Im Bild: Steve Bannon.

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Ehemals war er Trumps Berater, nun wird er von großen sozialen Medien geschmissen: Twitter hat Steve Bannon rausgeworfen, Youtube eine seiner Folgen entfernt. Der Grund: Er hatte zu Gewalt gegen den FBI-Direktor Christopher Wray und dem Pandemieexperten Anthony Fauci aufgerufen. In einem Gespräch erläuterte er, sollte Trump wiedergewählt werden, möge er die beiden feuern, führte dann aber weiter aus: Er soll agieren wie England unter der Tudor-Dynastie. "Ich würde die Köpfe aufspießen. Ich würde sie an zwei Ecken des Weißen Hauses positionieren, als Warnung an die Bürokraten der Bundesregierung."

Was zunächst wie eine Redewendung klang, führte er später weiter aus, nachdem sein Co-Moderator anspricht, dass man "früher so gegen Verräter vorgegangen" sei: "Das ist, wie man die Revolution gewonnen hat. Niemand will darüber sprechen. Die Revolution war keine Gartenparty. Es war ein Bürgerkrieg." Für Twitter und Youtube waren diese Äußerungen Grund genug, einen Schlussstrich zu ziehen.

Video entfernt

Die Folge wurde bei Videodienst von seinem Kanal entfernt, da sie zu Gewalt aufrufe. Und bei Twitter ist er nun "permanent suspendiert" – heißt, er kann zwar Einspruch dagegen erheben, aber automatisiert bekommt Bannon seinen Account nicht zurück. Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft Bannon und drei weiteren Beschuldigten vor, Geld aus einer Online-Spendenaktion für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko abgezweigt zu haben. Er ist gegen Kaution auf freiem Fuß. Bannon bestreitet die Vorwürfe. Er stellt sich als Opfer politischer Verfolgung dar.

Overblocking vs Underblocking

Die Plattformen kämpfen schon seit Beginn des Wahlkampfes mit der Art, wie sie moderieren sollen. Immer wieder wird ihnen zu wenig oder zu viel Regulierung der Inhalte vorgeworfen. In der Nacht auf Freitag sperrte Facebook eine Gruppe von Trump-Anhängern, weil es dort zu Gewaltaufrufen gekommen war – Twitter belegte hingegen mehrere von Donald Trumps Tweets mit einem Warnhinweis, da er unbelegt von einem Wahlbetrug sprach. (red, 6.11.2020)