Er habe den Beschluss nicht leichten Herzens ergriffen, da die Kulturschaffenden in Italien bereits seit Monaten mit "enormen Schwierigkeiten" konfrontiert seien, so Conte.

Foto: REUTERS / YARA NARDI

Rom – Der italienische Premier Giuseppe Conte antwortet auf einen Appell des Stardirigenten Riccardo Muti, der gegen die von der Regierung beschlossenen Schließung von Kinos, Theatern und Konzerthallen als Teil der Maßnahmen zur Eindämmung der eskalierenden Coronavirusausbreitung protestiert hatte. Der Lockdown im Kulturbereich sei eine "schmerzhafte" aber notwendige Maßnahme zur Eingrenzung der Neuansteckungen, argumentierte Conte.

In einem Schreiben, das am Dienstag von der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" veröffentlicht wurde, gab der Regierungschef zu, dass die Schließung von Kinos und Theater "gravierend" sei, denn Aufführungen seien "Nahrung für Geist und Seele". Er habe den Beschluss nicht leichten Herzens ergriffen, da die Kulturschaffenden in Italien bereits seit Monaten mit "enormen Schwierigkeiten" konfrontiert seien. Die Regierung werde jedoch niemanden allein lassen. Der Ministerrat plane am heutigen Dienstag die Verabschiedung von Stützungsmaßnahmen für die Kulturbrache. "Wir wollen keineswegs auf Schönheit, Kultur, Musik, Kunst, Kino und Theater verzichten. Wir arbeiten daran, den Neustart der Kultur zu ermöglichen, sobald es die Umstände erlauben werden", schrieb Conte.

Muti hatte am Montag an die italienische Regierung appelliert, ihre Entscheidung zur Schließung von Theatern, Kinos und Konzerthallen wegen der Coronapandemie zu überdenken. In einem am Montag in der Zeitung "Corriere della Sera" veröffentlichten Brief an Conte schrieb der 79-jährige Italiener, die Gesellschaft brauche "geistige Nahrung" von Musik und Theater. Die Schließungen, die am Montag in Kraft traten, wurden von Conte als Teil der Maßnahmen zur Coronaeindämmung angekündigt. Ein paralleler Onlineaufruf von Theatermanagern, Filmregisseuren, Schauspielern und Schriftstellern gegen die Schließung von Kinos und Theatern zählte unterdessen mehr als 79.000 Unterzeichner. (APA, 27.10.2020)