Freenet bestätigte die Jahresprognose.

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Der deutsche Mobilfunkanbieter Freenet umwirbt seine Aktionäre. Der Großteil der zur freien Verwendung stehenden Einnahmen aus dem Verkauf seines Anteils am Schweizer Telekomanbieter Sunrise an den US-Konzern Liberty Global werde Anteilseignern zukommen, kündigte Finanzchef Ingo Arnold im Gespräch mit Reuters am Freitag an.

"Wir haben nur noch nicht endgültig entschieden, in welcher Form." Es könne sein, dass es ein neues Aktienrückkaufprogramm gebe. Ein kleinerer Teil könne auch noch für Zukäufe verwendet werden. Von den Verkaufseinnahmen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro stehen dem Mobilfunkanbieter rund 300 Millionen Euro zur freien Verwendung, während der Rest zur Schuldentilgung eingesetzt wird.

Größter Anbieter ohne eigenes Netz

Freenet ist der größte Mobilfunkanbieter ohne eigenes Netz in Deutschland. Das Unternehmen kauft den Netzbetreibern Telefonminuten und Datenpakete ab und vermarktet diese unter eigenem Namen sowie über seine Marken (Mobilcom-Debitel, Klarmobil.de). Zudem bietet die Firma mit waipu.tv Internetfernsehen an und erreicht inzwischen rund 509.000 Abo-Kunden.

Die Gesamterlöse fielen von Juli bis September um 3 Prozent auf 634,5 Millionen Euro. Negativ wirkte sich unter anderem aus, dass Kunden auf die neuen iPhone-Modelle warteten und deswegen Käufe aufschoben. "Häufig wird ein Vertrag zusammen mit dem Handy erworben", sagte Arnold. Freenet betreibt aktuell etwa 550 eigene Läden. Einsparungen – beispielsweise durch weniger Reisen und IT-Projekte – sowie Preiserhöhungen sorgten für ein Plus beim bereinigten Betriebsergebnis (Ebitda) von 4,4 Prozent auf 115,2 Millionen Euro.

Jahresprognose bestätigt

Freenet bestätigte die Jahresprognose. Arnold betonte, das Unternehmen wolle für das laufende Jahr nach einer einmaligen Aussetzung wegen der Coronakrise wieder eine Dividende zahlen. Die Freenet-Aktie legte zum Handelsstart knapp drei Prozent zu. (APA/Reuters, 6.11.2020)