Das Medienunternehmen wurde im Jahr 1923 gegründet

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Dass Disney in der Vergangenheit Filme produzierte, die sich verstärkt diskriminierender Stereotypen bedienten, ist nicht unbekannt. Unlängst kam der Medienkonzern im Zuge der "Black Lives Matter"-Bewegung aufgrund seiner fehlenden Stellungnahme zu rassistischen Inhalten in die Kritik. Mit einer neuen, weitaus umfangreicheren Erklärung auf seiner Streamingplattform distanziert sich Disney nun strenger als zuvor.

Damals und heute "falsch"

Bisher machte Disney in einem knappen Hinweis lediglich auf "veraltete kulturelle Darstellungen" aufmerksam. Auf der Streamingplattform Disney+ heißt es nun in einem neuen Warnhinweis: "Dieses Programm enthält negative Darstellungen und/oder eine nicht korrekte Behandlung von Menschen oder Kulturen".

"Diese Stereotypen waren damals falsch und sind es noch heute", bekräftigt das Unternehmen im Text. Gezeigt wird die Stellungnahme vor Disney-Klassikern, wie "Dumbo" (1941), "Das Dschungelbuch" (1967), und "Peter Pan" (1953).

In "Dumbo" kommt etwa eine Gruppe von Krähen vor, die dem Elefanten beim Fliegenlernen helfen. Die Hauptkrähe wird von einem weißen Schauspieler, Cliff Edwards, gesprochen und verwendet dabei eine stereotypische "schwarze" Sprache. Sie trägt den Namen Jim Crow, und ist damit eine Anspielung auf eine Reihe rassistischer Rassentrennungsgesetze – den Jim-Crow-Gesetzen – die in den südlichen US-Staaten bis in die 60er-Jahre galten.

Gegen Löschung

Warum man die Inhalte nicht entferne, erklärt Disney mit dem Argument, dass es wichtig sei ihre "schädlichen Auswirkungen aufzuzeigen und aus ihnen zu lernen und Unterhaltungen anzuregen". Damit wolle man die Schaffung einer "integrativeren gemeinsamen Zukunft ohne Diskriminierung" ermöglichen. Auch habe sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt künftig Geschichten zu erzählen, in denen Diversität berücksichtigt werde. (red, 17.10.2020)