Van Jones, 2019, bei einer Rede in New York. Der ehemalige Umweltberater von Barack Obama war als CNN-Kommentator so erleichtert über den Wahlsieg Bidens, dass Tränen flossen.

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Nach vier Jahren US-Präsidentschaft von Donald Trump hat die Erleichterung über die Nachricht des Wahlsieges von Joe Biden einen politischen Kommentator des Senders CNN, Van Jones, zu Tränen gerührt. Wenige Minuten nach der entscheidenden Nachricht war Jones live auf Sendung, als er zu schluchzen begann und unter Tränen hervorstieß, wie erleichtert er darüber sei.

Ein guter Tag

"Das ist eine große Sache für uns, nur um etwas Frieden finden zu können und die Chance auf einen Neustart zu haben", sagte der schwarze TV-Kommentator unter anderem. Die Nachricht sei eine Genugtuung für viele, die gelitten hätten. "Das ist ein guter Tag für unser Land."

Jones sprach von einem schlimmer gewordenen Rassismus im Land. "Du gehst in einen Laden und Leute, die Angst hatten, ihren Rassismus zu zeigen, werden ekelhafter und ekelhafter zu dir. Und du hast Angst um deine Kinder, hast Angst um deine Schwester", sagte er.

Der 52 Jahre alte Politikwissenschaftler Jones gibt bei CNN seine Einschätzung zu politischen Themen ab und war auch bei der Berichterstattung um die Wahl häufig zu sehen. Er studierte an der University of Tennessee at Martin Politikwissenschaft, später Jus an der Yale University. Nach seiner Arbeit als Journalist und seinen beiden Studien arbeitete er ab 2009 als Berater für Barack Obama. Weil er mit dem Gründer der linksradikalen, militanten Untergrundorganisation Weatherman zusammenarbeitete, Kontakte zu marxistischen Organisationen hatte und den Bürgerrechtler und Journalisten Mumia Abu-Jamal – der in Zusammenhang mit der Ermordung eines Polizisten schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt wurde – unterstützte, wurde er von den Konservativen stark kritisiert.

2009 trat er als Berater des Präsidenten zurück, begann bald darauf an der Princeton Universität und ist nun Kommentator und Autor bei CNN.

Rassismus

""I can't breathe" ("Ich kann nicht atmen") – das war nicht nur George Floyd. Es gibt viele Leute, die denken, sie können nicht atmen", sagte Jones. Mit diesen Worten hatte der Afroamerikaner Floyd einen weißen Polizisten angefleht, der auf seinem Nacken kniete. Floyd starb, sein Tod löste Massenproteste aus. Trump wird vorgeworfen, sich nicht klar gegen Rassismus zu positionieren. In einer TV-Debatte sagte Trump etwa in Richtung der rechtsradikalen "Proud Boys", sie sollten sich zurückhalten und bereithalten ("stand back and stand by"). Biden hat einen verstärkten Kampf gegen Rassismus versprochen. (APA, red, 8.11.2020)