"Wir wollen Nägel mit Köpfen machen", sagte Albaniens Premierminister Edi Rama.

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Tirana/Athen – Albanien und Griechenland wollen den strittigen Verlauf der Meeresgrenze zwischen den beiden Nachbarländern von einem internationalen Schiedsgericht klären lassen. Das gaben der albanische Ministerpräsident Edi Rama und der griechische Außenminister Nikos Dendias am Dienstag nach einem Treffen in Tirana bekannt.

Abkommen aus dem Jahr 2009

"Wir wollen Nägel mit Köpfen machen, die Entscheidung soll mit Expertenwissen und auf der Grundlage des internationalen Seerechts fallen", sagte Rama. Griechenland vermutet im Nordwesten des Landes und im vorgelagerten Festlandsockel Erdgasvorkommen. Das Gebiet grenzt unmittelbar an Albanien. Im August hatte der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis angekündigt, dass Athen seine Territorialgewässer im Ionischen Meer ausdehnen werde. In Tirana war dies auf scharfe Ablehnung gestoßen.

Ein bilaterales Abkommen aus dem Jahr 2009 legt den Verlauf der Grenze im Ionischen Meer fest. Es war allerdings vom Obersten Gerichtshof in Albanien umgehend außer Kraft gesetzt worden. Auch Experten räumten damals ein, dass sich die damalige albanische Regierung von Griechenland unter Druck setzen ließ und unvorteilhaften Regelungen zugestimmt habe. (APA, 20.10.2020)