Homosexuelle Männer sind vom Blutspenden ausgeschlossen.

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Wien – Der Gesundheitsausschuss des Nationalrats hat am Freitag beschlossen, dass es am 24. November ein Experten-Hearing zum Thema "Diskriminierungsfreie Blutspenden" geben soll. Mit einem Entschließungsantrag beklagte Neos-Abgeordneter Yannick Shetty, dass trotz des immensen Bedarfs an Blutspenden in Österreich noch immer Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), von der Teilnahme ausgeschlossen seien.

Grüne und Neos einig

Rechtliche Basis dafür bildet die Blutspendeverordnung, die homosexuellen Männern allein aufgrund ihrer sexuellen Orientierung Risikoverhalten attestiert. Diese Verordnung sollte daher nach Ansicht der Neos um die Bestimmung ergänzt werden, wonach bei der Befragung des Spenders zu seinem Gesundheitszustand und dessen Dokumentation keine diskriminierenden Formulierungen verwendet werden dürfen.

Seitens der Grünen zeigte sich Abgeordneter Ralph Schallmeiner erfreut über den Antrag und die gemeinsame Vorgehensweise aller Parteien. Im Ministerium werde mit Hochdruck an diesem Thema gearbeitet, erinnerte Schallmeiner, der formell den Antrag für das geplante Expertenhearing stellte. Die Neos-Entschließung wurde einstimmig vertagt. (APA, 6.11.2020)