Chromebooks boomen durch den Fokus auf Distance-Learning.

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Das Jahr 2020 verläuft bisher wohl für kaum jemanden wie erwartet. Die Covid-19-Pandemie hat den Alltag weiter Teile der Menschheit gehörig durcheinandergewirbelt. Damit gehen auch veränderte Bedürfnisse und ein anderes Kaufverhalten einher. Dies zeigt sich nun auch bei einem Blick auf aktuelle Zahlen der Marktforscher von Canalys.

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Die Corona-Krise führt nicht nur zu einem Absatzboom in der Computerwelt, sie löst auch deutliche Verschiebungen innerhalb der Branche aus. Im dritten Quartal 2020 wurden demnach um 23 Prozent mehr Geräte verkauft als noch im Vorjahresquartal. Davon profitieren fast alle namhaften Hersteller, besonders groß fällt der Zuwachs aber bei Apple und Samsung aus. Während sich der Mac-Hersteller über ein Plus von 40,9 Prozent freuen kann, gibt es bei Samsung gleich einen Zuwachs von 86,2 Prozent.

Warum es gerade diese beiden Unternehmen sind, die so stark profitieren, offenbart ein Blick auf eine andere Statistik: Besonders stark ist das aktuelle Wachstum nämlich beim Untersegment der Tablets, deren Absätze sind im Jahresvergleich um 43 Prozent gestiegen. Und hier sind Apple und Samsung eben die führenden Hersteller.

Chromebooks

Der große Gewinner der aktuellen Trends ist aber woanders zu suchen: Die Verkäufe von Chromebooks, also Laptops mit Googles Betriebssystem Chrome OS, haben sich mehr als verdoppelt. Konkret beträgt das Wachstum in diesem Bereich 122 Prozent. Das entspricht im dritten Quartal weltweiten Absätzen von 9,4 Millionen Stück. Zur Relation: Von allen Geräten zusammengenommen – also Tablets, Laptops und Desktops – wurden im dritten Quartal 124,5 Millionen Stück verkauft. Rechnet man die Tablets (44,3 Millionen Stück) heraus, bedeutet dies aber auch, dass Chromebooks mittlerweile mehr als ein Zehntel der neu verkauften Geräte ausmachen.

Ein treibender Faktor war dabei sicher das Thema Homeschooling. Immerhin kommen Chromebooks mittlerweile in vielen Ländern – vor allem aber in den USA – im Bildungsbereich zum Einsatz. Führender Chromebook-Hersteller bleibt dabei HP, von dem mehr als jedes dritte verkaufte Chromebook stammt. Besonders stark kann derzeit Lenovo zulegen, im Jahresvergleich verzeichnet das Unternehmen ein Plus von 351,2 Prozent bei Systemen mit Googles Betriebssystem.

Schwindendes Desktop-Interesse

Ganz anders sieht die Entwicklung bei klassischen Desktop-Systemen aus. Während es bei Workstations ein Absatzminus von 27 Prozent gibt, sind die Verkäufe von PCs im Tower-Gehäuse gar um 33 Prozent zurückgegangen. Insofern bringt der aktuelle Absatzboom auch eine starke Umschichtung in Richtung mobile Geräte mit sich. (apo, 13.11.2020)