Historisch wurden Kinder nicht als handlungskompetent, sondern als Objekte betrachtet und deshalb oft zum Schweigen gebracht. Seit der Ratifizierung der Konvention der UN über die Kinderrechte im Jahr 1989 wurde die Stimme des Kindes zunehmend gefördert. Konkret haben Kinder das Recht, an Entscheidungen über ihre eigene Gesundheit und Bedürfnisse beteiligt zu werden.

Das Ziel des Village-Projekts ist, die sensible Wahrnehmung sowie die formelle und informelle Unterstützung für Kinder von Eltern mit psychischen Erkrankungen in Tirol zu erhöhen. Im Zentrum des Projekts steht die Einbeziehung der Perspektive der Kinder, deren Bedürfnissen, Wünschen und des Verständnisses ihrer Welt. Wir entwickelten Methoden der altersgerechten Zusammenarbeit, um Gespräche über den Alltag zu unterstützen.

Kinder gehören eingebunden, nicht an den Rand gedrängt.
Foto: Getty Images/Westend61

Kinder ermutigen, anerkennen und beteiligen

Wir arbeiten mit Prinzipien der Soziologie, Kinderpsychologie und Linguistik, um zu verstehen, wie wir die Beteiligung von Kindern fördern und sie befähigen können. Kinder arbeiten mit ihren Eltern und Praktizierenden zusammen, um über sich selbst, die Menschen aus ihrem Alltag und Aktivitäten, die ihnen Spaß machen, nachzudenken und gemeinsam ein mögliches Netzwerk zur Verbesserung ihres Alltagslebens zu entwickeln. Sie sehen und erleben die Welt oft anders als Erwachsene. Ihre Teilnahme bietet eine Möglichkeit, ein umfassenderes Bild ihrer Welt zu erhalten.

Wenn sie als Expertinnen und Experten in ihrem Leben gesehen werden, können wir den individuellen Unterstützungsbedarf ermitteln. Sie werden ermutigt, gesehen, anerkannt und können sich an Diskussionen über ihre eigenen Bedürfnisse beteiligen. Wir glauben, dass dies positive Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden haben wird, insbesondere bei der Suche nach Hilfe und ihrer Selbstidentität. (Jean Paul, Selcan Basli, 3.11.2020)