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Schuschi – Im umkämpften Berg-Karabach hat Aserbaidschan nach Angaben von Präsident Ilham Aliyev die strategisch wichtige Stadt Schuschi eingenommen. "Mit einem großen Gefühl des Stolzes teilte ich mit, dass die Stadt Schuschi von der armenischen Okkupation befreit ist", sagte Aliyev am Sonntag. Schuschi gilt als Schlüsselstadt. Aus Armenien gab es zunächst keine Bestätigung für den Verlust der Stadt.

Die Behörden in Berg-Karabach hatten selbst mitgeteilt, dass der Verlust von Schuschi (aserbaidschanisch: Susa) letztlich auch eine Niederlage im Kampf um die ganze Region bedeute. "Schuschi gehört uns! Karabach gehört uns!", sagte Präsident Aliyev Medien in Baku zufolge in einer Rede.

Berg-Karabach widerspricht

"In Schuschi gehen die Kämpfe weiter. Warten Sie und glauben Sie an unsere Streitkräfte", teilte der Sprecher des armenischen Verteidigungsministeriums, Arzrun Owannissijan, in Jerewan mit. Berg-Karabach hatte am Sonntagmorgen von intensiven Kämpfen berichtet. Auch im Laufe der letzten Wochen nahe der Front aktive russische Journalisten berichteten, dass die Kämpfe um die Stadt anhalten würden. Bilder von einer Einnahme der Stadt gibt es ebenso wenig wie Berichte von verlässlich unabhängigen Beobachtern.

In Baku wurde die angebliche Einnahme von Schuschi auf den Straßen gefeiert.
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Schuschi liegt etwa zehn Kilometer von Stepanakert, der Hauptstadt von Berg-Karabach, entfernt. Aliyev kündigte an, bis zum Ende zu gehen. Er hatte bereits am Samstag von größeren Gebietsgewinnen berichtet.

Gefechte seit September

Die schweren Gefechte um Berg-Karabach dauern seit dem 27. September an. Aserbaidschan verlor in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren die Kontrolle über das bergige Gebiet mit etwa 145 000 Bewohnern. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe. Aserbaidschan kann sich in dem Konflikt auf seinen "Bruderstaat" Türkei berufen. Russland wiederum ist Schutzmacht Armeniens. (APA, red, 8.11.2020.)