Jimmy Garoppolo, der gegen eine starke Rams-Defensive ablieferte und für 268 Yards (23/33) und drei Touchdowns warf. San Francisco lief vor der Pause heiß – 21 Punkte fielen in den ersten zwei Vierteln, ehe es zur Abkühlung kam. Auf George Kittle (sieben Receptions, 109 Yards, ein TD) kann man sich weiterhin verlassen, Deebo Samuel (sechs Reception, 66 Yards, ein TD) meldete sich auch endlich wieder produktiv zurück. Und Rookie-Taschenmesser Brandon Aiyuk (zwei Receptions, 12 Yards, ein TD) scheint auch jede Woche für einen Score gut zu sein.

Echter Star der Partie war aber die Offensive-Line der 49ers, die Jimmy G vor Aaron Donald und Co tatsächlich makellos beschützen konnten und keinen einzigen Sack zuließen. Auch wenn die Rams gerade in der zweiten Hälfte ihre Stärken ausspielten, schafften sie es nicht einen Turnover zu produzieren bzw. San Francisco zu echten Fehlern zu zwingen. Offensiv war’s wieder einmal nicht das beste Spiel. Der Rhythmus wird weiterhin nicht so einfach gefunden, Jared Goff (19/38, 198 Yards, zwei TDs, eine INT), warf zwei Scores auf Josh Reynolds und Robert Woods und eine bittere Interception in der Endzone – es fehlte der letzte Klick, der die 49ers in die Knie zwingen hätte können. San Francisco damit bei 3-3, L.A. bei 4-2. (Martin Senfter, 19.10.2020)