Kann trotz Anfechtungen seines Kontrahenten wohl einen Großteil der US-Amerikaner hinter sich wissen: President-elect Joe Biden.

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Wer zum nächsten US-Präsidenten gewählt wurde, ist, wenn es nach dem amtierenden Präsidenten Donald Trump und weiten Teilen der Republikanischen Partei geht, derzeit noch eine offene Frage. Die Bevölkerung dürfte darauf indes schon eine Antwort gefunden haben: Eine Meinungsumfrage von Reuters und Ipsos ergab, dass 79 Prozent der befragten US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner Joe Biden als künftigen Präsidenten anerkennen. Für 13 Prozent der Befragten ist die Wahl noch nicht geschlagen, weitere fünf Prozent gaben an, nicht zu wissen, wer gewonnen habe. Nur drei Prozent gehen von einer zweiten Amtszeit Trumps aus.

Wenige glauben an Wahlbetrug

Einen schlechten Verlierer schätzen beinahe drei Viertel der Befragten nicht: 72 Prozent waren der Meinung, dass der Verlierer einer Wahl seine Niederlage eingestehen müsse. Daran, dass der Machtwechsel friedlich vonstattengehen wird, wenn Trump im Jänner sein Amt an Biden übergeben muss, glaubten 60 Prozent der Befragten. Dessen Vorwürfen von Wahlmanipulation dürften in der Bevölkerung nur wenige Glauben schenken: 70 Prozent der Befragten – davon 83 Prozent der Demokraten und 59 Prozent der Republikaner – glaubten an die Ehrlichkeit der Wahlhelfer und Wahlleute. Aus gutem Grund: Ein Rundruf der "New York Times" bei Wahlbeamten beider Parteien in 45 Bundesstaaten der USA ergab, dass es deren Ansicht nach zu keinen Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenauszählung gekommen ist.

Kleine Vorfälle und Technikteufel

In den meisten Bundesstaaten habe es schlicht "keinen Wahlbetrug" gegeben, so die kontaktierten Beamten. Einige Staaten berichteten von geringfügigen und vereinzelten Vorfällen wie technischen Problemen, die jedoch allesamt bereits von den Staaten untersucht würden. Solche Vorfälle kämen bei beinahe allen Wahlen vor, so die Beamten, und hätten so gut wie nie Einfluss auf den Ausgang. (rio, 11.11.2020)